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Pressemitteilung vom 16.3.2012
"Elternnetzwerk Neustadt" - wichtiges Glied der Präventionskette

Auftakt-Veranstaltung mit praktischen Verknüpfungsübungen / Eltern und Kinder in den verschiedenen Lebensphasen unterstützen / Modellvorhaben wird wissenschaftlich begleitet

Die Sozialplanung der Landeshauptstadt Mainz hat Anfang 2011 den "Sozialbericht zur Lage armer und von Armut bedrohter Kinder in Mainz" vorgestellt. Neben dieser fortlaufenden Sozialberichterstattung befasst sich die Stadtverwaltung Mainz seit 2010 mit dem Aufbau „kindbezogener Präventionsketten zur Vermeidung von Armutsfolgen“. Dieser Ansatz bündelt alle Aktivitäten innerhalb eines Quartiers, die sich entlang der Lebensalter von Kindern mit deren Förderung befassen. Diesen Ansatz verfolgt die Stadt Mainz auch in der Neustadt.

„Unser Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und Eltern von Geburt an bis zum erfolgreichen Berufseinstieg in den verschiedenen Lebensphasen zu stärken und bei Bedarf zu unterstützen“, sagt Sozialdezernent Kurt Merkator. Grundschulen wie die Goetheschule und Kindertagesstätten rund um den Goetheplatz in der Mainzer Neustadt versuchen mit vielfältigen Projekten, Eltern und Kinder so früh wie möglich zu unterstützen. Eine besonders intensive Nähe zu Eltern bauen bereits Kindertagestätten aufgrund des täglichen Kontakts mit den Eltern auf. Dadurch entstehen oftmals wichtige Vertrauensbeziehungen, die weit über die bloße Beratung in Erziehungsfragen hinausgehen.

Ein wichtiger Teil der Präventionskette ist der Aufbau des ‚Elternnetzwerks Neustadt’. Der Aufbau wird als „Modellvorhaben Soziale Stadt in Rheinland-Pfalz“ gefördert und wissenschaftlich von Gerda Holz (ISS Frankfurt) begleitet. Koordiniert wird das Modellprojekt von den beiden Diplom-Pädagoginnen Aysegül Güler und Kerstin Öhl (Deutscher Kindersschutzbund).

Kürzlich wurde dieses Modellvorhaben im Rahmen einer Auftaktveranstaltung den 60 Vertreterinnen und Vertretern von Neustädter Institutionen, die mit Kindern zwischen 3 und 10 Jahren und ihren Eltern zu tun haben, vorgestellt. Dabei präsentierte Gerda Holz ihre Konzeptidee für eine strukturierte Zusammenarbeit aller beteiligten Träger.

Leitidee des geplanten Elternnetzwerkes ist es, die Vernetzung der Institutionen und Fachkräfte von Kitas, Schulen und Freien Trägern im Stadtteil Neustadt auszubauen und die jeweiligen Angebote aufeinander abzustimmen. So soll mittels der strukturierten Arbeit mit den Eltern der Aufbau einer kindbezogenen Präventionskette mit realisiert werden, um den Folgen von Armut oder sozialer Benachteiligung entgegen zu wirken. Oberstes Anliegen ist dabei, kein Kind zu verlieren und möglichst allen Kindern eine erfolgreiche Bildungskarriere zu ermöglichen.

Dies gelingt dann, wenn Eltern in ihrer Erziehungskompetenz unterstützt und gestärkt werden - denn Erziehungsfähigkeit und Erziehungssicherheit von Eltern stellen wichtige Voraussetzungen für gutes Aufwachsen von Kindern dar. Im Elternnetzwerk sollen sowohl Eltern als auch Kinder zu jeder Zeit kompetente Ansprechpartner finden und sich in wertschätzenden stärkenden Strukturen bewegen können. Daher gilt es auch neue Wege präventiver Arbeit zu beschreiten, damit Kinder und Eltern von Anfang Verhältnisse vorfinden, die Eltern in ihrer Erziehungsaufgaben ernst nehmen, ihnen helfen und somit Kindern ein gesundes Aufwachsen ermöglichen.

Auch praktische ‚Knüpfarbeiten am Netz’ galt es zu bewältigen: D.h. im zweiten Teil der Veranstaltung wurde vernetztes Arbeiten praktisch geübt. Die beiden Koordinatorinnen forderten alle Teilnehmer dazu auf sich in Gruppen zusammenzufinden, um gemeinsam zu erarbeiten, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um in sogenannten „Produktionsnetzwerken“ erfolgreich miteinander arbeiten zu können. Am Ende der Veranstaltung zeigten sich die OrganisatorInnen und BesucherInnen sehr zufrieden. „Ich freue mich auf alles Neue, das, angestoßen vom Elternnetzwerk in unserer Neustadt, entstehen wird“, so der Ortsvorsteher Nico Klomann.

Projektträger ist der Deutsche Kinderschutzbund mit Kinderhaus Blauer Elefant und ElKiKo. Die beiden Mitarbeiterinnen Aysegül Güler und Kerstin Öhl (Deutscher Kinderschutzbund) koordinieren das Modellprojekt. Sie unterstützen vor Ort die Fachkräfte dabei, konkrete Projekte und Angebote zur Arbeit mit Eltern in den Institutionen probeweise durchzuführen, um sie bei Bedarf auch auf andere Einrichtungen zu übertragen. In ihrer Arbeit stehen die Koordinatorinnen des Elternnetzwerkes in engem Austausch mit dem Quartiermanagement ‚Soziale Stadt in der Neustadt’ und der Sozial- und Jugendhilfeplanung der Stadt Mainz. Finanziert wird das Elternnetzwerk als Modellvorhaben aus Mitteln des Bund- Länderprogramms Soziale Stadt. Projektlaufzeit ist bis Mitte 2014.

Kontakt:
Aysegül Güler und Kerstin Öhl
Korrigierte E-Mail: elternnetzwerk@kinderschutzbund-mainz.de
Mobiltelefon: 0176 / 995 40 465