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Wer wissen möchte, wie Menschen in der Antike gelebt haben, der muss eigentlich nur ihre Gräber studieren. Anhand der Grabbeigaben, wie sie beispielsweise auf dem Gräberfeld aus dem 1.Jh. im Mainzer Stadtteil Weisenau gefunden wurden, lassen sich dazu viele Rückschlüsse ziehen. Dass das multinationale Legionslager Mogontiacum von Händlern aus Südeuropa beliefert wurde, lässt sich zum Beispiel an Grabbeigaben wie Oliven- und Dattelkernen ablesen. Und auch Anzeichen einer neben dem Militärlager zivilen Siedlung finden sich.
Bestes Beispiel hierfür ist der Grabstein des Reeders Blussus. Der anderthalb Meter hohe Stein zeigt den Reeder und seine Gemahlin sowie entweder den Haussklaven Satto oder den Sohn Primus. Die Gräberstraße führte entlang des Weges, der die beiden Miliärlager auf dem Kästrich und in Weisenau miteinander verband. Die Bestattung der Toten an verkehrsreichen Straßen erklärt sich übrigens aus dem Wunsch der Römer, nicht in Vergessenheit zu geraten. Die besten Plätze waren deshalb direkt am Straßenrand. Vorbeikommende sollten die Gräber sehen und der Toten gedenken. Die Gräberstraße erreichte eine Länge von mehr als 2,5 Kilometern.
Standort:
Das Gräberfeld liegt an der Göttelmannstraße in Mainz-Weisenau.