Handlungsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Mainz
Die AGENDA 21 ist ein weltweites Handlungsprogramm für eine nachhaltige, zukunftsbeständige Entwicklung in Gemeinwesen, Wirtschaft und Umwelt, das von 179 Staaten auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro unterzeichnet wurde. In einer weltweiten Partnerschaft wird angestrebt, Wirtschaft und soziale Belange mit dem dauerhaften Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen.
Nachhaltig ist eine Entwicklung, wenn die weltweiten Auswirkungen unseres Handelns und die Ansprüche der nachkommenden Generationen berücksichtigt werden und alle Menschen gleichberechtigt beteiligt werden und teilhaben können.
Hierzu gehört, dass die Belastung für Mensch und Natur möglichst gering gehalten wird, Rohstoffe und Energie geschont und wirkungsvoll eingesetzt werden, auch durch örtliche und regionale Wirtschaftskreisläufe, der Naturverbrauch in den Kosten der Wirtschaft und den Warenpreisen widergespiegelt wird, Wohlstand und Wohlbefinden in der Gesellschaft auf Dauer gesichert werden, umfassende Daseinsvorsorge und Existenzsicherung betrieben wird, durch die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten erhalten bleiben, alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, Chancengleichheit und Geschlechtergleichberechtigung hergestellt, ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert wird, gesellschaftliche Solidarität auch mit Schwächeren zustande kommt und aufrechterhalten wird.
Die hierzu erforderlichen Veränderungen sollen gemeinsam erarbeitet und getragen werden.
Global denken- lokal handeln: Die AGENDA 21 weist weltweit den Städten und Gemeinden eine Schlüsselposition im Streben nach einer zukunftsbeständigen Entwicklung zu: Sie sollen ihr eigenes lokales Handlungsprogramm für eine nachhaltige Stadtentwicklung aufstellen.
Lokale AGENDA 21 in Mainz
Mit dem Stadtratsbeschluss Nr. 234/1997 vom 17.12.1997 "Zukunftsinitiative Mainz-Lokale AGENDA 21" hat sich die Stadt Mainz den Zielen der AGENDA 21 angeschlossen und dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet.
Die Stadtverwaltung wurde beauftragt "unter breiter Beteiligung der Bevölkerung eine lokale AGENDA 21 zu erarbeiten und in Form einer Übersicht die auf diesem Gebiet bereits bestehenden Aktivitäten der Stadt Mainz darzustellen. Ziel ist die Bündelung und Ergänzung bestehender lokaler Aktivitäten in einem Handlungsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Mainz".
Handlungsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Mainz
Bürgerbeteiligung
Um die Vorgaben der AGENDA 21 in Mainz umzusetzen, ist bei der Erarbeitung der Lokalen AGENDA 21 die Mitwirkung und Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger sowie möglichst vieler gesellschaftlicher Gruppen unumgänglich. Je intensiver diese eingebunden werden, desto mehr Sachverstand, Kreativität und Engagement können in ein zukunftsfähiges Mainz einfließen.
Alle Mainzer hatten die Gelegenheit, auf freiwilliger Grundlage zu dem Entwurf des Handlungsprogramms Stellung zu nehmen und sich mit eigenen Vorschlägen zu beteiligen. Mit der Januar Ausgabe 2001 des MainzerMüllMagazins wurden alle Mainzerinnen und Mainzer über das Handlungsprogramm informiert und ihnen wurde die Möglichkeit der Rückmeldung gegeben. Es gingen von 141 Personen weit über 1000 Vorschläge zur Ergänzung des Handlungsprogramms ein. Im März 2001 wurde zu einem Bürgerforum zur Beteiligung der Bevölkerung an dem Handlungsprogramm eingeladen. Ca. 50 Personen haben teilgenommen und weitere Vorschläge zur Ergänzung des Handlungsprogramms eingereicht. Auf der Grundlage dieser Beiträge wurde der Entwurf des Handlungsprogramms überarbeitet und ergänzt.
Die Aufnahme der Anregungen aus der Bürgerschaft wurde ausführlich mit den Vertreterinnen und Vertretern des Forum Lokale AGENDA 21 Mainz erörtert.
Weitere Vorgehensweise
Das vorliegende Handlungsprogramms wurde von der Stadtverwaltung, Vertretern des Stadtrats und dem Forum Lokale AGENDA 21 Mainz ausgearbeitet.
Es wurde im November 2001 vom Stadtvorstand, am 14.02.2002 vom Hauptausschuss und am 20.02.2002 vom Mainzer Stadtrat zur Kenntnis genommen. Damit ist das Handlungsprogramm eine Grundlage für die weiteren AGENDA 21-Aktivitäten in der Stadt Mainz. Das Handlungsprogramm wird ständig fortgeschrieben.
Das hier vorliegende Papier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll dem Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Organisationen einerseits und Rat und Verwaltung der Stadt andererseits über wünschenswerte Entwicklungen von Mainz dienen.
Das lokale Handlungsprogramm Mainz soll darstellen, was in der Stadt zu tun ist, um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Es werden die schon bestehenden Aktivitäten, die Zielsetzungen und Maßnahmen in der Stadt Mainz benannt, die dazu beitragen können.
Download "Handlungsprogramm"
Gliederung/Einleitung
Teil I enthält Kapitel, die sich mit "Handlungsfeldern" wie Wohnen, Verkehr, Klima und Energie usw. beschäftigen.
Handlungsempfehlungen
Teil II enthält die zu den jeweiligen Handlungsfeldern zusammengestellten Handlungsempfehlungen und Vorschläge zu Maßnahmen mit Zeithorizonten
Nachhaltigkeitsindikatoren
Teil III enthält Indikatorbögen zu den ausgewählten Kernindikatoren. Hier wird in einer Übersicht u.a. dargestellt, welche Kernindikatoren zur Überprüfung des jeweiligen Handlungsfeldes dienen, wo Zielkonflikte sind, welche Handlungsempfehlungen hier angesprochen sind und wie dieser Indikator zu erheben ist.