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Erneuerbare Energien in Mainz

Mainz will Solarstadt werden
Solarstrom
Solarwärme
Biomasse
Wind
Geothermie
Förderprogramm

Mainz will Solarstadt werden

Diagramm zur statistischen Auswertung von produzierten Strom aus erneuerbaren Energien in Mainz.Bis zum Jahr 2020 sollen 30% des Strombedarfs aus regenerativen Quellen erzeugt werden.

Die Landeshauptstadt Mainz und die Stadtwerke Mainz AG haben eine Klimaschutz-Vereinbarung getroffen, in der sich die Stadtwerke zum Ausbau alternativer Energien verpflichten. Der Mainzer Stadtrat hat als Ziel, dass 30% des gegenwärtigen Strombedarfs von Mainz aus regenerativen Quellen in der Region erzeugt wird und diese auch in den Folgejahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Das sind gerade für eine Großstadt, die nicht über viel Fläche verfügt, ehrgeizige Ziele!
In einer Machbarkeitsstudie "30% Regenerativstrom Mainz 2020" hat die Transferstelle Bingen dargelegt, wie dieses Ziel erreichbar ist. Die Präsentation aus dem Ausschuss für Umwelt, Grün und Energie ist als Download abrufbar.

Insgesamt werden momentan mehr als 28 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien alleine im Stadtgebiet produziert. Bezogen auf den Gesamtverbrauch von Mainz sind dies etwa 1,8 Prozent. Berücksichtigt man die Stromerzeugung im Müllheizkraftwerk bei der Bilanzierung des regenerativen Stromanteils, liegt dieser derzeit bei ca. 6%. Außerdem produziert der städtische Entsorgungsbetrieb auf dem Gelände der ehemaligen Deponie in Budenheim jährlich ca. 6.000 Megawattstunden Strom aus dem anfallenden Deponiegas.

Die Stadt unterstützt ihre Bürger beim Einsatz erneuerbarer Energien, beispielsweise mit dem online abrufbaren Solarkataster: Hier erfährt man mit wenigen Klicks, welchen Ertrag eine Solarwärme- oder Solarstromanlage auf dem eigenen Dach liefern kann. Im Solaratlas ist eine große Anzahl bereits errichteter Anlagen zur Nutzung von Solarstrom, Solarwärme, Biomasse, Geothermie und Wind dokumentiert.

Solarstrom

Auf dem Foto ist das Dach des Staatstheater mit Photovoltaik-Modulen abgebildet.Aufgrund der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die installierte Leistung photovoltaischer Anlagen auch in Mainz in den letzten Jahren stark angewachsen. Bis Dezember 2010 waren 637 Photovoltaikanlagen auf Mainzer Dächern installiert, die jährlich rund 6.483 Tonnen CO2 einsparen! Diese Anlagen haben eine Leistung von insgesamt 13.268 Kilowattpeak.
Auch auf städtischen Liegenschaften sind Photovoltaik-Module installiert, darunter 26 Schulen, das Staatstheater, das Taubertsbergbad und das Bruchweg-Stadion. Auf dem Dach der Coface-Arena und dem Entsorgungszentrum Weisenau sind zwei Bürgersolaranlagen errichtet worden.

Solarwärme

Auf dem Foto ist ein Haus mit Sonnenkollektoren abgebildet.Unter Solarwärme (Solarthermie) versteht man die Nutzung von Sonnenenergie zur Erwärmung von Brauchwasser oder zur Unterstützung der Heizung. Aus eigener Erfahrung weiß jeder: Wenn Sonnenlicht auf einen Gegenstand scheint, erwärmt sich dieser. Diese Tatsache macht man sich mit Solarthermie zu Nutze. Mittels Solarkollektoren wird dabei Sonnenenergie in Wärme umgewandelt. Sie sind zentrale Bestandteile einer thermischen Solaranlage.

Das Energieangebot der Sonne liegt in Mainz bei etwa 1.000 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter. Mainz bekommt also jährlich pro Quadratmeter eine kostenlose Energiemenge zur Verfügung gestellt, die etwa 100 Litern Heizöl pro Jahr und Quadratmeter entspricht. Die Dachflächenpotenziale von Mainz könnten mit Solarthermie theoretisch bis 28% des Gesamtwärmebedarfs in Mainz theorethisch abdecken.

4.000m² Kollektorfläche auf Mainzer Dächern sparen heute jährlich rund 1.300 Tonnen CO2 ein!

Bei der Nutzung von Solarwärme gab es in den vergangenen Jahren in Mainz große Fortschritte: Noch 1995 waren in Mainz nur etwa 30 Kollektoranlagen dokumentiert – damals waren die Besitzer noch Solarpioniere und Bastler. Längst gibt es Sonnenkollektoren serienreif von Markenherstellern zu kaufen. Von der Größe herausragend ist dabei eine Solarabsorberanlage auf dem Dach des Mombacher Freibads mit 1.200 Quadratmetern, die bereits 1990 errichtet wurde.

Biomasse

Auf dem Foto ist eine Holzhackschnitzel-Anlage abgebildet.Biomasse kommt in der Natur in verschiedenen Formen vor und kann direkt genutzt werden oder durch technische Verfahren in flüssige oder gasförmige Zustände überführt und zur Wärme- oder Stromerzeugung genutzt werden.

Für die Energieerzeugung aus Biomasse hat die Stadt einen Masterplan entwickelt. Dieser zeigt, dass insgesamt 4 % des Mainzer Energiebedarfs durch Biomasse aus dem Stadtgebiet gedeckt werden könnte. Insbesondere den holzigen Obstbaumschnitt will die Stadt in die Verwertung bringen, um unkontrolliertes Abbrennen auf den Feldern zu vermeiden, denn dies trägt zur Feinstaubbelastung bei, die in Mainz dringend gemindert werden muss. Anlagen, die diesen Obstbaumschnitt verwerten können, bestehen z.T. bereits, wie die Holzhackschnitzelheizung der Gustav-Stresemann-Schule.

Eine weitere Holzhackschnitzel-Anlage wird Wärme für das städtische Grünamt, das Umweltamt sowie private Liegenschaften noch 2011 aus Biomasse liefern. Insgesamt sollen mit dieser Analge 80% weniger CO2 pro Jahr anfallen im Vergleich zu einer Nahwärmeversorgung mit Erdgas.

Für die Bioabfälle plant Mainz eine Abkehr von der Kompostierung und die Errichtung einer Biogas-Anlage. Rund 11.000 Tonnen Bioabfall werden in Mainz jährlich gesammelt. Der hieraus resultierende Biogasertrag entspricht der Wärmeenergie von rund 810.000 Litern Heizöl und würde Emissionen von ca. 2.600 Tonnen CO2 vermeiden.

Für die Stromerzeugung werden biogene Abfälle bereits in erheblichem Umfang in Mainz genutzt: Seit Jahren wird auf der Deponie vor der Stadtgrenze das dort entstehende Gas erfasst und verwertet, bei der Mainzer Kläranlage wird aus dem bei der Faulung entstehendem Methangas Wärme und Strom gewonnen und direkt vor Ort genutzt, ein Mainzer Lebensmittelbetrieb nutzt seine Produktionsabfälle und speist daraus erzeugten Strom in das Netz ein, und nicht zuletzt darf man unser Müllheizkraftwerk nicht vergessen, dessen Energieerzeugung zu 50 % als regenerativ erzeugt angerechnet werden kann.

Wind

Auf dem Foto sind Windräder abgebildet.Mainzer Windkraftanlagen produzieren jährlich ca. 11 Millionen Kilowattstunden Strom und führen damit zu einer CO2-Reduzierung von rund 6.648 Tonnen!

Windenergie zählt zu den potenziell ertragsstärksten erneuerbaren Energiequellen: Sie holt einen hohen Energieertrag aus der beanspruchten Fläche bei vergleichsweise geringen Investitionskosten pro installierter Leistung.

So liefert auch in Mainz den mengenmäßig größten Anteil an regenerativem Strom, derzeit die Windenergie für die Stadt. Im Jahr 2000 und 2001 wurden die ersten 4 Windenergieanlagen in Mainz installiert, 2006 kamen 2 weitere Anlagen hinzu. Sie erbringen im Jahr rund 1% des Mainzer Strombedarfs.

Zur Ausweisung von neuen Vorrangflächen für Windkraftanlagenstandorte ist die Änderung des regionalen Raumordnungsplans im Verfahren. Parallel dazu wird der Flächennutzungsplan geändert, um neues Baurecht für Windenergieanlagen zu schaffen.

Geothermie

Unter Geothermie versteht man die Nutzung von Wärme im Erdreich.

Im oberflächennahen Bereich wird die Temperatur des Erdreichs maßgeblich durch die Sonneneinstrahlung sowie durch Sicker- und Grundwässer beeinflusst. Das Wärmepotenzial ist insgesamt groß genug, um den Heizbedarf von Neubauten oder energetisch sanierten Altbauten mittels Erdwärmesonden und Wärmepumpe zu decken. Diese Form der geothermischen Nutzung wird als „oberflächennahe Geothermie” bezeichnet. Sie erfolgt aus den oberen Erdschichten bis in eine Tiefe von mehreren hundert Metern.

Erst in deutlich größeren Tiefen unterhalb von 400 bis 1000 m ist in besonders geeigneten Gebieten die Temperatur hoch genug, um ohne Wärmepumpe das natürlich vorhandene Wärmepotenzial direkt für Heizzwecke und/oder zur Erzeugung von Dampf zur Stromproduktion zu nutzen. Hierbei handelt es sich um „tiefe Geothermie”.

In Mainz beträgt die Zunahme der Temperatur ab 150 m Tiefe ca. 3° C pro 100 m. Bis zu dieser Tiefe von ca. 150-200 m liegt die Temperatur im Erdreich in den Gesteinsschichten des Kalktertiärs nahezu konstant bei 11° C. Eine Besonderheit in Mainz ist eine relativ hohe Temperatur im Bereich der grundwasserführenden Schichten in Gebieten der Altstadt, Neustadt, Mainz-Mombach sowie im Industriegebiet. Dort, in den grundwasserführenden Schichten, in einer Tiefe von 5 bis 15 m beträgt die Temperatur durchschnittlich ca. 14 - 15° C.

Erdwärme wird in Mainz nur als oberflächennahe Geothermie genutzt. Mehr als 75 Grundwasser- und Erdwärmepumpenanalgen sind in Mainz in Betrieb, über 15 Anlagen alleine im Neubaugebiet „Gonsbachterrassen“.
Der Neubau des Verwaltungsgebäudes vom Wirtschaftsbetrieb wird mit einer Grundwasserwärmepumpe beheizt und über Bauteilaktivierung gekühlt. Dieses Niedrigstenergiegebäude benötigt aufgrund seiner energieeffizienten Bauweise sehr wenig Wärme zur Beheizung.

Förderprogramm

Förderprogramme zur Nutzung erneuerbarer Energien gibt es auf Bundes- und Landesebene. Da sie oft angepasst werden, informieren Sie sich bitte auf den aktuellen Internetseiten der Anbieter:

Informationen zum Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien des Bundes finden Sie auf den Seiten der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Angaben zur Vergütung von Strom aus Photovoltaik-Anlagen können im Internet beim BINE-Informationsdienst nachgelesen werden.

Im Rahmen des Modernisierungsprogramms und des Förderprogramms für hocheffiziente Gebäude wird vom Land Rheinland-Pfalz der Einsatz erneuerbarer Energien zusätzlich bezuschusst. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Landestreuhandbank.

Bezogen auf Ihr Vorhaben und den Standort, finden Sie Informationen über regionale und bundesweite Förderprogramme in der Förderprogramm-Datenbank unter: www.fe-bis.de.

Sie können aber auch gerne im ui-UmweltInformationsZentrum, Dominikanerstr. 2, 55116 Mainz, Tel.: 0 61 31 / 12 21 21 oder im Umweltamt, Tel.: 0 61 31 / 12 28 50 nachfragen.

Darüber hinaus bieten manche Energieversorgungsunternehmen ihren Kunden weitere Fördermöglichkeiten für den Einsatz erneuerbaren Energien an. Erkundigen Sie sich hierzu auch bei Ihrem Energieversorger direkt.

(Stand: September 2011)