Landeshauptstadt Mainz Direkt zum Inhalt
Bereits die Römer wussten die herausragende Lage der Anhöhe am südlichen Stadtrand zu schätzen und errichteten ihrem Feldherrn Drusus ein Ehrenmal, dessen Kern noch heute als Drususstein erhalten ist. Den Namen Jakobsberg trägt die Anhöhe seit der Gründung des dem heiligen Jakobus geweihten Benediktinerklosters 1055 durch den Mainzer Erzbischof Bardo. Da das Kloster nur leicht umwallt außerhalb der Stadtmauern lag, ergab sich eine strategische Lücke im Schutzring der Stadt.
Der Ausbau des Jakobsberges zur wehrhaften Festung begann 1620 unter Kurfürst Johann Schweickhardt von Kronberg, der unter der Leitung des Domkapitulars Adolph von Waldenburg eine vorwiegend aus Gräben und Wällen bestehende Festungsanlage bauen ließ. Doch schon 1631 wird Mainz im Laufe des 30jährigen Krieges von den Schweden besetzt.
Der eigentliche Ausbau der heutigen Zitadelle mit ihrem regelmäßigen Grundriss und den vier Bastionen Alarm, Tacitus, Drusus und Germanikus begann 1655 unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn. Die über Mainz aufragende Festungsanlage konnte ihrem Zweck allerdings nicht lange gerecht werden, da der Stadt das Geld für eine schlagkräftige Festungsbesatzung fehlte. Französische Truppen nahmen denn auch im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Stadt ein.
Im 18. Jahrhundert wurde das Klostergelände ausgebaut. Ein neuer Abt- und Fremdenbau sowie ein barocker Garten entstanden. Doch die langjährige Klostergeschichte fand durch die Wiedereroberung des französisch besetzten Mainz durch die deutsche Reichsarmee 1793 ein jähes Ende, als Klosterkirche und Wirtschaftsgebäude vollständig zerstört wurden. Der Abt- und Fremdenbau blieben bis zum ihrem Abriss 1912 erhalten. Für ihren Wiederaufbau zwei Jahre später wurden die barocken Tür- und Fensterrahmen aufbewahrt.
Ab 1816 kam Mainz die Rolle einer Bundesfestung zu. Auf der Zitadelle wurden Truppen stationiert, die überwiegend im ehemaligen Abts- und Fremdenbau unterkamen. Der Kommandantenbau wurde aufgestockt, 30 Jahre später erfolgte der Neubau der "Citadellkaserne", heute Bau C.
Nach dem ersten und zweiten Weltkrieg besetzten französische Militärs das Gelände. 1950 begann der Wiederaufbau der kriegszerstörten Gebäude und die städtische Handelslehranstalt sowie später die Bauämter zogen in die Gebäude ein.
Heute beherbergt das Zitadellengelände städtische Ämter und Eigenbetriebe sowie das Stadthistorische Museum, das im Bau D Sammlungen zur Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Stadt Mainz zeigt (Link am Ende des Dokuments). In den letzten Jahren konnten notwendig gewordene Sanierungsarbeiten an und in den historischen Gebäuden in dem denkmalgeschützten Gelände durchgeführt werden.
Ein besonderer Publikumsmagnet sind die unterirdischen Gänge, in die sich die Mainzer im 2. Weltkrieg vor den Bombenangriffen flüchteten. Die ehemaligen Luftschutzräume können auf Anfrage bei der Initiative Zitadelle Mainz besichtigt werden. Ab Mitte April 2005 sollen regelmäßig ober- und unterirdische Führungen auf dem Zitadellengelände stattfinden. Einen geführten Spaziergang "Über die Wälle zur Zitadelle" bietet die Touristik Centrale regelmäßig an (Kontakt: 06131/ 2 86 21-0, tourist@info-mainz.de). Der Verein "Geographie für Alle" organisiert monatlich Führungen zur Festungs- und Garnisonsgeschichte, bei denen zum Teil auch die Zitadelle besucht wird (Kontakt: 06131/ 39 25 145, info@geographie-fuer-alle.de). | in www.mainz.de | im WWW |
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