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Staatstheater Mainz

Architektur im Wandel

Der ursprüngliche Bau des heutigen Mainzer Staatstheaters galt seinerzeit als architektonische Neuschöpfung. Georg Moller, einer der bedeutendsten Baumeister seiner Zeit, kehrte erstmals die Rundung des Zuschauerraums nach außen und revolutionierte damit den damaligen Theaterbau.

Bei seiner feierlichen Eröffnung am 21. September 1833 nannte man das Theater "Großherzoglichen Nationalbühne Mainz". Damit wurde Mainz nach Berlin, Hamburg und München die vierte deutsche Stadt mit einem großen, repräsentativen Theaterhaus.

Im Laufe der Jahrzehnte gab es immer wieder Eingriffe in die Gestalt des Baus, seine ursprüngliche Bestimmung behielt es jedoch. Heute befindet sich das Große Haus des Staatstheaters Mainz im historischen Mollerbau.

Staatstheater Mainz auf einen Blick

Zahlen, Daten, Fakten

Errichtet: 1829 bis 1833
Bauherr: Georg Moller; später verschiedene Umbauten, insbesondere durch Stadtbaurat Adolf Gelius von 1910 bis 1912

Historisches

Die Order zum Bau eines Mainzer Theaters kam von keinem Geringeren als Kaiser Napoleon selbst. Seit 1797 war die Stadt wieder in französischer Hand und hieß nicht mehr Mainz, sondern Mayence. Napoleon, der sich oft in Mainz aufhielt, beauftragte am 13. Oktober 1804 seinen Architekten J.F. Eustache de St. Far, den Gutenbergplatz zu schaffen und an dessen Nordrand ein Theater nach dem Vorbild des "großen kaiserlichen Theaters" in Petersburg zu errichten. Der Grundstein war im Frühjahr 1809 gelegt, doch brachten die geschichtlichen Ereignisse der folgenden Jahre das Projekt zum Stillstand.

20 Jahre später wurde der Auftrag zur Planung und Durchführung eines Theaters nochmals erteilt - diesmal vom Mainzer Stadtrat an den großherzoglich hessischen Oberbaurat Georg Moller, einem der bedeutendsten Baumeister seiner Zeit.

1829 wurde mit dem Bau begonnen, die feierliche Eröffnung der "Großherzoglichen Nationalbühne Mainz", wie das Theater benannt wurde, fand am 21. September 1833 statt. Damit war Mainz nach Berlin, Hamburg und München die vierte deutsche Stadt mit einem großen, repräsentativen Theaterhaus.

Veränderungen der ursprünglichen Gestalt

In den folgenden Jahrzehnten erfuhr das Theatergebäude immer wieder Eingriffe und Veränderungen in seiner ursprünglichen Gestalt. Im Jahre 1863 wurden zwei Logen für den großherzoglichen Hof eingebaut, 1876 folgten weitere Logen im ersten Rang. 1881 hielt die Elektrizität ihren Einzug. Damit war die Zeit der Gasbeleuchtung vorbei.

Sicherheitsmängel und der Wunsch nach Erweiterung des Gebäudes führten ab 1909 zu einschneidenden baulichen Maßnahmen, durch welche die Besonderheit der Mollerkonstruktion leider verloren ging. Im Zuge dieser Eingriffe wurden nach 1910 drei Treppenhäuser mit den seitlichen Reliefbildern "Komödie" und "Tragödie" des Mainzer Bildhauers Ludwig Lipp angebracht.

Zweiter Weltkrieg und Wiederaufbau

Am 12./13. August 1942 wurde das Haus von Brandbomben getroffen und schwer beschädigt.

Trotz beschränkter finanzieller Mittel konnte das Theater nach 1949 wieder funktionstüchtig gemacht werden und am 24. November 1951 mit dem Ballett der GRAND OPERA PARIS seine (Wieder-) Eröffnung feiern. Das in jenen Nachkriegsjahren betriebene Dachrestaurant musste 1976/77 jedoch einer Klimazentrale weichen. 1997 wurde das Theater um den Neubau "Kleines Haus" ergänzt. Er ist durch zwei gläserne Brücken und unterirdische Gänge mit dem Mollerbau verbunden.

Nach einer anschließenden aufwendigen und mit erheblichen Schwierigkeiten verbundenen dreijährigen Gesamtsanierung nahm das Große Haus am 14. September 2001 seinen Spielbetrieb wieder auf.

Auf dem Dach des Großen Hauses wurde eine Glaskuppel errichtet, in der sich bis 2009 das Restaurant Mollers befand. Die Kuppel ist zu einer Studio-Bühne umgebaut worden und eröffnete am 22. September 2012 unter dem Namen „Deck 3“. Inzwischen wurde sie umbenannt in "Glashaus".

Architektur

Mit dem Bau des Mainzer Theaters gelang Moller eine architektonische Neuschöpfung, die viel Beifall und Beachtung fand. Die optisch eindeutige Zweckbestimmung des Baus, die Trennung von Bühnenhaus und Zuschauerhaus oder die Sichtbarmachung des nach außen im Halbrund geformten Auditoriums etwa bedeuteten einen klaren Bruch mit der Tradition und die völlige Abwendung vom klassizistischen Theaterbau. Das Mollersche Staatstheater in seiner für die Entstehungszeit revolutionären Bauidee gilt unter anderem als Vorbild für das erste Dresdner Hoftheater von Gottfried Semper.

Damit leitete Moller eine neue Epoche der Theaterarchitektur über die Grenzen Deutschlands hinaus ein. Zum Dank für seine verdienstvolle Leistung verlieh ihm die Stadt Mainz 1833 die Ehrenbürgerwürde.

Die heutige Baugestalt basiert im wesentlichen auf der Erweiterung durch Stadtbaurat Adolf Gelius. Von 1910 bis 1912 ergänzte er den Foyer-Vorbau und seitliche Treppenhäuser, wodurch das Gebäude viel von seiner ursprünglichen Gestaltung und Ausstrahlung verlor.

Heute

Der Mollerbau mit all seinen Umbauten dient nach wie vor als Staatstheater. Das Mehrspartenhaus vereint Musiktheater, Schauspiel und Ballett unter einem Dach. Es besteht heute aus vier Spielstätten: Neben dem Großen Haus, der Studiobühne "Glashaus" in der Glaskuppel und dem Kleinen Haus gibt es seit Ende des Jahres 2014 mit dem U17 eine weitere Theaterbühne.

Adresse

Staatstheater Mainz
Staatstheater Mainz
Gutenbergplatz 7
55116 Mainz
Telefon
+49 6131 28 51 0
Telefax
+49 6131 28 51 333
E-Mail
infostaatstheater-mainzde
Internet

Erreichbarkeit

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