Landeshauptstadt Mainz Direkt zum Inhalt
Der Grundstein war im Frühjahr 1809 gelegt, doch brachten die geschichtlichen Ereignisse der folgenden Jahre das Projekt zum Stillstand.
20 Jahre später wurde der Auftrag zur Planung und Durchführung eines Theaters nochmals erteilt - diesmal vom Mainzer Stadtrat an den großherzoglich hessischen Oberbaurat Georg Moller, einem der bedeutendsten Baumeister seiner Zeit.
1829 wurde mit dem Bau begonnen, die feierliche Eröffnung der "Großherzoglichen Nationalbühne Mainz", wie das Theater benannt wurde, fand am 21. September 1833 statt. Damit war Mainz nach Berlin, Hamburg und München die vierte deutsche Stadt mit einem großen, repräsentativen Theaterhaus.
Mit dem Bau des Mainzer Theaters gelang Moller eine revolutionäre architektonische Neuschöpfung, die viel Beifall und Beachtung fand. Die optisch eindeutige Zweckbestimmung des Baus, die Trennung von Bühnenhaus und Zuschauerhaus oder die Sichtbarmachung des nach außen im Halbrund geformten Auditoriums etwa bedeuteten einen klaren Bruch mit der Tradition und die völlige Abwendung vom klassizistischen Theaterbau.
Damit leitete Moller eine neue Epoche der Theaterarchitektur über die Grenzen Deutschlands hinaus ein. Zum Dank für seine verdienstvolle Leistung verlieh ihm die Stadt Mainz 1833 die Ehrenbürgerwürde.
In den folgenden Jahrzehnten erfuhr das Theatergebäude immer wieder Eingriffe und Veränderungen in seiner ursprünglichen Gestalt. Im Jahre 1863 wurden zwei Logen für den großherzoglichen Hof eingebaut, 1876 folgten weitere Logen im ersten Rang. 1881 hielt die Elektrizität ihren Einzug. Damit war die Zeit der Gasbeleuchtung vorbei.
Sicherheitsmängel und der Wunsch nach Erweiterung des Gebäudes führten ab 1909 zu einschneidenden baulichen Maßnahmen, durch welche die Besonderheit der Mollerkonstruktion leider verloren ging..
Im Zuge dieser Eingriffe wurden nach 1910 die seitlichen Reliefbilder "Komödie" und "Tragödie" des Mainzer Bildhauers Ludwig Lipp angebracht. Am 12./13. August 1942 wurde das Haus von Brandbomben getroffen und schwer beschädigt..
Trotz beschränkter finanzieller Mittel konnte das Theater nach 1949 wieder funktionstüchtig gemacht werden und am 24. November 1951 mit dem Ballett der GRAND OPERA PARIS seine (Wieder-) Eröffnung feiern. Das in jenen Nachkriegsjahren betriebene Dachrestaurant musste 76/77 jedoch einer Klimazentrale weichen. Nach einer aufwendigen und mit erheblichen Schwierigkeiten verbundenen dreijährigen Gesamtsanierung, nahm das Große Haus am 14. September 2001 seinen Spielbetrieb wieder auf.
Die Entschädigung für die lange Sanierungsphase: die Mainzer Theaterbesucher können sich über das neu errichtete Dachrestaurant mit beeindruckendem Panoramablick freuen..