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Altmünsterkirche - Ehemaliges Kloster der Heiligen Bilhildis

Zu sehen sind die beiden weißen Türme der Altmünsterkirche. (Quelle: Stadt Mainz)Etwas versteckt zwischen Münster- und Walpodenstraße steht die evangelische Altmünsterkirche. Das moderne und schlicht gehaltene Gebäude mit seinen zwei weißen Türmen lässt von seiner langen und bewegten Geschichte wenig erahnen. Der Legende nach wurde das ab dem frühen Mittelalter "Altmünster" genannte Kloster um 700 von "Bilehilt" (Heilige Bilhildis), der Nichte des damaligen Bischofs Rigibert, als kleines Konvent für Frauen gegründet.


Zu sehen ist eine Abbilung der Heiligen Bilhildis Es folgte zunächst den Benediktinerregeln, wurde aber im Zuge der Kirchenreform des 13. Jahrhunderts dem Zisterzienserorden zugeordnet. Seinen ursprünglichen Standort zwischen Binger- und Bahnhofstraße musste das Kloster im 17. Jahrhundert verlassen und wurde 100 Meter weiter südlich im Stile des Frühbarocks wieder neu aufgebaut. Altmünster war ursprünglich reich ausgestattet. Wichtigste Reliquie war das jeweils am Ostermontag gezeigte Schweißtuch Christi, das sich heute im Dom befindet.

Zu sehen ist eine Nachbildung der im Stile des Frühbarocks wiederaufgebauten Altmünsterkirche1802 wurde die Altmünsterkirche vom französischen Präfekten der neu gegründeten Unierten Evangelischen Gemeinde in Mainz übergeben. Die zwischenzeitlich in Altmünster einquartierten Jakobsberger Benediktiner mussten Kirche und Kloster räumen. Erstmalig seit dem 30jährigen Krieg wurde in Altmünster wieder ein evangelischer Gottesdienst in Mainz gefeiert. Nur wenige Jahre später mussten die Protestanten auf Befehl Napoleons in die kleine Welschnonnenkirche umziehen. Das der französischen Militärverwaltung unterstellte Altmünsterkloster wurde zuerst Entbindungsanstalt und ab 1808 Militärlazarett. Auch in den folgenden Jahren wurde Altmünster militärisch genutzt: ab 1895 als evangelische Garnisonspredigtstätte und schließlich als französisch-katholische Garnisonskirche.

Zu sehen ist eine Frontaufnahme der Altmünsterkirche in den 20er Jahren1929 erwarb die Mainzer Evangelische Gemeinde die Kirche vom Reichsfiskus für 88.000 Reichsmark zurück. Die Altmünsterkirche wurde nach der St. Johannis- und der Christuskirche zur dritten evangelischen Stadtkirche bestimmt.



Zu sehen ist ein Bild der von Bomben zerstörten Altmünsterkirche In der Zeit des Nationalsozialismus war die Kirche mit dem benachbarten Wartburgheim ein Zentrum der "Glaubensbewegung Deutscher Christen" und wurde ab 1936 wiederum zur Garnisonskirche. Nach der Zerstörung von Altmünster im Zweiten Weltkrieg kam das Gemeindeleben völlig zum Erliegen.



Zu sehen ist eine Aufnahme der Altmünsterkirche während des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg.Erst Ende der 50er Jahre wurde die Kirche im Stile der Zeit durch Baurat Otto Vogel neu gestaltet und wieder aufgebaut. Die Bauverzierung an der Ostfassade wurde entfernt, das aus der Spätrenaissance entstammende Portal abgerissen, die Türme umgestaltet und die Fenster verkleinert. Der Haupteingang wurde nach Westen zur Walpodenstraße verlegt.

Die Kirche wurde 1960 erneut geweiht und dient seither der Altmünstergemeinde als Gottesdienststätte. Dank der engen Zusammenarbeit mit der Musikhochschule stehen gleich zwei Orgeln in der Altmünsterkirche: Wochentags üben hier die Studierenden, an Wochenenden und Feiertagen erklingen die Orgeln in den Gottesdiensten.

Standort

Münsterstraße 25, 55116 Mainz, Telefon: 06131/ 22 89 96
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