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Gegenüber modernen Überwachungstechniken herrschen heute sowohl Faszination als auch Skepsis. Angesichts des Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung, Lauschangriff, Online-Durchsuchung, Videoüberwachung und Datendiebstahl ist George Orwells Roman „1984“ heute nach wie vor aktuell - Grund genug, 25 Jahre nach dem von Orwell gewählten Zeitraum seiner Zukunftsvision eine kritische Bestandsaufnahme vorzunehmen.
Im gesellschaftlichen Bereich sind erst seit dem Zeitalter des Internet Grenzverschiebungen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit zu beobachten. In seinem Vortrag befasst sich Edgar Wagner mit dem Prozess der „Enttabuisierung der Privatsphäre“ und deren Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft. Er geht dabei zurück bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, wo Briefromane eine allseits akzeptierte Form der Veröffentlichung von Privatem darstellten.
Über viele Jahrzehnte hinweg wurden seitdem die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit nach und nach durchlässiger - dabei spielten immer die Medien eine zentrale Rolle. Inwieweit waren und sind Menschen freiwillig bereit, hier Informationen über sich preiszugeben? Hand in Hand mit der öffentlichen Zurschaustellung geht auch das Interesse des Publikums an den Privatangelegenheiten der Anderen. Im Zusammenhang mit dem Thema Datenschutz muss also nicht nur das Verhältnis des Staates zur Privatsphäre seiner Bürger bedacht werden, sondern auch das Verhältnis der Bürger zu den Daten über sich selbst.
Der Jurist Edgar Wagner ist seit 15. April 2007 Landesbeauftragter für den Datenschutz in Rheinland-Pfalz.
(red/rap)
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