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Monsignore Klaus Mayer

Biografie

Klaus Mayer wurde 1923 in Darmstadt geboren. Als Sohn eines jüdischen Vaters wurde er unter der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt. Nur unter größten Schikanen konnte er am damaligen Adam-Karillon-Gymnasium seine Reifeprüfung ablegen. Zum Studium wurde er nicht zugelassen. Im Februar 1945 entging er nur durch einen Zufall der Deportation.

Nach dem Ende des Krieges nahm Klaus Mayer sein Studium im Mainzer Priesterseminar auf und empfing 1950 durch Bischof Dr. Albert Stohr im Mainzer Dom die Priesterweihe. In den folgenden Jahren arbeitete er als Kaplan in Bingen-Büdesheim, Seligenstadt und Oppenheim, sowie als Pfarrer in Gau-Bickelheim.

1965 kam er als Pfarrer zur Mainzer Gemeinde St. Stephan, in der er bis 1991 hauptamtlich tätig war. Er wirkte maßgeblich am Wiederaufbau von St. Stephan nach dem Krieg mit. Seiner Initiative verdanken St. Stephan und Mainz die berühmten Fenster von Marc Chagall und Charles Marq, die als Zeichen für jüdisch-deutsche Verbundenheit, deutsch-französische Freundschaft, Völkerverständigung und Frieden stehen. Auch in seinem Ruhestand war und ist Mayer für die Gemeinde St. Stephan aktiv.

Im Jahre 1985 erhielt er die päpstliche Auszeichnung des Monsignore-Titels. Monsignore Mayer ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und Erster Klasse, des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz, der hohen französischen Auszeichnung "L'Ordre des Arts et des Lettres au grade d'Officier de la Republique francaise". Im Jahr 2000 wurde ihm die Ehre zuteil, sich als "Brückenbauer zwischen Juden und Christen in Deutschland" ins Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds einzutragen. Die Stadt Mainz verlieh Monsignore Klaus Mayer die Gutenberg-Plakette und -Büste, den Ehrenring sowie 2005 die Ehrenbürgerwürde.

Begründung für die Ehrenbürgerschaft

Monsignore Mayer ist bekannt durch sein engagiertes Wirken in der Stadt Mainz. Sein Name ist eng verbunden mit dem weltweit größten Glaskunstwerk Marc Chagalls, den Kirchenfenstern in St. Stephan.

Monsignore Mayer hat dabei nicht nur mit seinem leisen und dennoch nachdrücklichen Engagement ermöglicht, dass Mainz dieses einzigartige Kunstwerk erhalten hat und St. Stephan zu einem Symbol der jüdisch-christlichen Versöhnung mit großer Ausstrahlungskraft geworden ist. Er hat auch darüber hinaus - mit unzähligen Meditationen und Publikationen - über Jahrzehnte sein Leben dem außergewöhnlichen Kunstwerk von Marc Chagall gewidmet - und sich in vielerlei Hinsicht für die Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen, Deutschen und Russen und zwischen Christen und Juden eingesetzt.

Dies ist gerade vor dem Hintergrund unserer Geschichte von außerordentlicher Bedeutung für die Stadt Mainz. Monsignore Klaus Mayer hat auf diese Weise Einzigartiges und Bleibendes für Mainz geschaffen und geleistet.