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Stadtspaziergang: Römer, Narren, Kurfürsten

Sie sind auf der Durchreise oder nur kurz in Mainz und möchten die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt gerne auf eigene Faust und zu Fuß erkunden? Dieser virtuelle Stadtspaziergang unterstützt Sie bei Ihrer historischen Zeitreise.

Die ausgewählte Route führt Sie zu Mainzer Sehenswürdigkeiten, die alle zentrumsnah liegen. Lassen Sie sich faszinieren von den Geschichten der Römer, Narren und Kurfürsten in Mainz.

Einfach die entsprechenden Stationen anklicken und los geht's. Oder Sie nutzen das Angebot des pdf-Downloads am Ende dieser Seite.

Routeninfos

Geeignet für
alle, die innerhalb weniger Stunden eine große Portion Mainz erleben möchten.

Barrierefreiheit
ist nicht gegeben.

Dauer
circa zwei bis drei Stunden

Routenverlauf

Stadtspaziergang

1. Fastnachtsbrunnen – Osteiner Hof - Bassenheimer Hof

Fastnachtsbrunnen

Ihr Rundgang beginnt am Schillerplatz vor dem Fastnachtsbrunnen – und somit mit dem närrischen Mainz. Denn der Brunnen ist für alle echten "Meenzer" von existenzieller Bedeutung: Jedes Jahr am 11.11. versammeln sich hier die Mainzer Narren und Närrinnen, wenn genau um 11 Uhr und 11 Minuten vom Balkon des gegenüberliegenden Osteiner Hofes die närrische fünfte Jahreszeit ausgerufen wird. Eröffnet wird die Narrenzeit traditionell mit dem Verkünden der 11 Fastnachtsgesetze.

1967 enthüllt ist der 8,50 Meter hohe, von Blasius Spreng entworfene Fastnachtsbrunnen ein vergleichsweise junges Denkmal in Mainz. Und doch ist er nicht mehr wegzudenken aus dem Stadtbild. Mit seinen über 200 Figuren aus der Fastnacht und der Mythologie steht er als Symbol für die typische Mainzer Lebensfreude.

Schauen Sie genauer hin – welche Figuren können Sie erkennen? Vater Rhein, der Mönch und der Mann mit dem Brett vor dem Kopf, die Katze, Till Eulenspiegel und die Stadtgöttin Mogontia, der Geldbeutelwäscher oder der Paragraphenreiter: Sie alle sind Beispiele für die Vielfalt der Phantasiemotive, die den Fastnachtsbrunnen bevölkern.

Osteiner Hof

Direkt gegenüber begegnen Sie dem ersten kurfürstlichen Relikt auf dieser Route: Der Osteiner Hof wurde Mitte des 18. Jahrhunderts als Familienpalais für den Kurfürsten Johann Friedrich Karl von Ostein gebaut. Mit dem Einzug der Besatzungs- und Militärbehörden Napoleons wurde er im Volksmund auch als "Gouvernement" bekannt. Von 1958 bis 2014 fungierte das Palais als Standortkommandantur der Bundeswehr.

Bassenheimer Hof

Seitlich hierzu erstreckt sich auf der Schillerstraße der Bassenheimer Hof. Dieses Witwenpalais wurde ebenfalls um 1750 für die Schwester des Kurfürsten gebaut. Heute ist der Bassenheimer Hof Sitz des Innenministers.

Abstecher: Fastnachtsmuseum

Sie möchten noch mehr vom närrischen Mainz erleben und sind nicht in der fünften Jahreszeit zu Gast? Dann statten Sie doch dem Fastnachtsmuseum am Ende des Schillerplatzes, im Proviantmagazin einen Besuch ab.

Weiter geht es auf der empfohlenen Route mit den Römern. Laufen Sie rechts am Bassenheimer Hof entlang und biegen Sie anschließend links in die Emmerich-Josef-Straße ein. An ihrem Ende finden Sie sich am Haupttor der ehemaligen Mainzer-Aktien-Bierbrauerei wieder. Über die gegenläufige Treppe gelangt man auf die Kupferbergterrasse.

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2. Kupferbergterrasse – Haus Kupferberg – Römertor

Kupferbergterrasse

Auf der Kupferbergterrasse haben Sie die wunderbare Gelegenheit, kurz zu verweilen und den herrlichen Ausblick auf die zu Füßen liegende Stadt zu genießen. Von hier aus können Sie den Dom, das Staatstheater und sogar die Christuskirche in der Kaiserstraße erkennen.

Am Ende der Terrasse befindet sich die ehemalige Sektkellerei Kupferberg mit ihren siebenstöckigen Kelleranlagen. Eine Besichtigung ist in jedem Fall zu empfehlen, allerdings nur mit Voranmeldung möglich: www.kupferbergterrasse.com.

Römertor

Im Innenhof des neuen Wohnforums (Zugänge gibt es mehrere), das oberhalb der Kupferbergterrasse liegt, finden sich die Überreste eines der spätestens römischen Stadttore in Deutschland. Mehr als vier Meter Breite maß die Durchfahrt des ehemaligen Römertors. Es war um 360/370 nach Christus aus den Steinen des abgerissenen Legionslagers, das sich auf dem Gelände der heutigen Unikliniken und auf dem Kästrich befand, errichtet worden. In der Durchfahrt des Tores haben sich Fahrspuren von fast zwei Metern Breite quasi als Fingerabdruck der Antike eingeschliffen.

Laufen Sie nun zurück, am runden Brunnen vorbei und geradeaus weiter die Kästrichstraße entlang. An ihrem Ende geht es links die Gaustraße hinunter – die in letzter Zeit auch mit einem kleinen Augenzwinkern als "San Francisco von Mainz" bezeichnet wird. Immerhin ist die 1923 eröffnete Straßenbahnstrecke in der Gaustraße die steilste in Deutschland mit einer Steigung von bis zu neun Prozent. Links und rechts der Straßenbahnstrecke laden Szene-Cafés, Restaurants, Wein- und Cocktailbars sowie inhaberführte Geschäfte zum Verweilen und Bummeln ein.

Nach etwa einhundert Metern erblicken Sie rechts die Stephanskirche.

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3. St. Stephan - Chagall-Fenster

Erbaut wurde die gotische Hallenkirche in der Zeit zwischen 1260 und 1340. Da sie nach dem Dom der größte Kirchenbau der Stadt ist und vermutlich die sterblichen Überreste des Domerbauers Willigis birgt, wird sie auch "zweiter Mainzer Dom" genannt. Die berühmten Fenster von Marc Chagall machen St. Stephan zu einer touristischen Attraktion, die jährlich Besucherinnen und Besucher aus aller Welt anzieht.

Chagall-Fenster

Aus dem dominierend leuchtend blauen Hintergrund heben sich farbenfrohe Darstellungen aus dem Alten Testament heraus. Sie werden zugeben müssen: ein optisches Erlebnis, das zu sehen sich lohnt. Als Marc Chagall 1989 kurz vor seinem Tod das letzte dieser neun Fenster schuf, war er übrigens 98 Jahre alt. Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Stephan durch Bombenangriffe fast gänzlich zerstört. Der achteckige Stephansturm drohte aufgrund eines von oben bis unten reichenden Risses in den Kreuzgang zu stürzen. Seine Rettung verdankt er letztendlich dem aufständischen Charakter der Mainzer Seele, die sich beharrlich und erfolgreich einem geplanten Abriss widersetzte. Versäumen Sie es nicht, bevor Sie die Kirche verlassen, noch kurz den schönen spätgotischen Kreuzgang aufzusuchen. Es ist, als würde man eine andere Welt betreten, in der Zeit nicht existiert. Die Ruhe und Stille, die hier herrschen, sind fast greifbar und wirken wie ein Erholungsbad.

Jetzt wird es aber Zeit, das nächste Ziel, die Zitadelle, anzusteuern. Wenden Sie sich beim Verlassen der Kirche nach rechts, laufen Sie die Stephansstraße entlang und überqueren Sie den Eisgrubweg. Folgen Sie nun der gegenüberliegenden Straße Am 87er Denkmal.

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4. Zitadelle - Drususstein

Zitadelle

Nach wenigen Minuten erreichen Sie die hoch über der Altstadt thronende Zitadelle auf dem Jakobsberg. Ihr Vorgänger war die Schweickhardtsburg, die Kurfürst Johann Schweickhardt von Kronberg ab 1620 errichten ließ. Doch schon 1631 wurde Mainz im Laufe des Dreißigjährigen Krieges von den Schweden besetzt. Der eigentliche Ausbau der heutigen Zitadelle mit ihrem regelmäßigen Grundriss und den vier Bastionen Alarm, Tacitus, Drusus und Germanikus begann 1655 unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn. Die über Mainz aufragende Festungsanlage konnte ihrem Zweck allerdings nicht lange gerecht werden, da der Stadt das Geld für eine schlagkräftige Festungsbesatzung fehlte. Französische Truppen nahmen denn auch im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Stadt ein. Heute sind in der Zitadelle verschiedene städtische Ämter untergebracht. Außerdem dient die Anlage alljährlich als Veranstaltungsort des bundesweit bekannten Open Ohr Festivals.

Drususstein

In der südwestlichen Ecke der Festung ist der Drususstein zu besichtigen – ein ursprünglich 30 Meter hohes, römisches Denkmal. Es wurde im Jahre 9 nach Christus vom römischen Heer zu Ehren des Feldherrn und Kaiserbruders Drusus errichtet. Der Feldherr, der als Gründer der Stadt Mainz gilt, verunglückte 9 vor Christus auf dem Rückweg von einem Eroberungsfeldzug an der Elbe. Er erlag seinen schweren Verletzungen.

Vom Drususstein geht es wieder zurück, quer über den Zitadellenhof und durch das Torgewölbe des Kommandantenbaus hinaus auf den Zitadellenweg.

Wenn Sie sich nun umdrehen, werden Sie auf dem Giebel über dem Tor die Figur des heiligen Jakob wachen sehen.

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5. Römisches Bühnentheater

Römisches Bühnentheater

Folgen Sie dem Zitadellenweg bergab und Sie stehen bald vor einem weiteren Zeugnis römischer Geschichte: den Ruinen des Römischen Theaters. Halten Sie einen Moment inne und werden Sie sich bewusst, dass Sie genau an dieser Stelle auf 2.000 Jahre Geschichte hinabblicken. Stellen Sie sich einmal vor: Hier stand einst das größte Bühnentheater nördlich der Alpen. Das antike Bühnentheater besaß einen Zuschauerraum, der 116 Meter breit war. Seine Bühne maß 42 Meter. Die Zuschauerreihen boten rund zehntausend Besucherinnen und Besuchern Platz – zehnmal mehr als heute ins Große Haus des Mainzer Staatstheaters passen.

Schon beim Bau der Eisenbahn im Jahre 1884 stieß man auf Überreste des Theaters. Damals erkannte jedoch noch niemand, was da "entdeckt" worden war. So fielen diese Funde dem Eisenbahnbau zum Opfer. Erst 1916 erhielt man Klarheit darüber, worauf zum Teil der Mainzer Südbahnhof gebaut worden war. Ironie des Schicksals: durch die folgenden Weltkriegsjahre geriet der historisch bedeutende Fundort in Vergessenheit und wurde sogar wieder zugeschüttet.

Im Frühjahr 1999 endlich wurde mit der Freilegung der Theaterruine begonnen worden. Seither haben Archäologen, aber auch sehr viele freiwillige Helfer aus der Mainzer Bevölkerung und selbst Schulklassen kräftig Hand angelegt und gegraben, um dieses wertvolle Zeugnis der Stadtgeschichte wieder ans Tageslicht zu befördern. 2006 wurde der Südbahnhof, unterhalb der Grabungsstätte umbenannt. Seitdem steigen Pendler und Gäste der Stadt am Bahnhof "Mainz – Römisches Theater" ein, aus und um. Eine Glaswand am Bahnsteig öffnet inzwischen die Sicht auf das Römische Bühnentheater. Ein echtes Schaufenster in die Vergangenheit!

Ihr nächstes Ziel, das Museum für Antike Schiffahrt, widmet sich weiteren Fundstücken aus der Römerzeit. Und es liegt ganz in der Nähe. Am besten laufen Sie den Zitadellenweg wieder hoch und rechts den Kiesweg hinab, der in die Albanstraße führt. Am Ende der Albanstraße biegen Sie nochmals rechts in die Holzhofstraße. Alternativ und schneller können Sie über eine Treppe neben dem Römischen Theater auf den direkt darunter liegenden Bahnsteig des Bahnhofs Mainz – Römisches Theater gelangen, unter der Bahnhofsunterführung hindurch laufen und am Ausgang des Bahnhofs auf die Holzhofstraße gelangen.

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6. Museum für Antike Schiffahrt

Museum für Antike Schiffahrt

An der Kreuzung Holzhofstraße/Neutorstraße finden Sie sich direkt vor dem Museum für Antike Schiffahrt wieder. Der Eingang ist gleich rechts in der Neutorstraße. Der gläserne und lichtdurchflutete Bau diente ehemals als Markthalle. Heute sind hier die sechs Schiffsteile aus der Römerzeit ausgestellt, die 1981/82 bei Bauarbeiten nahe dem Rheinufer ausgegraben wurden. Ihren guten Zustand verdanken die Funde dem hohen Feuchtigkeitsgehalt der Erdschichten, in denen sie fast 2.000 Jahre eingeschlossen waren.

Besonders interessant: Bei den Ausgrabungen wurden verschiedene Schiffstypen ans Tageslicht befördert, so unter anderem ein Reiseschiff, ein Kriegsschiff sowie zwei breite Schwerlastschiffe. Wie die römischen Schiffe tatsächlich ausgesehen haben, können die Besucher anhand der im Museum angefertigten Rekonstruktionen feststellen. Das Museum ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Als Nächstes wird ein Abstecher zum Rheinufer gemacht. Biegen Sie beim Verlassen des Museums rechts in die Holzhofstraße. Überqueren Sie die Kreuzung Holzhofstraße/Rheinstraße und schlagen Sie zwischen dem DB-Cargo und dem Fort Malakoff Park die Dagobertstraße ein.

 

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7. Rheinufer/Fort Malakoff

Fort Malakoff

Wer inzwischen Durst oder Hunger verspürt, hat in Rheinufernähe Gelegenheit, beides zu stillen. Aber auch hier gibt es neben Speis' und Trank und dem wunderschönen Blick auf den Rhein Mainzer Geschichte zu entdecken. So zum Beispiel das Fort Malakoff, das um 1873 als Teil der Rheinuferbefestigung aus Rotsandsteinquadern erbaut wurde.

Auch das Templer Tor ein paar Meter weiter gehörte zur sogenannten neuen Rheinkehl-Befestigung. Dahinter schließt sich der Fort-Malakoff-Park an. Neben gastronomischen Betrieben sind hier eine Ladengalerie, das Hyatt Regency Hotel, das Theater "Mainzer Kammerspiele" und mehrere Bürozentren untergebracht. Verlässt man nach einem Bummel durch die Einkaufspassage die Fort-Malakoff-Anlage durch die Drehtür, steht man an der Rheinstraße. Auf der anderen Straßenseite geht es über die Templergasse in die historische Mainzer Altstadt.

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8. St. Ignaz

St. Ignaz

Nach nur wenigen Metern kommen Sie in der Kapuzinerstraße heraus. Sie stehen nun vor der St. Ignaz Kirche. In der Zeit zwischen 1763 und 1774/75 erbaut, präsentiert sie sich im Übergangsstil von Rokoko zu Klassizismus. Da die Gemeinde nicht sehr wohlhabend war, konnte der Bau der Pfarrkirche nur durch große Opfer und die finanzielle Unterstützung dreier Kurfürsten ermöglicht werden. Über dem Portal wacht die Figur des Kirchenpatrons St. Ignatius, der im Jahre 107 in Rom einen Märtyrertod starb. Die absolute Stille, die einen im Inneren der Kirche empfängt, ist wohltuend und lädt dazu ein, ein paar Minuten lang Ruhe zu tanken. Schnell vergisst man hier das laute Treiben der Außenwelt. Die Fassade wurde von 2009 bis Anfang 2015 umfassend saniert, anschließend folgte der seit der Errichtung unveränderte Innenraum.

Gleich neben der Kirche, am Ignazplätzchen, sehen Sie eine Kreuzigungsgruppe (1518), gestiftet vom bedeutendsten spätgotischen Bildhauer am Mittelrhein, Hans Backoffen, und seiner Ehefrau. Schenken Sie beim Weitergehen auch der gegenüberliegenden Häusergruppe aus dem 16. bis 18. Jahrhundert für einen Augenblick Ihre Aufmerksamkeit. Die Straße trägt ihren Namen übrigens nach dem 1618 erbauten und 1802 aufgehobenen Kapuzinerkloster. Halten Sie sich nun rechts und gehen Sie weiter in die Grabenstraße, vorbei an den Eisdielen rechts und links der Straße geradeaus in die Augustinerstraße.

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9. Augustinerstraße - Augustinerkirche

Augustinerstraße

Die malerische Augustinerstraße ist der stark pulsierende Kern der Altstadt. Bis ins 17. Jahrhundert hinein war sie die Hauptgeschäftsstraße der Stadt. Heute bietet sie eine große Vielfalt all dessen, was des Mainzers Herz, aber vor allem auch das des Mainz-Besuchers begehrt und erfreut. Von einem Ende zum anderen finden sich hier und in den abzweigenden Gassen in typisch Mainzer Atmosphäre kleine Geschäfte und Boutiquen, Cafés, Weinstuben und Vinotheken, Kneipen und Restaurants.

Augustinerkirche

Inmitten der regen Betriebsamkeit und eingegliedert in die Häuserfront ragt die prachtvolle Barockfassade der Augustinerkirche (1768-1776) empor. Von 1768 bis 1776 für das angrenzende ehemalige Kloster der Augustinereremiten erbaut, ist sie heute Seminarkirche. Von beeindruckender Schönheit ist auch ihr Inneres. Die Deckenausmalung gibt Einblicke in das Leben des heiligen Augustinus sowie in die Geschichte des Bettelordens, der seit dem 13. Jahrhundert in der Augustinerstraße ansässig ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Mainzer Kirchen hat die Augustinerkirche den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. Jetzt schnell noch zum Kirschgarten um die Ecke und Ihr Stadtrundgang ist fast beendet.

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10. Altstadt

Schlendern Sie ein paar Meter die Augustinerstraße weiter und Sie erblicken linker Hand den Kirschgarten mit seinen romantischen Fachwerkhäusern und dem Marienbrunnen. Den Namen "Kirschgarten" teilen sich übrigens Platz und Gasse. Irrtümlich wird dies oft auf den Baumstumpf zurückgeführt, den man am Backhaus "Zum Beymberg" (Nr. 19) entdecken kann. Hierbei handelt es sich jedoch um einen Eichenpoller. In ihrer Dissertation „Namen der Mainzer Straßen und Örtlichkeiten“ (erschienen 2008 im Franz Steiner Verlag Stuttgart) führt Dr. Rita Häuser den Namen dennoch darauf zurück, dass sich hier im Mittelalter ein großes Gartengelände mit Kirschbäumen befand. Auch entsprang in der Nähe die Quelle "Kirschborn".

Machen Sie nun einen kleinen Streifzug durch die Altstadtgässchen: Durchlaufen Sie die Kirschgarten Straße, biegen Sie anschließend links in die Schönbornstraße und gleich wieder links in die Badergasse. Ist Ihnen an den Straßenschildern etwas aufgefallen? Manche sind blau, manche rot. Die Straßen mit roten Schildern führen zum Rhein, die mit blauen verlaufen hingegen parallel zum Strom. Auch hierüber gibt es mehrere Mythen: Unter anderem heißt es, sollen die Soldaten der Garnison schneller den Weg zu ihren Kasernen gefunden haben. Tatsächlich ist diese Besonderheit auf eine Reform aus der Mitte des  19. Jahrhundert zurückzuführen. Zum damaligen Zeitpunkt war das System der Hausnummerierung und Straßenführung in Mainz sehr kompliziert. Die Reform schuf Abhilfe.

Die Badergasse führt Sie direkt wieder in die Augustinerstraße, wo Sie Ihren Stadtrundgang bei einem wohlverdienten Glas Wein ausklingen lassen können. Ob Sie sich nun nach rechts oder links wenden, die Mainzer Altstadt präsentiert Ihnen eine Fülle an gastfreundlichen Weinstuben und anderen Gasthäusern. Die Entscheidung, liebe Besucher, bleibt ganz Ihrem Geschmack überlassen. Viel Spaß!

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Weitere Informationen ...

... finden Sie auf den Stelen "Historisches Mainz" vor den Sehenswürdigkeiten und unter Tourismus/Sehenswert.

Zitadelle mit Prominenten-Weinberg Kristina Schäfer
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