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Pressemeldung vom 4.8.2005
200 Jahre Stadtbibliothek Mainz: Festschrift und Festakt

Wer in diesen Tagen das ehrwürdige Gebäude der Stadtbibliothek in der Rheinallee 3 B betritt, um Bücher zu entleihen oder im Lesesaal zu arbeiten, ahnt wohl kaum, was sich hinter den Kulissen tut. Die Stadtbibliothek Mainz befindet sich mitten in Festvorbereitungen.


Vor 200 Jahren, am 20. August 1805, verfügte der französische Innenminister Champagny, dass die Bibliothek der 1798 von der französischen Regierung aufgehobenen Mainzer Universität in das Eigentum der Stadt Mainz übergehen sollte. Die im Mainzer Stadtarchiv überlieferte zeitgenössische Abschrift dieses Schreibens an Jeanbon St. André, den Präfekten des Departements Mont-Tonnerre, enthält den zentralen Satz „La Bibliothèque de Mayence est mise à la disposition de la commune“. Die Bibliothek von Mainz wird der Gemeinde zur Verfügung gestellt.
Stadt und Stadtbibliothek nehmen dies zum Anlass für umfangreiche Festvorbereitungen.

Am Samstag, 15. Oktober 2005, um 11.00 Uhr wird das 200-jährige Bestehen der Bibliothek in kommunaler Trägerschaft mit einem großen Festakt im Mainzer Rathaus (Jockel-Fuchs-Platz 1) gefeiert. Professor Dr. Stephan Füssel, Leiter des Instituts für Buchwissenschaft der Gutenberg-Universität Mainz, konnte für den Festvortrag gewonnen werden.

Das Trompetenensemble „Youth of Brass, Mainz“ des Peter-Cornelius-Konservatoriums wird mit festlicher Bläsermusik die musikalische Ausgestaltung übernehmen. Für einen besonderen musikalischen Höhepunkt wird die „Bibliotheca cantas“ sorgen. Dieser Chor, der eigens für den Festakt ins Leben gerufen wurde, setzt sich ausschließlich aus Mitarbeiterinnen der Bibliotheken der Stadt Mainz und der mit ihnen eng verbundenen Kulturämter sowie aus Benutzern, Freunden und Förderern der Einrichtung zusammen und steht unter der Leitung von Dr. Günter Wagner.

Den Mittelpunkt des Festaktes bildet die Vorstellung der Festschrift, die an diesem Tag ausgeliefert wird. Auf 384 Seiten mit mehr als 30 Einzelbeiträgen von Mitarbeitern der Bibliothek sowie namhaften Historikern und Buchwissenschaftlern wird das von Annelen Ottermann und Dr. Stephan Fliedner herausgegebene Werk ausgewählte Aspekte der Geschichte der Stadtbibliothek lebendig werden lassen. Als wissenschaftliche Bibliothekt mit Alt- und Sonderbeständen und einer gewachsenen Sammlung regionalen Schrifttums aus und über Mainz und die Region (Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen) öffnet die Stadtbibliothek einen großen Fächer, der sie in ihrem geschichtlichen Werden und ihrer gegenwärtigen Arbeit als modernes Dienstleistungsinstitut präsentiert.

Die im Verlag Harrassowitz in Kommission erscheinende Festschrift will sowohl die bibliothekarische Fachwelt als auch in ganz besonderem Maße die Mainzer Bürger ansprechen. Langjährige Benutzer, Studierende und Wissenschaftler, Stadthistoriker und Regionalforscher, Freunde und Förderer sollen ihr Haus, seine Geschichte und sein unverwechselbares Gesicht in dieser Schrift wieder erkennen. Allen künftigen Benutzern wird der Band eine Orientierung innerhalb der Mainzer Bibliothekslandschaft sein.

Die Mainzer Bibliotheksgesellschaft ermöglichte maßgeblich das Zustandekommen der Festschrift. Mainzer Volksbank, Sparkasse Mainz und Landesbank Rheinland-Pfalz, die drei Mainzer Rotary Clubs und die ehemalige Mainzer Philosophische Fakultätsgesellschaft brachten als Sponsoren durch ihre Unterstützung ihre Verbundenheit mit der traditionsreichen Stadtbibliothek zum Ausdruck.