Landeshauptstadt Mainz Direkt zum Inhalt
Seit 1994 ist der Forschungsbereich Antike Schiffahrt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz als eigenes Museum in der ehemaligen Markthalle am Rande der Altstadt beheimatet. Es präsentiert in einer deutschlandweit einmaligen Darstellung den Fund von fünf originalen Schiffswracks aus der Spätantike, die 1981/82 bei Ausschachtungsarbeiten für den Erweiterungsbau des Mainz Hilton Hotels gefunden wurden. Die Wracks lagen ca 7,5 Meter unter heutigem Straßenniveau, unmittelbar vor der Stadtmauer des römischen Mainz, offenbar in einem stillgelegten Teil des Hafens. Es handelte sich aufgrund ihrer charakteristischen Form um Militärschiffe, die nach der katastrophalen Niederlage der römischen Rheinarmee gegen einfallende Germanen 407 n. Chr. aufgegeben wurden.
Bereits 260 n. Chr. waren die römischen Truppen aus dem rechtsrheinischen Teil Obergermaniens abgezogen worden, der Rhein bildete die -sehr gefährdete- Grenze. Die Militärschiffe dienten als Patrouillenboote, aber auch als schnelle Mannschaftstransporter. Aufgabe des Museums für Antike Schiffahrt ist die wissenschaftliche Bearbeitung aller Quellen zur römischen Schiffahrt. Dazu gehört auch die Rekonstruktion antiker Schiffstypen auf der Grundlage antiker Darstellungen und römischer Schiffsfunde aus ganz Europa.
Die auf dieser Arbeit basierenden Schiffsmodelle im Maßstab 1:10 werden vor den Augen der Museumsbesucher hergestellt. Das Projekt wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit Rheinland-Pfalz und das Arbeitsamt Mainz finanziell unterstützt. Anschaulich demonstrieren die beiden originalgetreuen Nachbauten Größe und Gestalt der spätantiken Rheinschiffe und ihre Verwendung. Großformatige Leuchtbilder zeigen Bau und Nutzung der Schiffe in ihren historischen Zusammenhängen. Das Museum für Antike Schiffahrt ist Koordinator für den Aufbau von Internet-Bilddatenbanken zur europäischen Schiffsarchäologie, in der die Mainzer Schiffsfunde und das Museum für Antike Schiffahrt detailliert vorgestellt werden.
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