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Das ehemalige Kurfürstliche Schloss ist ein eindrucksvolles frühbarockes Mainzer Baudenkmal. An der Rheinfront nimmt es über eine Länge von 75 Metern seinen Platz in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Deutschordenshaus, dem heutigen rheinland-pfälzischen Landtag, und dem Neuen Zeughaus ein. Von diesen beiden spätbarocken Gebäuden hebt sich das Schloss durch die virtuose Formensprache seiner Fassade ab. Es ist, als wolle die Stadt ihren Besuchern, die sich über die Theodor-Heuss-Brücke nähern, sogleich den Glanzpunkt ihrer Geschichte - ihre Blütezeit als kurfürstliche Residenz - vor Augen führen.
Erzbischof Diether von Isenburg ließ den Vorgängerbau, die Martinsburg, 1478 errichten. Als Zwingburg und landesfürstliche Residenz war sie mit Mauer, Wassergraben und zinnenbesetzten Ecktürmen bewehrt. Doch im 16. Jahrhundert genügte sie nicht mehr den gestiegenen Repräsentationsbedürfnissen der Mainzer Kurfürsten.
1627 begann Kurfürst Georg von Greiffenklau deshalb mit dem Bau eines Schlosses. Der neue Flügel verband die Burg mit dem am östlichen Ende der heutigen Großen Bleiche gelegenen Kanzleigebäude und der daran im rechten Winkel angebauten St. Gangolf-Stiftskirche, dem einzigen sakralen Bauwerk der Renaissance (erbaut 1555-82).
1814 wurden beide abgerissen. Der Bau des Schlosses indes wurde von langen Unterbrechungen begleitet. Erst 1752 war er vollendet. Zusammen mit dem Südflügel und der 1807 errichteten eingeschossigen Steinhalle besitzt das Schloss drei Flügel.
Nur kurze Zeit - bis 1797 - diente das Schloss seiner herrschaftlichen Bestimmung. Nach dem Untergang des Kurfürstentums 1806 wurde es dann allerdings als Kaserne, Lazarett, Zollmagazin und Zollbehörde genutzt. Ab 1842 zogen Stadtbibliothek, Gemäldegalerie, Altertumsmuseum und das Römisch-Germanische Zentralmuseum ein. Einzig letzteres ist bis heute im Ostflügel verblieben.
1942 ausgebrannt wurde das Schloss ab 1948 wieder hergestellt. Die Fassaden überzog man mit einem roten Farbanstrich, der dem Gebäude im Volksmund den Namen „rotes Schloss" eintrug. Respektvoller äußerte sich hingegen der Kunsthistoriker Georg Dehio. Er charakterisierte das Kurfürstliche Schloss als Bau „...von einer feinen und vornehmen Kultur, wie sie in der deutschen Renaissance nicht wiederzufinden ist".
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Sanierung des Kurfürstlichen Schlosses | Panorama Tour durch das heutige Kurfürstliche Schloss (Internetseite des Congress Centrums) |