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Historisches Mainz: Altes Zeughaus

Blick auf das zerstörte Alte Zeughaus 1945. Im Hintergrund oben rechts erkennt man das Kurfürstliche Schloss am RheinSüdöstlich des Kurfürstlichen Schlosses neben dem Landtag steht das vor 400 Jahren

(1604-1605) erbaute "Alte Zeughaus". Die sich zum Rhein öffnende Dreiflügelanlage befindet sich auf dem früheren Gelände der kurfürstlichen Schweinehaltung "Zum Sauter". Das Bauwerk diente als Waffenarsenal zur Lagerung von Kanonen, Gewehren und Munition. Ab 1770 wurde hier die "Münze" eingerichtet. Als Münze bezeichnete man im 18. Jahrhundert eine Werkstatt, in der Münzen geprägt wurden. Mit der Münzprägung stieg die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt Mainz enorm an, denn die Erlaubnis Münzen zu prägen war ein Privileg, das nur der Landesfürst verleihen konnte.
Das von den Angriffen schwer gezeichnete und ausgebrannte Alte ZeughausZweimal wurde der Renaissancebau durch Feuer zerstört. Nach dem ersten Brand im Jahr 1723 wurde das Bauwerk wieder prunkvoll renoviert. Im Zweiten Weltkrieg erneut stark beschädigt und innen völlig ausgebrannt, erhielt das Zeughaus ab 1951 eine neue Fassade. Zwischen 1951 und 1978 nutzte der Südwestrundfunk Mainz das Gebäude und strahlte von dort seine regionalen Fernseh- und Radiosendungen aus. Heute residiert im "Alten Zeughaus" die rheinland-pfälzische Staatskanzlei.

Das Alte Zeughaus nach dem Wiederaufbau. Ein Blick auf den Innenhof mit dem achteckigen TreppenturmDas "Alte Zeughaus" ist das älteste erhaltene Bauwerk aus kurfürstlicher Zeit in Mainz. Die an der Fassade aufwändig verwendeten Schmuckelemente und die wohldurchdachte - zwar im Vergleich zum Ursprungsbau stark veränderte - Anlage machen den Renaissancebau besonders sehenswert. Das Gebäude besteht aus verputztem Bruchsteinmauerwerk. Die hohen ziegelgedeckten Satteldächer, und die schematisch angeordneten, mit Sandsteinrahmen versehenen Steinpfostenfenster vermitteln den Eindruck einer fürstlichen Schlossanlage. An der Außenseite des Nord- und Westflügels befinden sich langrechteckige Fensterschlitze. Sie verweisen immer noch auf die Funktion als Lagerort von Waffen.

Das Alte Zeughaus erstrahlt in neuer Farbe. Von 1951 bis 1978 war hier der ehemalige Südwestfunk zu HauseEine Besonderheit des Gebäudes sind die am westlichen Hauptflügel errichteten dreigeschossigen, geschweiften Rollwerkgiebel. Die einzelnen Giebel werden durch das Gesims optisch gleichmäßig unterteilt. Sie sind die ältesten und zugleich am meisten geschmückten ihrer Art in Mainz.

Ein Blick auf den westlichen Hauptflügel mit den dreigeschossigen Rollwerkgiebeln, die ältesten ihrer Art in MainzAn der nördlichen Giebelseite des Hauptflügels befindet sich am Hauptzugang des Zeughauses die Kopie eines mächtigen Renaissance-Portals. Im Innenhof des Zeughauses steht ein achteckiger Treppenturm. Er reicht bis zum Dachgeschoss und schließt mit einer so genannten welschen Haube in Zwiebelform ab. Durch die größere Tiefe des Südflügels gegenüber dem Nordflügel, scheint er optisch leicht verschoben. Die offene vierte Seite der Dreiflügelanlage wird durch das vorgelagerte jüngere Zeughaus geschlossen.

Das prunkvolle Eingangsportal des Alten Zeughauses

Standort:

Das Alte Zeughaus befindet sich am Deutschhausplatz in unmittelbarer Nähe des rheinland-pfälzischen Landtages