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Presseinforamtion vom 20.08.2008
Die größte Landschnecke der Welt am Naturhistorischen Museum

Die Afrikanischen Riesenschnecken (Achatinidae) gehören zu den größten Landschnecken der Welt. Neben ihnen wirkt unsere größte einheimische Art, die Weinbergschnecke (Helix pomatia) mit ihrem in der Regel maximal 5 cm großen Gehäuse wie ein echter Winzling. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Riesenschnecken liegt in Afrika. Von Ostafrika aus wurde die Art mittlerweile in vielen tropischen Gebieten, insbesondere in Südost-Asien und auf den Pazifischen Inseln eingeschleppt. Eine einzelne befruchtete Schnecke mit einem Gelege von bis zu 500 Eiern kann ausreichend sein um eine neue Population zu begründen.


Die Echte oder Tigerachatschnecke (Achatina achatina) Westafrikas ist mit einer Gehäuselänge von etwa 20 cm und einer Körperlänge von bis zu 30 cm der größte Vertreter der Familie. Den absoluten Größenrekord hält ein im Juni 1976 in Sierra Leone gefangenes Exemplar mit 27,3 cm und einem Gewicht von etwa 900 g, was zumindest dieses Exemplar zur größten Land lebenden Schnecke machte.
Die bekanntere Große Achatschnecke (Achatina fulica) bleibt mit durchschnittlichen Gehäuselängen von 10 bis 12 cm in der Regel deutlich kleiner. Sie wurde jedoch in vielen Teilen der Welt als Nahrungsquelle eingeführt.
Die Echte Achatschnecke (Achatina achatina) ist die wohl größte Landschnecke der Welt. Neben ihr wirkt unsere Weinbergschnecke (Helix pomatia), als größte einheimische Art, wie ein Winzling.In Europa erfreuen sich die Tiere im Terrarienhandel großer Beliebtheit. In den USA hingegen ist ihre Haltung verboten – nachdem ein Junge sie im Jahr 1966 als exotisches Haustier von Hawaii nach Miami (Florida) gebracht hatte, wurden bis zu ihrer dortigen Ausrottung im Jahr 1972 18.000 Tiere getötet.
In vielen Bereichen der Tropen ist die Achatschnecke heute für die größten Schneckenplagen verantwortlich. Sie frisst Unmengen von Pflanzen, verändert dadurch ganze Lebensräume und so auch die Faunenzusammensetzung. In einigen Gebieten wurde zur Bekämpfung der Achatschnecken die Rosige Wolfsschnecke (Euglandina rosea) eingeführt, die auf den Verzehr anderer Schnecken spezialisiert ist. Leider bevorzugt die Wolfsschnecke in vielen Fällen die einheimischen Arten und verschmähte die Achatschnecken.

Im Zusammenhang mit der Sonderausstellung „Madagaskar – Brennpunkt der Artenvielfalt“ zeigt das Naturhistorische Museum Mainz nun in einer extra eingerichteten Vitrine lebende Tiere der Großen Achatschnecke. Auf Madagaskar nahm nämlich die Verschleppungsgeschichte von Achatina fulica ihren Anfang. Im Jahre 1812 führte der französische Gouverneur von Madagaskar die Schnecke aus Ostafrika ein – angeblich als Medizin für seine kranke Frau. Von diesem Zeitpunkt an war ihre Ausbreitung nicht mehr zu stoppen.
(red/rap)