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Straße der Demokratie führt durch Mainz

Auf der Zukunftskonferenz 2007 im Hambacher Schloss gaben elf Städte, zwei Erinnerungsstätten und die Landeszentralen für politische Bildung Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz den Startschuss für eine weitere Themenstraße in Deutschland. In Mainz liegen sechs Stationen der "Straße der Demokratie".

Reise von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart

Die Straße der Demokratie folgt den Spuren der Freiheitsbewegung von Frankfurt über Mainz bis nach Lörrach. Auf einer Reise vorbei an Gebäuden, Museen, Plätzen und anderen Erinnerungsorten im Südwesten können Interessierte die gemeinsamen freiheitlich-demokratischen Traditionen kennen lernen.

In Mainz liegen folgende sechs Stationen der Themenstraße:

Deutschhaus

Mainz hat in vielen Epochen der Stadtgeschichte die Geschichte Deutschlands, ja sogar Europas mitgestaltet. Die demokratische Tradition hat hier ihre Wurzeln bis ins ausgehende 18. Jahrhundert. Die Geschichte ist dabei zugleich eng mit der Demokratiegeschichte Frankreichs verknüpft. Die französische Revolution im Jahre 1789 ermöglichte 1793 die Errichtung des "Rheinisch-Deutschen Nationalkonvents", des ersten demokratisch verfassten Parlamentes in Deutschland, das im Deutschhaus tagte.

Dalberger Hof

Neben dem Deutschhaus, heute Sitz des rheinland-pfälzischen Landtags, ist der Dalberger Hof eine der sechs Mainzer Stationen. Er war Schauplatz eines Hochverratsprozesses vom 23. Mai bis 8. Juni 1850, in dem 77 Demokraten aus Mainz und Rheinhessen, die sich 1849 als Freischärler am pfälzischen Aufstand beteiligt hatten. 1887 wurde dort der "Mainzer Geheimbundprozess" durchgeführt, gegen acht Sozialdemokraten wegen Verstößen gegen Bismarcks Sozialistengesetz.

Staatstheater

Das Staatstheater war 1848 Schauplatz der Versammlungen des Volks im Rahmen der Märzrevolution. Im linken Seitenflügel des Theaters richtete die Bürgerwehr ihr Hauptquartier ein. Auf dem Platz hatten die Bürger zurvor die Märzforderungen, darunter nach Pressefreiheit verkündet.

Frankfurter Hof

Der Frankfurter Hof war im Vormärz der Ort der Entwicklung des politisch-literarischen Karnevals. Themen der Sitzungen waren die Zensur im Druckgewerbe und die deutsche Kleinstaaterei.

Eisenturm

Der Eisenturm war ab 1848/49 Gefängnis jener Demokraten aus Mainz und Rheinhessen, denen im Dalberger Hof der Prozess gemacht worden war.

Es soll sich um ein recht fideles Gefängnis gehandelt haben: Gelegentlich sollen Gefangene über Nacht durch Besucher ersetzt worden sein.

Der Hochverratsprozess gegen sie endete im Juni 1850 mit dem Freispruch aller Angeklagten, die bei ihrer Freilassung von einer jubelnden Menge begrüßt wurden.

Hauptfriedhof

Der Hauptfriedhof erinnert im so genannten Preußen- Denkmal an die Ereignisse des Jahres 1848 in Mainz. Hier erinnern preußische Soldaten an ihre Kameraden, die im Straßenkampf am 21. Mai gefallen waren. Auch überzeugte Demokraten wie Dr. Eduard David, Bernhard Adelung und Dr. Dr. h.c. Emil Kraus haben auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte.

Reiseführer und Internet informieren

Weitere Informationen über alle Orte der Themenstraße enthält der reich bebilderte Reiseführer "Straße der Demokratie - Revolution, Verfassung und Recht". Er wurde von Fachleuten der beteiligten Institutionen und Städte erstellt, erschien im Info Verlag Karlsruhe und ist zum symbolischen Preis von 18,48 Euro im Buchhandel zu kaufen.

Projektbeteiligte der Straße der Demokratie

Stadt Bruchsal, Stadt Frankfurt, Stadt Freiburg, Stadt Heidelberg, Stadt Karlsruhe, Stadt Mannheim, Stadt Mainz, Stadt Landau, Stadt Lörrach, Stadt Neustadt, Stadt Offenburg, „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte Rastatt“, Stiftung Hambacher Schloss, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.