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Pressemitteilung vom 25.8.2010
Dalberger Hof - ein historisches Schmuckstück in der Innenstadt

Eine neue von Bauunternehmer Dirk Gemünden gestiftete Tafel der Reihe 'Historisches Mainz' erzählt die wechselvolle Geschichte des repräsentativen Adelspalasts

Erneut macht eine Hinweistafel im Rahmen der Konzeption ‚Historisches Mainz’ Mainzer Geschichte sichtbar. Die von dem Bauunternehmer Dirk Gemünden gestiftete Tafel erzählt die Geschichte des Dalberger Hofs in der Klarastraße 4. Heute wurde die neue Tafel am Dalberger Hof der Öffentlichkeit vorgestellt und der Stifter der Tafel, der Bauunternehmer Dirk Gemünden erhielt eine Urkunde von Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse: "Der Dalberger Hof ist einer der bedeutendsten Mainzer Profanbauten der Barockepoche und hat im Laufe der Jahrhunderte eine wechselvolle Geschichte und zahlreiche unterschiedliche Nutzungen erfahren. Zahlreiche Umbauten und Aufstockungen sowie unterschiedliche Nutzungen haben zum heutigen Erscheinungsbild des Ensembles mit seinen sechs Bauteilen geführt", erläuterte die Dezernentin:

"Die neue, dankenswerterweise von dem Bauunternehmer DirkGemünden gestiftete Tafel dokumentiert die wechselvolle Geschichte dieses historischen Schmuckstücks der Mainzer Altstadt." Umso wichtiger sei es vor diesem Hintergrund gewesen, dass die geplante Entwicklung und denkmalgerechte Sanierung des Dalberger Hofs eine Aufwertung des Stadtzentrums mit sich bringe. Mit dem Investorenwettbewerb habe man ein Investoren und Architekt Team gewonnen, das ein städtebaulich, architektonisch und wirtschaftlich überzeugendes Konzept umgesetzt habe. "Insofern markiert das Anbringen einer Tafel der Reihe 'Historisches Mainz' auch einen neuen Abschnitt in der Geschichte dieses Prachtbaus", so Kulturdezernentin Marianne Grosse.

Der Dalberger Hof

Bauherren dieses Familienhofs waren die Söhne des Philipp Franz Eberhard Freiherr von Dalberg (1635 -1696), damals Präsident des Reichskammergerichts und Dompropst in Worms, und seiner Frau Anna Katharina Franziska. Mit der Planung und Rohbauausführung beauftragten die Dalberg-Brüder den Steinmetzmeister Caspar Herwartel (1675 -1720). Der Rohbau war 1718 abgeschlossen. Der Innenhof war aufwendig als Barockgarten gestaltet. Im Hauptbau bildete der Festsaal den repräsentativenMittelpunkt. Mit der Beschießung von Mainz im Juni des Jahres 1793 ging der Stadtpalast in Flammen auf.

1809 erwarb die Stadt Mainz die weitgehend zerstörte Anlage. 18 Jahre später veräußerte sie den früheren Adelspalast im Tausch gegen das Kurfürstliche Schloss an das Großherzogtum Hessen. Es folgte der Umbau zum Justizpalast mit einem „Arresthaus“ an der Ottiliengasse. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs diente der Dalberger Hof als Polizeiamt, später als Polizeidirektion. In den Gewölbekellern wurden während der nationalsozialistischen Zeit politische Gegner gefangen gehalten.

Nach einem Luftangriff am 27. Februar 1945 brannte der Dalberger Hof zum zweiten Mal vollständig aus. Der sukzessive Wiederaufbau begann 1950 und war 1959 abgeschlossen. 1982 kam die Anlage erneut in kommunale Hand. 1999 wurde der Mittelrisalit umfassend restauriert. Schließlich erfolgte 2007 der Verkauf an eine private Investorengruppe. 2010 wurde der Umbau zu einer Eigentumswohnanlage abgeschlossen.

Die Reihe 'Historisches Mainz'

Das Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Mainz hat die von dem Grafiker Horst Möbes gestaltete Reihe "Historisches Mainz" vor mehr als 15 Jahren ins Leben gerufen, um historische Baudenkmäler, Orte und Plätze mit qualitativ hochwertigen Hinweistafeln in einheitlicher Art und Weise zu beschildern. Die Tafeln - Gedächtnis der Stadt Mainz - befinden sich an vielen Orten in der Innenstadt, inzwischen auch an vielen interessanten Gebäuden in den Mainzer Stadtteilen.
Sie erzählen die Bau- und die Kulturgeschichte Mainzer Denkmäler. "Historisches Mainz" macht Mainzer Geschichte sichtbar und rückt sie ins öffentliche Bewusstsein – mit Unterstützung von Mainzer Unternehmen, Institutionen und in zunehmenden Maße auch Privatpersonen, die auf diese Weise ihre Verbundenheit mit der Stadt zweigen.

Die Hinweistafeln enthalten Informationen wie Name, Daten, Baustil, Informationen über bedeutende Entwicklungen oder auch Ereignisse aus der Stadtgeschichte, an die dieses Denkmal erinnert oder die in diesem Gebäude stattgefunden haben. Wo es notwendig und sinnvoll erscheint, werden Rekonstruktionszeichnungen, Grundrisse oder auch Querschnitte der Gebäude dargestellt.
Im Rahmen der Reihe wurden die 2000 Jahre Stadtgeschichte in sechs große, farblich definierte Kapitel unterteilt: die römische Zeit (rot), das Mittelalter (gelb), die Neuzeit (dunkelblau), das 19.Jahrhundert (grün), das 20. und 21. Jahrhundert (hell-blau) sowie das Kapitel „Gedenken-Mahnen-Handeln“ (anthrazit). Die Kosten für eine Denkmalpatenschaft reichen von der kleinen Hinweistafel für 250 Euro bis hin zur größten Stele für 2.000 Euro einschließlich Bodenarbeiten und Verankerung.

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