Landeshauptstadt Mainz

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Hier schreibt Michael Ebling

Oberbürgermeister Michael Ebling.Liebe Mainzerinnen und Mainzer,

für mich war die Amtseinführung in der vergangenen Woche ein feierlicher und auch ein sehr bewegender Moment. Als „Mombacher Bub“ freue ich mich auf die neue Aufgabe, die mir von Ihnen am Wahlsonntag zugesprochen wurde. Auch ich werde mit meiner Arbeit auf Fundamenten aufbauen, die andere gelegt haben. Und ich danke deshalb meinem Amtsvorgänger Jens Beutel für viele Jahre engagierter Arbeit im Interesse dieser Stadt. Mit dieser Kolumne greife ich ganz bewusst eine gute Tradition seiner Amtszeit auf.

„Haben Sie Vorbilder?“, wurde ich die vergangenen Monate mehr als nur einmal gefragt. Wie Ursel Distelhut, deren Andenken mir besonders wichtig ist, bin auch ich mit ganzem Herzen Kommunalpolitiker und weiß aus jahrelanger Erfahrung, wie wichtig es ist, bei Rat und Tat immer nah bei den Menschen zu sein. Und ich erinnere auch gerne an Jockel Fuchs. Sein Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern, sein guter Draht zu den Mainzerinnen und Mainzern, das war Ausdruck einer tiefen Achtung vor den Menschen und es hat geholfen, Brücken zwischen Tradition und Moderne zu bauen. Und daran will auch ich mich gerne orientieren.

Für mich steht aber neben dem Bewahren all der Dinge, die unser traditionsreiches, „goldenes“ Mainz ausmachen, auch das Erneuern. Dabei zählt allein das Wohl unserer Stadt. Mainz, diese stolze Stadt mit ihrer zweitausend jährigen Geschichte, muss wieder Selbstbewusstsein ausstrahlen und verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Ich möchte der Stadt Linie, eine neue Richtung und ein Ziel geben und damit auch ein neues „Wir-Gefühl“ schaffen. Der größte Reichtum unserer Stadt sind die Menschen, die hier wohnen, ihre Talente, ihre Erfahrungen und ihr Wissen und Wirken.

Uns allen ist bewusst, dass der finanzielle Spielraum, der zur Verfügung steht, sehr begrenzt ist. Ein „Weiter so“ in der Politik darf es daher nicht geben, nicht bei der Steuerung der städtischen Beteiligungen, nicht bei den Ausgaben im städtischen Haushalt, aber auch nicht in der politischen Kultur dieser Stadt und nicht im Umgang mit der Region. Ich möchte Sie, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, noch stärker als bisher an politischen Entscheidungen beteiligen und bürgerschaftliches Engagement unterstützen. Die Debatte zur Stärkung des Gutenbergmuseums ist ein aktuelles Beispiel, ebenso wie die Ludwigsstraßenforen oder der gemeinsame Kampf mit Bürgerinitiativen, Kirchen und Parteien gegen den wachsenden Fluglärm über unserer Stadt.

Noch ein Wort zum Integrationsgedanken: Ich möchte all den Menschen, die sich unsere Stadt Mainz als Lebensmittelpunkt wählen sagen, dass sie uns mit ihren Talenten und Fähigkeiten willkommen sind. Wir würden fahrlässig handeln, wenn wir die kulturelle und internationale Vielfalt im 21. Jahrhundert nicht als große Chance für die Entwicklung unserer Stadt begreifen würden.

Gelingt es, auch die Zusammenarbeit von Stadtrat und Verwaltung auf eine erneuerte, vertrauensvolle Basis zu stellen, dann dürfen wir alle gemeinsam in Anspruch nehmen, uns erfolgreich für ein Mainz einzusetzen, das nach innen und außen Selbstbewusstsein ausstrahlt. Ein Mainz, dem wieder mit mehr Respekt und Anerkennung begegnet wird - und das mit seinem vielfältigen Kulturangebot und seinem historischen Erbe glänzt.

Ihr
Michael Ebling