Landeshauptstadt Mainz Direkt zum Inhalt
Mit 857 000 Einwohnern ist Kigali die Hauptstadt der Präsidialrepublik Ruanda. Die größte Stadt des ostafrikanischen Landes liegt auf 1550 Metern Höhe im stark besiedelten Hochland. Die Nähe zum Kagera-Nils beschert der Stadt im Zentrum eines der ärmsten Länder der Welt fruchtbaren Boden. Knapp südlich vom Äquator gelegen herrscht in Kigali - bedingt durch die Gebirgslage - dennoch insgesamt mildes Klima mit durchschnittlich ausreichenden Niederschlägen.
In dem „Land der 1000 Hügel“, das aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit eigentlich „Land der 7000 Hügel“ heißen müsste, leben über acht Millionen Menschen. Die Fläche Ruandas ist vergleichbar mit der von Rheinland-Pfalz – allerdings zählt unser Bundesland gerade mal die Hälfte an Einwohnern. Amtssprache ist aufgrund der kolonialen Vergangenheit französisch, die Nationalsprache ist Kinyaruanda. Aber auch Englisch wird größtenteils verstanden und vor allem von den Kriegsflüchtlingen aus Tansania und Uganda gesprochen. Es gibt mehrere französische, belgische und englische Schulen, in denen sich oft bis zu 70 Kinder einen Unterrichtsraum teilen müssen. Kigali ist außerdem Sitz einer Technischen Hochschule, dem „Kigali Institute of Science, Technology and Management“.
Wie im gesamten Land leben die Einwohner Kigalis hauptsächlich von Landwirtschaft und Viehzucht, aber auch zunehmend von Handel und Dienstleistungen. Die Deutsche Botschaft Kigali prognostiziert positivere Aussichten für die gesamtwirtschaftliche Situation Ruandas als noch vor wenigen Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt wächst seit 2004 um jährlich 4 bis 5 Prozent. Dem steht jedoch noch immer ein sehr hohes Bevölkerungswachstum gegenüber, das zu Überbevölkerung führt. Ein weiteres Problem ist die Energieversorgung: Ruanda muss seine Energie mit den im Land vorhandenen Ressourcen Sonne, Wind und Wasser erzeugen. Für die Beschaffung von fossilen Energieträgern wie zum Beispiel Öl verlassen jährlich Millionen Dollar das Land und stehen damit der ruandischen Wirtschaft nicht mehr zur Verfügung. Seit 2003 ist die Stadtwerke Mainz AG ein kompetenter Partner für die ruandische Regierung: Sie hat den Bau einer Wasserversorgung durch elektrisch betriebene Pumpstationen für etwa 8000 Menschen unterstützt und macht sich derzeit für die Nutzung regenerativer Energien stark. 20 Photovoltaikanlagen in Ruanda, die größte davon auf dem rund 2000 Meter hohen Mont Jali in der Nähe Kigalis, konnten so bereits in Betrieb genommen werden. Auch die Windkraft soll nach Möglichkeit ihren Platz finden. Ein „Anemometer“, ein Gerät zur Windmessung, wird ganz in der Nähe von „Kigali Solaire“ die Voraussetzungen für den Bau eines Windrades klären.
Im Rahmen der seit 1982 bestehenden Landespartnerschaft intensivierten sich Kontakte Mainzer Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Schulen sowie der Stadtverwaltung Mainz nach Ruanda. Ab Anfang der 1990er Jahre bis heute unterstützt die Landeshauptstadt vielfältige Hilfsprojekte vom Bibliothekenausbau bis zur Ausbildungschancenverbesserung und Eigenständigkeit junger Ruanderinnen und Ruander. Unter dem Dach der zu diesem Zeitpunkt seit 25 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Republik Ruanda wurde im Jahr 2007 eine Vereinbarung zur Stärkung und Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den Städten Kigali und Mainz geschlossen. Damit ist eine Basis gelegt, aus der in den kommenden Jahren eine städtepartnerschaftliche Verbindung wachsen kann. In dem Vertrag, den der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel und Kigalis Oberbürgermeisterin Dr. Aisa Kirabo unterzeichneten, fixierten beide Seiten den Willen, die freundschaftlichen Beziehungen zu intensivieren. Bisher steht die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt der ruandischen Hauptstadt vor allem durch Projekte sowie koordinierend und beratend zur Seite. Aber auch soziales Engagement gibt es bereits, vor allem des Mainzer Vereins Human Help Network. Die Mainzer Stadtwerke haben in Kigali die größte Solaranlage ihrer Art in Afrika errichtet und sorgen mit kleinen Modulen auch für Licht und Solarstrom in abgelegenen Gebieten. Und auch das Gymnasium Gonsenheim pflegt eine enge Freundschaft mit einer Partnerschule in Kigali. Das aktive Netzwerk wird ständig erweitert und ausgebaut.
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