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St. Stephan - Chagalls Mystik des blauen Lichts

  • Chagall-Jubiläum 2015

    Im stolzen Alter von 98 Jahren vollendete Marc Chagall 1985 das letzte von insgesamt neun Fenstern für die Kirche St. Stephan. Seit nunmehr 30 Jahren sind die in Blautönen leuchtenden Glasfenster des jüdischen Künstlers einer der Publikumsmagnete in Mainz – und die einzigen ihrer Art in Deutschland.

    Die Gemeinde St. Stephan und der "Verein Biblische Botschaft Marc Chagall" erinnern anlässlich seines 30. Todestages und des 30. Jubiläums der Querhausfenster in St. Stephan an den "Meister der Farbe und der Biblischen Botschaft". Das Programm finden Sie unten stehend als Download.

200.000 Besucher im Jahr zeigen: St. Stephan ist eine Attraktion! Touristen aus der ganzen Welt pilgern hinauf auf den Stephansberg, zu den blau leuchtenden Glasfenstern des Künstlers Marc Chagall. Wiederaufbau und Restaurierung der gotischen Kirche, die im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, brachte zugleich ihre Neubelebung.
Vor über tausend Jahren, im Jahr 990, hatte der Erzbischof von Mainz und Erzkanzler des Reiches, Willigis, hier ein Kollegiatstift errichtet und die Kirche als "Gebetsstätte des Reiches" erbauen lassen. Der Erbauer des Doms fand in St. Stephan 1011 selbst seine letzte Ruhe. Der gotische Neubau wurde zwischen 1290 und 1335 errichtet. Er steht auf den Fundamenten der im ottonisch-vorromanischen Stil um 990 erbauten Basilika. Als 1857 der nahe gelegene Pulverturm explodierte, wurde auch St. Stephan schwer beschädigt. Bei der Wiederherstellung entfernte man die reiche barocke Ausstattung.

Heute stellt sich das Gotteshaus als klar gegliederte Hallenkirche mit drei Schiffen dar, in denen die gotischen Gewölbe noch nicht wiederhergestellt sind. Die Wände sind weiß gehalten, der rote Sandstein der tragenden Architekturteile bildet dazu einen reizvollen Kontrast. Der 66 Meter hohe, geräumige Turm des Bauwerkes stammt vermutlich bis zur Höhe des Spitzbogenfrieses noch von der Willigiskirche. Ein breiter Riss im Turm war bereits 1947 geschlossen worden. Zur 2000-Jahr-Feier der Stadt, 1962, wurden Kuppel und Laterne wieder aufgesetzt.

Bis 1911 hatte in einer eigens eingerichteten Wohnung noch ein Türmer als Brandwächter hoch über den Dächern gelebt; hier wurden einmal sogar Drillinge geboren. Diese Brandwache der Stadt gab es seit 1559.

St. Stephan ist die einzige deutsche Kirche, für die der jüdische Künstler Marc Chagall (1887 - 1985) Fenster schuf. In Russland geboren verbrachte der Künstler die längste Zeit seines Lebens in Frankreich. Durch die Buntverglasung fällt blaues Licht in den Kirchenraum von St. Stephan, und in diesem Licht bewegen sich scheinbar schwerelos nicht nur Engel, sondern auch andere biblische Gestalten.
"Die Farben sprechen unser Lebensgefühl unmittelbar an, denn sie erzählen von Optimismus, Hoffnung, Freude am Leben", sagt Pfarrer Klaus Mayer, der in Meditationen und Büchern das Werk Chagalls vermittelt. Er hat 1973 den Kontakt zu Chagall hergestellt und den "Meister der Farbe und biblischen Botschaft" überzeugen können, im Ostchor ein Zeichen zu setzen für jüdisch-christliche Verbundenheit und Völkerverständigung. 1978 wurde das erste Chagall-Fenster des damals 91-jährigen Künstlers eingesetzt. Es folgten weitere acht, sechs für den Ostchor und drei im Querhaus. Das letzte vollendete Marc Chagall, der Ehrenbürger von Mainz wurde, aber nie die Stadt kennen lernte, kurz vor seinem Tod im 98. Lebensjahr. Als Hinführung zu den Meisterwerken dienen in den Seitenschiffen die 19 später entstandenen und bewusst schlichter gehaltenen Fenster von Charles Marq aus dem Atelier Jacques Simon in Reims. Mit Marq hatte Chagall 28 Jahre zusammen gearbeitet.

Wer die berühmten Fenster gesehen hat, sollte nicht den Rundgang im schönsten spätgotischen Kreuzgang von Rheinland-Pfalz versäumen. Hier war die Begräbnisstätte vieler der 600 Stiftsherren. An sie erinnern die Grabplatten und die Wappen der Stifterfamilien. Bereichert werden die Wappen von neuzeitlichen Schlusssteinen von Bund, Land, Bistum und Stadt Mainz. Auch sollten Kunstschätze wie der thronende Gottvater aus dem 15. Jahrhundert oder die spätgotische Figurengruppe der Anna Selbdritt nicht übersehen werden. Taufkinder werden in St. Stephan seit einigen Jahren wieder über den ursprünglichen, gotischen Taufstein von 1330 gehalten.

Bildergalerie St. Stephan


Standort

Weißgasse 12
55116 Mainz
Telefon: +49 6131 231640
pfarrbuerost-stephan-mainzde

Öffnungszeiten

November bis Februar
Montag bis Samstag: 10 bis 16.30 Uhr
Sonntag 12 bis 16.30 Uhr

März bis Oktober
Montag bis Samstag: 10 bis 17 Uhr
Sonntag 12 bis 17 Uhr

Gottesdienste

Montag, Mittwoch, Freitag 18.30 Uhr,
Samstag 18 Uhr, Sonntag 11 Uhr,
Jeden 1. Dienstag im Monat 15 Uhr, übrige Dienstage 9 Uhr

Führungen

Tourist Service Center
Brückenturm am Rathaus
Telefon: +49 6131 242888

Führungen und Meditationen auch über das Pfarramt
Telefon: + 49 6131 231640