Kartenausschnitt Digitales Häuserbuch von Mainz

Projekt "Digitales Häuserbuch von Mainz"

Das Stadtarchiv Mainz hat in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Datenzentrale und mit finanzieller Unterstützung des Baudezernates ein digitales Häuserbuch von Mainz zur Zeit Gutenbergs entwickelt. Das Projekt wurde erstmals in der Gutenberg-Ausstellung im Jahr 2000 präsentiert, seitdem weiter ausgebaut und ist seit 2003 auch im Internet frei zugänglich.
Das Häuserbuch stellt nicht nur die digitale Variante der klassischen Häuserkartei dar, sondern ist vielmehr ein komplexes historisch-geographisches Informationssystem:

Die Verbindung von computergestützter Kartierung und Datenbank wurde durch das Programm MapInfo ermöglicht. Grundlage ist der von Ludwig Falck rekonstruierte Mainzer Stadtplan um 1620 in digitalisierter Form. In diesem Plan von Mainz sind die Daten zu den Mainzer Häusern des 15. Jahrhunderts eingetragen. Sämtliche Nachrichten über frühere Bezeichnungen, Veränderungen, Eigentümer und Bewohner von Mainzer Häusern einschließlich Grund- und Aufrissen und sonstigen Abbildungen können interaktiv lokalisiert und dargestellt werden.

In der im Frühjahr 2012 aktualisierten und vom Gauß-Krüger-Koordinatensystem nach UTM 32 überführten Version sind mehr als 400 Häuser mit den entsprechenden Informationen angelegt.
Der Benutzer kann durch verschiedene Werkzeuge den Plan vergrößern oder verkleinern oder auch einen Bereich auswählen; über Informationswerkzeuge können Sachdaten angezeigt (mit dem Hausnamen und den Angaben zum Besitzer, wenn möglich ergänzt um biographische Details) und über die integrierte Volltextsuche nach Hausnamen gesucht werden.

Die Flächen sind je nach Verwendungszweck und Eigentumsverhältnissen der Häuser unterschiedlich eingefärbt. Der große Vorteil liegt in der schnellen und bequemen Recherche der Lage der Häuser. Soweit vorhanden, sind auch Grundrisse und/oder Ansichten der Gebäude in den Plan eingesetzt.

Seit Mitte Dezember 2012 ist mit dem digitalen Häuserbuch von Mainz um 1620 ein weiterer Zeitschnitt verfügbar, der den Zustand der Stadt kurz vor den großen Zerstörungen des 30-jährigen Krieges wiedergibt. Zur Geschichte der mehr als 1000 Häuser und ihrer Bewohner wurden die Stadtaufnahme von 1594, die Urkunden des Stadtgerichts über Häuserkäufe und -verkäufe sowie die Steuerliste von 1614 ausgewertet.
Damit ist nun nicht nur ein synchroner, sondern auch ein diachroner Schnitt zur Geschichte einzelner Häuser möglich. Für das 18. und 19. Jahrhundert sind ebenfalls entsprechende Informationssysteme geplant. Ziel ist, auf diese Weise Werden und Wandel von Mainz im Laufe der Jahrhunderte zu dokumentieren und für alle Interessierten ein umfassendes, schnell recherchierbares „Nachschlagewerk“ zu schaffen, das auf ständigen Zuwachs angelegt ist.

Die optimale Nutzung des Digitalen Häuserbuchs ist mit folgenden Browserversionen möglich:
Netscape ab Version 4.78 bzw. 6
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Mozilla ab Version 1.2