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Pressemitteilung vom 9.10.2008
"Das verdächtige Saxophon" im Rathaus Mainz

Ausstellung über 'Entartete Musik' im NS-Staat als kommentierte Rekonstruktion zur Düsseldorfer Ausstellung von 1938

Das Kulturdezernat der Landeshauptstadt Mainz zeigt von Samstag, 18. Oktober bis Donnerstag, 20. November 2008, in der Galerie im Rathaus-Foyer (Jockel-Fuchs-Platz 1) die Ausstellung „Das verdächtige Saxophon. ‚Entartete’ Musik im NS-Staat, die der Berliner Musikwissenschaftler Albrecht Dümling konzipiert hat. Zahlreiche namhafte Mainzer Kulturinstitutionen und der Südwestrundfunk haben zu diesem Projekt ein Begleitprogramm mit sechs Konzerten und Vorträgen, mit einer musikwissenschaftlichen Tagung und mit einer zusätzlichen Kabinettausstellung in der Stadtbibliothek beigetragen. Der Eintritt zu der gesamten Ausstellung ist frei.


Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 17. Oktober 2008, 18.30 Uhr, im Ratssaal des Mainzer Rathauses. Zur Einführung sprechen Kulturdezernent Peter Krawietz und Ausstellungs-Macher Dr. Albrecht Dümling. Direkt im Anschluss gestalten das Pellegrini-Quartett und die Pianistin Irmela Roelcke mit Artur Schnabels Klavierquintett von 1915/1916 das Eröffnungskonzert.

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, diese prominente und in der ganzen Bundesrepublik sehr gefragte Ausstellung nach Mainz zu bekommen und für das Begleitprogramm viele Mainzer Institutionen zu gewinnen“, sagt Kulturdezernent Peter Krawietz. „Sie ist wichtiger Teil eines Erinnerns an eine heute nicht nachvollziehbare Epoche, die in Deutschland hunderte von Künstlern, also auch Komponisten, zum Schweigen verurteilt, ins Exil, die Verbannung oder in den Tod geführt hat. Deshalb halte ich es für verantwortungsvoll, jede Art von Bewusstseinsbildung zu fördern, die uns Geschichte vor Augen hält.“

Krawietz erinnert daran, dass es keineswegs nur ‚nichtarische’ Komponisten waren, die das Verdikt traf. „Es ging gegen die größten deutschen Musiker aus dem 19. Jahrhundert, ich denke an Felix Mendelssohn Bartholdy, aber auch gegen die Zeitgenossen, wie etwa Kurt Weill, eben Hanns Eisler und den Neutöner Paul Hindemith, der Musik einfach nur artfremd – im Sinne von Henze – komponiert hat. All dies wird die Ausstellung aufgreifen.“ Besonders macht Kulturdezernent Krawietz auf diverse Mainz-Bezüge im Thema der Ausstellung aufmerksam: Etwa auf Hans Gàl, den PCK-Konservatoriumsdirektor und Komponisten, der 1933 von einem Tag auf den anderen seines Postens enthoben wurde; auf die Mainzerin Liz Simonette, die den Nachlass von Kurt Weill in New York verwaltet hat, und auf Artur Schnabel, den großen Pianisten und Komponisten, dessen Frau Mainzerin war.


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 Ausstellung und Begleitprogramm "Das verdächtige Saxophon" (55 kb)