Landeshauptstadt Mainz Direkt zum Inhalt
Der sechsgeschossige Eisenturm wurde um 1240 erbaut. Zusammen mit dem Alexanderturm und dem Holzturm gehört er zu den drei noch erhaltenen Türmen der einst 34 Tor- und Wachtürme zählenden Stadtmauer. Seinen Namen erhielt der Eisenturm von dem einst am Rheinufer abgehaltenen Eisenmarkt.
In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der romanische Unterbau erhöht. Nachdem der Eisenturm Ende des 16. Jahrhunderts seine Funktion als Torturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung verlor, wurde er mit Häusern eng umbaut, die jedoch bei einem Luftangriff im Februar 1945 zerstört wurden.
Ab dem 18. Jahrhundert diente der inzwischen umgebaute Turm als Militärgefängnis. Hier saßen 1848/49 die Mainzer Revolutionäre als politische Gefangene in Haft. Der Hochverratsprozess gegen sie endete im Juni 1850 mit dem Freispruch aller Angeklagten, die bei ihrer Freilassung
von einer jubelnden Menge begrüßt wurden.
Den 1900 beantragten Abbruch des Eisenturms konnte der Mainzer Altertumsverein auf Grundlage des hessischen Denkmalschutzgesetzes von 1902 verhindern. Drei Jahre später erwarb die Stadt den baulich vernachlässigten Turm und ließ ihn gründlich renovieren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der ausgebrannte Turm wieder aufgebaut. Heute wird der Eisenturm als Künstlerzentrum genutzt.
Seine unverwechselbare Gestalt erhält der Turm durch sein schiefergedecktes Walmdach und zwei kurze, seitliche Anbauten. Der romanische Torbogen auf der Rheinseite ist ein Zeugnis städtischer Unabhängigkeit aus spätstaufischer Zeit. Er wird von zwei liegenden Sandsteinlöwen flankiert, die in ihren Klauen einen Widder und ein Fabeltier halten. Sie sind Symbole staufischer Kaisermacht. Aufgrund ihrer angespannten Körper sind die Löwen zugleich Gleichnisse abwehrbereiter Wachsamkeit.