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Presseinformation vom 23.9.2005
Steinbruch Weisenau: Renaturierung fast abgeschlossen ? im nächsten Schritt Planung für Laubenheim-Nord

Die Geländemodellierung ist vollzogen, Wege wurden angelegt, Bäume und Gehölze gepflanzt, Biotope realisiert, Bänke und Papierkörbe installiert und Sicherheits- sowie Informationstafeln errichtet: die Renaturierung des Steinbruchs Weisenau. Ab Freitag, 23. September 2005, wird der Steinbruch Weisenau nach mehr als 150 Jahren, in denen der Abbau von Kalkstein im Vordergrund stand, einer neuen Zweckbestimmung übergeben: der Natur und den Menschen. Am Mittwoch zuvor konnten Oberbürgermeister Jens Beutel und Umweltdezernent Wolfgang Reichel sich zusammen mit den Mitgliedern des Grünausschusses und den Ortsbeiräten Weisenau, Laubenheim und Hechtsheims einen Eindruck vor Ort verschaffen.


„Die Übergabe des Steinbruchs Weisenau bedeutet für die Menschen in unserer Stadt einen Gewinn an Lebensqualität“, stellte Oberbürgermeister Jens Beutel fest. Allen, die an der Planung und der Umsetzung der Renaturierung beteiligt waren, sei zu danken, so der Oberbürgermeister und Umweltdezernent Wolfgang Reichel. Dieser äußerte die Hoffnung, dass „durch gegenseitige Rücksichtnahme ein gemeinsames Nebeneinander und Miteinander von ansonsten häufig konkurrierenden Nutzungen ermöglicht werde: „Der Steinbruch Weisenau kann somit auch ein Vorbild für vergleichbare Projekte in Mainz und darüber hinaus sein.“ Die nächste Aufgabe der mit der Renaturierung betrauten Arbeitsgruppe liege nun in der Erstellung einer landespflegerischen Detailplanung für den Steinbruch Laubenheim Nord, erläuterte Reichel.


Geschichte der Steinbrüche Weisenau und Laubenheim

Der planmäßige Abbau von Kalkstein in Weisenau begann bereits im Jahre 1839 durch Christian Lothary. 1864 erfolgte die Gründung der Portland Zementfabrik. Bereits 1914 wurde eine Jahresproduktion von rd. 150.000 t Zement erreicht. Wirtschaftliche Tiefen und Höhen prägten die nächsten Jahrzehnte.

Mitte der 1960er Jahre erfolgte die Errichtung von neuen Öfen zur Klinkerproduktion. Gleichzeitig wurde mit der Erweiterung der Abbaufläche im Bereich des Steinbruches Laubenheim Nord Planungssicherheit für das Unternehmen und die Mitarbeiter gewährleistet.

In den 1990er Jahren begannen die Planungen für das Abbauvorhaben Laubenheim Süd. Im Zuge des Raumordnungsverfahrens wurden die Rekultivierungsziele geändert. Nunmehr sollte nach der Beendigung des Abbaus nicht mehr landwirtschaftliche Nutzfläche hergestellt werden. Die neuen Ziele hießen Naherholung und Naturschutz.

Mit der Genehmigung des Abbauvorhabens Laubenheim Süd im Jahre 2003 wurde ein gemeinsamer Renaturierungsrahmenplan für die drei Steinbrüche Weisenau, Laubenheim Nord und Laubenheim Süd genehmigt.

Die Umsetzung der Renaturierungsrahmenplanung erfolgte ab dem Frühjahr 2004 durch eine Arbeitsgruppe. Vertreter der HeidelbergCement AG und des Umweltdezernates haben in einem ersten Schritt landespflegerische Detailpläne für den Steinbruch Weisenau erstellt, mit den politischen Gremien abgestimmt und durch eine Vereinbarung mit der HeidelbergCement AG als verbindliche Ausführungsplanung festgeschrieben.

Die nächste Aufgabe der Arbeitsgruppe liegt in der Erstellung einer landespflegerischen Detailplanung für den Steinbruch Laubenheim Nord. Da die HeidelbergCement AG zwischenzeitlich von der Realisierung des Steinbruchs Laubenheim Süd Abstand genommen hat, wird diese Aufgabe u.a. aufgrund der fehlenden Massen zur Verfüllung des Steinbruches ungleich schwieriger.