Landeshauptstadt Mainz Direkt zum Inhalt
Die Mainzer Stadtbibliothek besitzt eine herausragende Sammlung von Druckerzeugnissen des Verlages Jos[eph] Scholz Mainz. Gegründet wurde das Geschäft 1796 (und nicht, wie lange Zeit angegeben, 1793) zunächst in Wiesbaden. Hauptzweig war die Bearbeitung von Gänsefedern zu Schreibfedern, später kamen der Handel mit Schreibmaterialien aller Art und die Produktion von Siegellack hinzu, und eine Steindruckerei wurde erworben. Seit 1829 hatte Scholz eine Zweigniederlassung in Mainz, wo die Firma unter der Leitung von Christian Scholz, Sohn des Namensgebers, zu eigenem Profil gelangte. Das Wiesbadener Geschäft wurde in den 1840er Jahren aufgelöst. Über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren war Scholz weit über die Mainzer Grenzen hinaus einer der bedeutendsten Verlage und Produzenten von Bilderbogen, Spielen, Kinder- und Jugendbüchern.Über die Verlagsproduktion von Jos. Scholz im 19. Jahrhundert ist 2010 begleitend zur gleichnamigen Ausstellung in der Stadtbibliothek die Publikation "Bilderfreuden" erschienen.
Alle Objekte aus der Sammlung Jos. Scholz Mainz können im Lesesaal der Stadtbibliothek benutzt werden. Die Bücher tragen die Signatur "Scholz", die Bilder- und Bastelbogen sowie die kulturhistorisch höchst interessanten Papiertheaterbogen die Signatur "GS". Die häufig von bedeutenden Kinderbuchillustratoren gestalteten Brett- und Kartenspiele aus dem Verlag tragen die Signatur "Spiel".
Die Sammlung ist vollständig im Online-Katalog der Mainzer Stadtbibliothek recherchierbar.
Bei der Theaterbibliothek handelt es sich um Aufführungsmaterialien des früheren Stadttheaters Mainz (heute Staatstheater), deren Aufbewahrung und Erschließung die Stadtbibliothek 1985 übernahm. 2002 wurde der Stadtbibliothek rückwirkend zum 1.1.1986 auch das Eigentum an dem Notenbestand übertragen. Die Theaterbibliothek steht dem Staatstheater weiterhin zur Ausleihe zur Verfügung; andere Benutzer können das Material im Lesesaal der Stadtbibliothek einsehen.
Den Kern des Peter-Cornelius-Archivs bildet der Nachlass des Mainzer Dichters und Komponisten Peter Cornelius (1824-1874), den die Stadt Mainz im Jahre 1950 erworben hat. Der durch den Sohn und Biographen Carl Maria Cornelius ausgebaute Nachlass wurde durch jahrzehntelange antiquarische Ankäufe seitens der Mainzer Stadtbibliothek systematisch erweitert. Eine der spektakulärsten Ergänzungen erfolgte 1999 durch die Überlassung des letzten großen Bestands an Musikmanuskripten von Peter Cornelius aus der Sammlung Joseph Standthartner, die die Sparkasse Mainz 1987 antiquarisch erworben hatte.
Zu den bedeutenden Nachlässen im Bestand der Stadtbibliothek gehört die Sammlung Moyat, die der Mainzer Kaufmann Jakob Moyat (1861-1933) ihr testamentarisch hinterlassen hat. Hierbei handelt es sich um eine umfassende Büchersammlung mit ca. 1200 Titeln aus allen Bereichen der Ornithologie sowie knapp 200 Briefe. Der Schwerpunkt der Buchbestände liegt im 19. Jahrhundert, wobei insbesondere die große Anzahl wertvoller illustrierter Tafelwerke zu erwähnen ist. Daneben finden sich in der Sammlung wichtige ornithologische Bibliographien, Lexika und Fachzeitschriften. Die Bände der Sammlung Moyat, die sämtlich im Online-Katalog der Mainzer Stadtbibliothek recherchierbar sind (Signatur "Moyat"), können im Lesesaal benutzt werden; die illustrierten Tafelwerke sind Bestandteil der Rarasammlung.| im WWW |
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