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Buchpatenschaft Nr. 32

Meder, Lorenz:

Handel Buch Darin angezeigt wird/ welcher gestalt inn den fürnembsten Hendelstetten Europe/ allerley wahren anfencklich kaufft/ dieselbiig wider mit nutz verkaufft/ Wie die Wechsel gemacht/ Pfund/ Ellen/ vnnd Muentz vberal verglichen/ vnd zu welcher zeit die Merckten gewoenlich gehalten werden.
Gedruckt zu Nuernberg/ durch Johann vom Berg/ vnd Ulrich Newber. Anno M.D.LXII.
Bibliographischer Nachweis: VD16 M1857

Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz: Sign. III i:2°/181 (R)
Vorbesitzer: Jesuitenkolleg Mainz

Über das Buch


Der aus einer angesehenen Nürnberger Familie stammende Lorenz Meder (+ 1561) arbeitete seit dem Tod seines Stiefvaters als Rechenmeister und Deutschlehrer im elterlichen Haus am Mehlmarkt hinter der Frauenkirche. 1556 veröffentlichte Meder die einzige von ihm überlieferte Schrift, das „Handel Buch“, ein standardisiertes Kaufmannsbuch, das dem Kaufmann Anleitungen für bestimmte Arten von Handels- und Geldgeschäften vermitteln sollte. Das Bild zeigt ein altes, restaurierungsbedürftiges Buch. Buchpatenschaft Nr. 32Aufgezeigt wurden die entsprechenden Gebräuche an Handelsplätzen u.a. in Italien, Frankreich, England, den Niederlanden, der iberischen Halbinsel und Oberdeutschland. Handelsplätze in Ost-, Mittel- und Nordeuropa kamen dagegen kaum vor. Im Zentrum der Betrachtung stand für Meder Nürnberg als oberdeutsche Handels- und Finanzmetropole und die überragende Bedeutung des Italien- und Venedighandels für die oberdeutschen Kaufleute. Das Werk, das gemäß Untertitel „Allen Hanthierern vnd Jungen Kauffleuten/ gantz nuetzlich vnd dienstlich“ sein sollte, wurde zu ihrem Standardwerk, aus dem sie wichtige Münz-, Maß und Gewichtsrelationen zwischen den wichtigen Handels- und Finanzzentren ablesen konnten. Als zweiter Titel ist in dem Sammelband ein zweiteiliges Güterbuch enthalten, das 1559 in Frankfurt am Main gedruckt wurde.

Das Mainzer Exemplar im Folioformat wurde mit einem flexiblen Pergamentumschlag eingebunden und war damit leicht und gut zu transportieren. Auftraggeber war ein privater Vorbesitzer, dessen handschriftlicher Namenseintrag auf dem Titelblatt aber heute herausgeschnitten ist. Die Mainzer Jesuiten, in deren Bibliothek das Buch gelangte, bezogen den Rücken im Interesse einer einheitlichen Schaubibliothek mit gelblichem Papier.

Schadensbild und Behandlung

Das Bild zeigt ein altes, restaurierungsbedürftiges Buch. Buchpatenschaft Nr. 32
Schadensbild:
Starke Verschmutzung, Risse, Eselsohren, Wasser- und Schimmelschaden im vorderen und hinteren Bereich; Vorsatz vorne mit abgebauter Papierstruktur und erheblichen Fehlstellen; Pergament geschrumpft, verhornt und wellig, Vorderkanten beschnitten; Bindebänder verloren
Behandlung:
Trockenreinigung, Auslösen der Vorsätze und der ersten und letzten Lage, Wässerung und Nachleimung; Fehlstellenergänzung, Anfasern des Titelblatts; Glätten von Eselsohren, Schließen von Rissen; Vorheften der ausgelösten Lagen; Glätten des Pergamentumschlags, Anbringen von Bindebändern, Bindemappe aus säurefreiem Karton

Restaurierungskosten: 903,21 Euro

Bislang eingegangene Spenden für diese Buchpatenschaft: 903,21 Euro

Dieses Buch hat bereits einen Paten gefunden!

Die Patenschaft für dieses Buch übernahm der Rotary Club Mainz - Aurea Moguntia.