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, 18:30 Uhr

Marcel Aymé - Ein Schriftsteller und die Krise der Republik

© CommonsWikimedia.org
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Marcel Aymé, 1902 in Joigny (Departement Yonne/Burgund) geboren, hat viele – unterschiedliche – Zuschreibungen erfahren. Für die einen ist er der Autor einer an Balzac erinnernden „comédie humaine“ des 20. Jahrhunderts, für andere ein „rechter Anarchist“. Aber alle Kritiker sind sich einig, dass Aymé einen sehr besonderen Blick auf die französische Gesellschaft seiner Zeit geworfen habe. In der Tat spiegeln seine Texte die politischen und sozialen Verwerfungen, die Frankreich und Europa zwischen 1930 und 1950 erlebten. Aymé thematisiert individuelle und kollektive Triumphe und Verirrungen und das sehr hintersinnig, oft entgegen den Erwartungen der Zeitgenossen. Die Perspektiven, die er wählte, irritieren uns noch heute: Sein Blick auf den Nationalsozialismus, auf die Volksfront, auf die Résistance oder die Befreiung Frankreichs 1944/45 beleuchten Aspekte, die mit dem Selbstbild der Republik nicht immer vereinbar sind. Gerade diese Brechung macht Aymé zu einem aktuellen, unbequemen Autor, denn was die Charaktere seines literarischen Werks vorleben, sind die Folgen von Populismus und politischer Korrektheit, von Orientierungslosigkeit und fanatischem Engagement.

Der Historiker Dr. Rainer Bendick spricht über Leben und Werk anlässlich des 50. Todestages des burgundischen Schriftstellers.

Hinweis

Im Rahmen von Frankfurt auf Französisch - Frankreich Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017

Veranstaltungsort

Haus Burgund-Franche-Comté
Große Bleiche 29
55116 Mainz

Veranstalter

Haus Burgund-Franche-Comté
Große Bleiche 29
55116 Mainz

Preise

Freier Eintritt