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Stadtspaziergang: Von der Altstadt über die Wallgrünanlagen in die Oberstadt

Genießen Sie Mainzer Sehenswürdigkeiten bei einem Spaziergang durch die Alt- und Oberstadt sowie das grüne Mainz.

Sie sind auf der Durchreise und nur kurz in Mainz und möchten die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt gerne in Form eines Spaziergangs kombiniert mit Informationen zur Mainzer Stadtgeschichte kennlernen? Dieser virtuelle Stadtspaziergang unterstützt Sie bei Ihrer historischen Entdeckungstour.

Die ausgewählte Route führt Sie von der Mainzer Altstadt in die Mainzer Oberstadt und verbindet das grüne Mainz mit Traditionsgeschichte und historischen Sehenswürdigkeiten von der Römerzeit bis ins 20. Jahrhundert. Klicken Sie die entsprechenden Stationen an und los geht's. Nutzen Sie auch das Angebot des pdf-Downloads am Ende dieser Seite.

Routeninfos

Geeignet für
alle, die Mainz bei einem erholsamen Spaziergang näher kennenlernen möchten.

Barrierefreiheit
ist nicht gegeben.

Dauer
circa 1 1/2 bis 2 Stunden

Routenverlauf

Stadtspaziergang

1. Schillerplatz: Fastnachtsbrunnen - Osteiner Hof - Bassenheimer Hof

Schillerplatz

Der Rundgang beginnt mit typisch Meenzer Tradition. Sie starten dort, wo sich närrische Mainzer und Mainzerinnen jedes Jahr am 11.11. um 11 Uhr 11 feierlich zur Proklamation des närrischen Grundgesetzes zusammen finden: am Schillerplatz direkt vor dem Fastnachtsbrunnen. Der Fastnachtsbrunnen ist seit 1967 ein Wahrzeichen der Mainzer Fastnacht. Denn mit seinen Figuren aus der Fastnacht und Mythologie, wie Vater Rhein oder Till Eulenspiegel, steht er für Mainzer Lebensfreude.

Das kurfürstliche Bauwerk des Osteiner Hofs direkt gegenüber war einstiges Familienpalais des Kurfürsten Johann Friedrich Karl von Ostein im 18. Jahrhundert und diente von 1958 bis 2014 als Standortkommandantur der Bundeswehr. Heute ist er vor allem als Verkündungsort der Narrenzeit bekannt: Pünktlich zum 11.11. ertönt vom Balkon das donnernde Helau.

Seitlich des Osteiner Hofs befindet sich der Bassenheimer Hof, ein weiteres Bauwerk aus der Kurfürstenzeit und Witwenpalais der Schwester des Kurfürsten.

Machen Sie sich nun auf den Weg über den Schillerplatz, rechts am Bassenheimer Hof vorbei und biegen Sie links in die Emmerich-Josef-Straße ein. Der Straße folgend steuern Sie einen beliebten Aussichtspunkt der Mainzer an, die Kupferbergterrasse. Bevor Sie die Treppe am Ende der Straße hinaufgehen, werfen Sie noch einen schnellen Blick nach rechts auf die ehemalige Mainzer-Aktien-Bierbrauerei.

Interaktiver Routenplan

2. Kupferbergterrasse - Sektkellerei Kupferberg - Römertor

Kupferbergterrasse

Oben auf der Kupferbergterrasse angekommen, lohnt es sich, einen Moment innezuhalten. Genießen Sie die Aussicht über die Stadt! Schauen Sie mal, finden Sie die Türme des berühmten Martinsdoms oder die beeindruckende Kuppel der Christuskirche, die an St. Peter in Rom erinnert?
Dieser Platz ist ein beliebter Treffpunkt der Mainzerinnen und Mainzer, um das Silvesterfeuerwerk zu verfolgen. Kein Wunder!
In den hier angesiedelten Räumlichkeiten finden außerdem Events und Tagungen statt.

Sektkellerei Kupferberg

Rechts am Ende der Terrasse befindet sich die ehemalige Sektkellerei Kupferberg, wo heute das Restaurant Kupferberg Terrassen zu Hause ist.

Bei einer Führung können Sie die historischen Kelleranlagen aus dem Mittelalter erkunden. Im 19. Jahrhundert dienten Sie Christian Adalbert Kupferberg als idealer Lagerort für die Erzeugnisse seiner Sektfabrik. Aber auch die einzigartige Gläsersammlung sollten Sie nicht versäumen. Um Voranmeldung wird gebeten unter www.kupferbergterrasse.com.

Römertor

Setzen Sie Ihren Weg einmal rechts um die Sektkellerei herum fort und biegen noch vor dem Novotel links in das neue Wohnforum ab. Dieses umschließt einen historischen Fund aus der Römerzeit, das Römertor, auf das Sie unmittelbar zusteuern. Es zählt zu den spätesten römischen Stadttoren Deutschlands und wurde aus den Steinen des ehemaligen Legionslagers gebaut, das sich einst auf dem Gelände der Terrasse, dem Kästrich, befand. Das Römertor wurde durch Bauarbeiten wiederentdeckt.

Wenn Sie durch das Wohnforum bis zum anderen Ende laufen, gelangen Sie rechts auf die Drususstraße. Von dort aus biegen Sie rechts in die Germanikusstraße ab, um Ihren Rundgang über die Wallgrünanlagen fortzusetzen.

Interaktiver Routenplan

3. Wallanlagen Teil 1

Wallanlagen Teil 1

Folgen Sie der Germanikusstraße und biegen kurz nach dem Parkplatz links in die Grünanlage ein. Sobald Sie die erste Weggabelung erreichen, halten Sie sich links und folgen dem Weg bis zum Ende der Anlage.

Während Sie durch den Park flanieren, werden Sie sich bewusst, worauf Sie gerade spazieren: Ihren Namen verdankt die Grünanlage nämlich dem im Mittelalter angelegten Festungsgürtel der Bastionen und Gräben, auf dessen alten Wallanlagen der Erholungsstreifen im Jahre 1857 angelegt wurde. 

Der als "Mainzer Grüngürtel" bezeichnete Promenadenweg streckt sich südwestlich des Stadtparks bis hin zum Hauptbahnhof und ist im Stil englischer Landschaftsparks gestaltet. Zusammen mit dem Stadt- und dem Volkspark bildet er die "Grüne Lunge" für Altstadt und Oberstadt. Ihr Spaziergang durch den Grüngürtel wird nun kurzzeitig durch die Straße am Gautor unterbrochen. Wenn Sie nach links schauen, erspähen Sie den Namensgeber der Straße in einiger Entfernung.

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4. Gautor

Das Mainzer Gautor ist steinerner Zeuge einer bewegten Stadtgeschichte. Mehrere Truppeneinzüge, von den Truppen Adolphs II. von Nassau im Jahre 1462 bis hin zum französischen Revolutionsheer in den Jahren 1792 und 1799, hat die dreitorige Gaupforte, der Vorläufer des Tores, miterlebt.

Mit dem Ausbau der Festungsanlagen unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn kam ein gemauerter Querwall mit einer Durchfahrt hinzu. Diese Durchfahrt war zu beiden Seiten von Toranlagen eingerahmt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galten Festungswall und Gautor nur noch als Verkehrshindernis. 1896 wurden sie niedergelegt und der davor befindliche Graben zugeschüttet. Nur die heftigen Proteste der Mainzer Bevölkerung bewahrten das Gautor vor seiner Zerstörung. Bis es allerdings wieder in die Nähe seines ursprünglichen Standortes gelangte, sollten gut hundert Jahre vergehen.

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5. Wallanlagen Teil 2

Nachdem Sie auf der Höhe des Fichteplatzes die Straße überquert haben, startet auf der gegenüberliegenden Seite der zweite Teil des Spaziergangs im Grünen über die Wallanlagen.
Sie können den zentralen alleeartigen Promenadenweg wählen oder aber den rechts davon gelegenen kleineren Weg, der neben Spielplätzen auch kleine Plätze mit Blumen- und Pflanzenbeeten bereithält, die zu kleinen Pausen einladen.

Sie laufen nun über die Freiligrathstraße und gelangen nach einigen Minuten erneut zu einer Straße, dem Drususwall, dem Sie links folgen. Biegen Sie nach wenigen Metern noch vor Beginn der Häuser erneut links in die Parkanlage ein und an der nächsten Gabelung halten Sie sich rechts. Nun können Sie noch eine kurze Zeit die Natur genießen und dabei auf der linken Seite schon einen Blick auf Teile der Zitadellenmauer durch die Bäume hindurch erhaschen. Am Ende des Weges steigen Sie die Treppen hinab und laufen links um die Lutherkirche herum.

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6. Römisches Bühnentheater

Nach wenigen Metern blicken Sie auf ein weiteres Zeugnis der Geschichte hinab, die 2.000 Jahre alten Ruinen des Römischen Bühnentheaters.

Stellen Sie sich einmal vor: Hier stand einst das größte Bühnentheater nördlich der Alpen. Das antike Bühnentheater besaß einen Zuschauerraum, der 116 Meter breit war. Seine Bühne maß 42 Meter. Die Zuschauerreihen boten rund zehntausend Besucherinnen und Besuchern Platz – zehnmal mehr als heute ins Große Haus des Mainzer Staatstheaters passen.

2006 wurde der Südbahnhof, unterhalb der Grabungsstätte umbenannt. Seitdem steigen Pendler und Gäste der Stadt am Bahnhof "Mainz – Römisches Theater" ein, aus und um. Eine Glaswand am Bahnsteig öffnet inzwischen die Sicht auf das Römische Bühnentheater. Ein echtes Schaufenster in die Vergangenheit!

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7. Zitadelle - Drususstein

Zitadelle

Wenn Sie Ihren Weg nach oben fortsetzen, erreichen Sie nach wenigen Minuten die hoch über der Altstadt thronende Zitadelle auf dem Jakobsberg. Auf dem Giebel über dem Tor sehen Sie die Figur des heiligen Jakob.

Der eigentliche Ausbau der heutigen Zitadelle mit ihrem regelmäßigen Grundriss und den vier Bastionen Alarm, Tacitus, Drusus und Germanikus begann 1655 unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn. Ab da an kamen dem Gelände verschiedene Funktionen zu. Zunächst war es eine Festungsanlage, diente dann aufgrund von Geldmangel und dem Einmarsch französischer Truppen als Kloster. Dafür entstanden im 18. Jahrhundert ein neuer Abt- und Fremdenbau sowie ein barocker Garten. Dies änderte sich mit der Besetzung durch die deutsche Reichsarmee im Jahre 1793. 12 Jahre später wurde das Zitadellengelände dann wieder als Festung für stationierte Truppen genutzt.

Heute sind hier verschiedene städtische Ämter untergebracht. Aber auch kulturell hat die Zitadelle einiges zu bieten: Bei ober- und unterirdischen Führungen sowie im dort lokalisierten Stadthistorischen Museum begeben Sie sich auf eine historische Entdeckungstour. Ebenso werden verschiedene Kulturveranstaltungen angeboten. 

Ein besonderes Highlight ist das alljährliche, bundesweit bekannte Open Ohr Festival mit Konzerten und politischen Veranstaltungen. Bevor Sie Ihren Weg runter in die Stadt antreten, werfen Sie noch einen kurzen Blick auf den in der südwestlichen Ecke der Festung stehenden Drususstein.

Drussusstein

Der Drussusstein ist ein ursprünglich 30 Meter hohes, römisches Denkmal. Es wurde im Jahre 9 nach Christus vom römischen Heer zu Ehren des Feldherrn und Kaiserbruders Drusus errichtet. Der Feldherr, der als Gründer der Stadt Mainz gilt, verunglückte 9 vor Christus auf dem Rückweg von einem Eroberungsfeldzug an der Elbe.

Vom Drususstein geht es wieder zurück, quer über den Zitadellenhof und durch das Torgewölbe des Kommandantenbaus hinaus auf den Zitadellenweg.

Folgen Sie nun dem Zitadellenweg links hinunter. Überqueren Sie am Ende des Weges die Ampel, um in den Eisgrubweg zu gelangen. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur beliebten Gastwirtschaft Eisgrub-Bräu. Dafür gehen Sie die Stufen rechts an der Ecke zu Beginn des Eisgrubwegs hinab und stehen dann direkt vor der Gastwirtschaft in der Weißliliengasse.

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8. Eisgrub-Bräu

Eisgrub-Bräu

Das hausgebraute, naturtrübe Bier allein ist schon Grund genug, die urige Gastwirtschaft Eisgrub-Bräu in der Altstadt aufzusuchen. Zwischen alten Holzfässern und riesigen, glänzenden Bottichen und Pfannen können Sie eine Pause einlegen und entweder ein typisches helles Märzenbier oder ein dunkles Pils genießen. 2000-3000 Liter Bier werden hier Woche für Woche gebraut.

Das Eisgrub-Bräu war nicht immer das Mekka des Bieres, sondern diente früher auch als Eiskeller, Luftschutzraum und Weinlager. Erst im Jahre 1989 eröffnete in den denkmalgeschützten Gewölbekellern von 1872 die 1. Mainzer Gasthausbrauerei.
Ein paar Meter weiter können Sie durch eine Glaskuppel einen Blick in den Keller der Gastwirtschaft ergattern!

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9. St. Stephan - Chagall-Fenster

St. Stephan

Um ein weiteres Wahrzeichen der Stadt zu erreichen, folgen Sie nun der Weißliliengasse. Im Vorbeigehen sehen Sie linker Hand die von Goldschmied und Metallbauer Albert Sous geschaffene St. Martins-Statue, bevor Sie dann links in die Pfaffengasse abbiegen. Vor dem Ballplatz biegen Sie erneut links in die Maria-Ward-Straße ein. Jetzt sehen Sie schon das angesteuerte Ziel, die St. Stephanskirche.

Als zweitgrößter Kirchenbau der Stadt und mit sterblichen Überresten des Dombauers Willigis im Inneren gilt die 1260 bis 1340 erbaute gotische Hallenkirche St. Stephan auch als zweiter Mainzer Dom. Im zweiten Weltkrieg fast gänzlich zerstört, musste der gotische Bau wiederaufgebaut und restauriert werden.

Die St. Stephanskirche gilt als Muss für jeden Touristen, der sich auf Entdeckungstour durch die Stadt Mainz befindet. Das belegen auch die Touristenzahlen: Rund 200.000 Besucher begeben sich jährlich auf den Weg zum "zweiten Dom".

Chagall-Fenster

Hauptgrund dafür sind die bekannten Marc Chagall-Fenster – ein Hingucker und eine wahre Rarität! St. Stephan ist nämlich die einzige deutsche Kirche, die sich mit den farbintensiven Fenstern des jüdischen Künstlers Marc Chagall (1887 – 1985) schmücken darf.
Überzeugen Sie sich selbst von der lebensfrohen Atmosphäre des Innenraums, die die Farbtöne und das Licht der insgesamt neun Fenster kreieren .

Marc Chagall wurde für sein Schaffen zum Ehrenbürger von Mainz ernannt, auch wenn er die Stadt in seinen stolzen 98 Lebensjahren nie kennenlernte.

Sie haben den Rundgang nun fast beendet. Um zum Ausgangspunkt, dem Schillerplatz, zurückzukehren, laufen Sie rechts die Ölgasse entlang und biegen dann erneut rechts in die Gaustraße ein. Vor Ihnen können Sie nach kurzer Zeit schon den Osteiner Hof erspähen und erreichen dann nach wenigen Minuten den Schillerplatz. Sollten Sie noch Energie verspüren, können Sie von hieraus links der Gaustraße folgend noch einen Abstecher zum Gautor machen und es aus der Nähe betrachten. Oder Sie nehmen sich noch eine kleine Auszeit: Hier laden einige Läden und Cafés zum gemütlichen Verweilen ein. 

 

Interaktiver Routenplan

Weitere Informationen...

... finden Sie auf den Stelen "Historisches Mainz" vor den Sehenswürdigkeiten und unter Tourismus/Sehenswert.