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Rede des Oberbürgermeisters anlässlich der Ehrung von Christian Heidel mit der Gutenbergstatuette

Freitag, 29. April 2016
Rathaus

Lieber Christian Heidel,

liebe Ehrengäste,

ich freue mich sehr, dass wir, vor Ihrem endgültigen Abschied aus den Diensten von Mainz 05, heute die Gelegenheit finden, Ihnen in diesem angemessenen Rahmen, eine Ehrung zu Teil werden zu lassen, die unseren Respekt vor Ihrer Leistung für den Verein und die damit verbundene positive Ausstrahlung für die Stadt Mainz zum Ausdruck bringen soll.

Dabei möchte ich gleich zu Anfang hervorheben, dass Sie, lieber Christian Heidel, nicht als Einzelkämpfer gesehen werden, sondern, dass vieles, über das wir heute so beeindruckt sprechen, sich als ein Gesamtwerk vieler Persönlichkeiten – ich hebe nur das langjährige kontinuierliche Engagement bei weitgehend homogener Zusammensetzung des 05-Vorstands heraus – darstellt, in dem Sie eine zentrale, tragende, stets vorantreibende Rolle gespielt haben.

Aber, und eingedenk dieser Prämisse:

Heute sollen Sie und Ihre Arbeit gewürdigt werden. Denn Sie sagen „Adschee 05“ und „Glückauf 04“!

Ein Journalist hat Sie kürzlich in seiner Überschrift zum Wechsel nach Schalke treffend als „Denker, Planer, Macher“ bezeichnet, und ich bin sicher, dass in diesem Moment jedem von uns noch eine Fülle weiterer Attribute, die Ihre gleichzeitig dynamische, jedoch immer auch durchdachte Vorgehensweise beschreiben, einfallen.

Tatsächlich verdankt es der FSV ganz wesentlich Ihrer Geradlinigkeit, Ihrer Führungsstärke, Ihren Visionen und Ihrer Beharrlichkeit, dass aus einem in der Stadt zwar geliebten, aber doch lange Jahre – mit überschaubaren Ausnahmen - viel zu wenig und meist nur in engen Grenzen (das meine ich auch räumlich) wahrgenommenen regionalen Traditionsverein unter Ihrer Ägide eine bundesweit vielbeachtete, moderne „Marke“, ja, durchaus so etwas wie ein Kultverein wurde.

Sie verhalfen Mainz 05 zu einem Image, das sich andere Clubs erträumen: Mit positiver Ausstrahlung und allem, was in der „Belle Etage“ des Fußballsports die Fans elektrisiert, vom Erreichen der wiederholten Qualifikation zum „Europa-Pokal bis hin zur gemeinsamen Errichtung unseres tollen neuen Stadions, der Coface-Arena.

Mainz 05 hat, zusammenfassend gesagt, in den letzten 15 Jahren eine bundesweit einmalige Entwicklung genommen.

Fazit: Der anhaltende Erfolg trägt deutlich erkennbar Ihre Handschrift.

Lieber Christian Heidel

als heute – Sie werden sicher darüber schmunzeln – „dienstältester“ Manager der Liga haben Sie Ihre Fachkenntnis über 2 Jahrzehnten immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Top-Einkäufe, mit dem Blick für bezahlbare Talente, Top-Trainerverpflichtungen, clevere Entscheidungen in vielen Bereichen und wirtschaftlich herausragende Bilanzen „trotz“ des Stadions-Neubaus.

Apropos Wirtschaft, Unternehmergeist, Visionen, da sind Sie offenbar mit hervorragenden Genen ausgestattet:

Mainz 05 wurde zu einem Wirtschaftsfaktor in der Stadt, ein eigenes profitables Unternehmen haben Sie und Ihre Mitstreiter etabliert.

Sie haben sich auch auf diesem Feld unermüdlich und kämpferisch dafür eingesetzt, den Verein in für Mainz tatsächlich andere Dimensionen zu führen. Das Bruchwegstadion wurde in Etappen bundesligatauglich und als sich die meisten gerade daran zu gewöhnen begannen waren Sie, lieber Laureat,  schon wieder 2,3 Schritte weiter:

Eine neue Spielstätte sollte her, die heutige Coface Arena!

Für manche war das unvorstellbar, für andere ein Sakrileg. Aber Sie sollten Recht behalten, denn es stellte sich heraus:

Das war der Aufbruch in eine andere Galaxis, nicht nur aus sportlicher Perspektive, eben auch wirtschaftlich. So seltsam es heute klingen mag, eigentlich war es nichts anderes als (über-) lebensnotwendig für diesen kleinen Bundesligaverein.

Und immer mittendrin in den Diskussionen, ob als Visionär, Antreiber, Reizfigur, oder einfach nur gnadenloser Realist: Sie, lieber Christian Heidel.

Nein, immer muss man nicht mit ihm einer Meinung sein, aber man sollte genau hinhören, was er warum vorschlägt und wissen, worüber man mit ihm redet.

Und, das soll hier keineswegs, bei allem Lob für den „Macher Heidel“ zu kurz kommen: in so mancher Diskussion hat er als – ja das ist er auch -Fußballromantiker für seine Vorstellungen gefochten und vielen aus dem Herzen gesprochen. Mit Verve, aber, und das ehrt ihn besonders, immer mit offenem Visier!

Dabei habe ich ihn als stets redlich um Fairness bemühten Experten, der sich vehement für die weitgefassten Interessen des Sports und der Wirkungen auf und für die Stadt Mainz und natürlich für den Verein einsetzt, erlebt: Kompetent, hartnäckig, zielstrebig.

Neben den umfangreichen wirtschaftlichen Dimensionen möchte ich auch an die unzähligen Initiativen und Aktionen, im sozialen und gesellschaftlichen Bereich von 05 erinnern. Das hat weit über den sportlichen Sektor zum Zusammenhalt in unserer Stadt beigetragen!

Und noch eins wollte ich unbedingt erwähnen:

Wie Sie und der Verein sich gegenüber schwerverletzten Spielern mit neuen Vertragsangeboten (zuletzt Elkin Soto) verhalten haben, ist  – erlauben Sie mir den Ausdruck – „ganz großes Kino“, einfach vorbildlich! Mein höchster Respekt!

Ich glaube, das sagt mehr „über Mann und Werk“ aus, als noch so viele wohlgesetzte Worte: all diese Beispiele vermitteln einen nachhaltigen Eindruck Ihrer Werte und Überzeugungen für die Sie stehen und des persönlichen Einsatzes den Sie bereit sind, dafür zu erbringen!

Mit Ihnen, lieber Christian Heidel, verliert Mainz 05 nicht nur einen der unbestritten besten Manager und Kenner der Bundesliga, sondern auch eine der markantesten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte. Dass Sie über die Jahre zu einem sehr umworbenen Fachmann avancierten, und dadurch auch andere auf Ihr Können aufmerksam wurden, kann kaum jemanden verwundern.

Ich bin mit vielen 05-Fans traurig, dass solch‘ ein in seinem Metier absolut überragender „Spielmacher“ bei Mainz 05 das Feld verlässt, auf den immer Verlass war und dem bundesweit nur wenige das Wasser reichen können. Christian Heidels Wechsel schmerzt.

Aber: Der Verein, die Fans als auch die Stadt Mainz verdanken Christian Heidel als Architekt dieses phänomenalen 05-Aufstiegs nicht wenig. Daher zeichne ich Sie hiermit als Dank mit der Gutenbergstatuette  aus.

Ich denke, wir alle sind in dem Wunsch einig, dass Ihnen das Glück „auf Schalke“ gewogen bleibt - außer bei künftigen Spielen gegen Mainz 05.                                                                                          

Beinahe hätte ich gerufen: „Heidel auf den Zaun!", aber diesmal tut’s auch der Weg zum Mikro /zu mir.