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Rede anlässlich 125 Jahre Rentenversicherung in Rheinland-Pfalz

Freitag, 25. November 2016, ab 10 Uhr
DRV, Am Brand 31

Sehr geehrter Herr Förster,
sehr geehrte Frau Klee-Lorentzen,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Auskunfts- und Beratungsstelle Mainz,

in diesem Jahr feiern wir den 125. Geburtstag der Renten­versicherung in Rheinland-Pfalz und dazu gratuliere ich im Namen der Landeshauptstadt Mainz sehr herzlich!

125 Jahre Rentenversicherung – das sind 125 Jahre einer höchst wechselvollen deutschen Geschichte. Vor allem aber sind es 125 Jahre deutscher Alltag!

Denn womit Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, täglich in Ihren Beratungsgesprächen konfrontiert werden, das sind die Sorgen, Nöte und Hoffnungen von Menschen aus allen Schichten, jeglichen Alters und aus vielen verschiedenen Nationen.

Vorranging kommen zu Ihnen natürlich Menschen, die an der Schwelle zum Ruhestand stehen und Unterstützung bei der möglichst „sanften Landung“ aus dem Erwerbsleben in die neue Lebenssituation benötigen.

Hier gilt es mit ebenso viel Sachverstand wie Einfühlungsvermögen zu beraten – und manchmal leider auch abzuraten, denn Wunsch und Wirklichkeit klaffen etwa bei einem vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand nicht selten weit auseinander.

Zu Ihnen kommen aber auch Menschen, deren Rente noch in weiter Ferne ist: zum Beispiel nach Schicksalsschlägen, nach Scheidungen, nach Kindererziehungsjahren oder der Angehörigenpflege.

Es kommen selbstständige Unternehmerinnen und Unternehmer ebenso wie Menschen, die kaum über das Nötigste verfügen.

Und auch hier gilt: Manchmal müssen Sie als Beraterinnen und Berater bittere Wahrheiten verkünden wie es sonst nur Ärzte müssen. Und manchmal eröffnen Sie für die Ratsuchenden auch ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten.

So vielfältig das Leben ist, so vielfältig ist die Beratung der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz!

Es ist also kein leichter Arbeitsalltag, den Sie – meine Damen und Herren – täglich zu bewältigen haben, ein für unsere Gesellschaft immens wichtiger ist er auf jeden Fall!

Umso mehr aber danke ich Ihnen für Ihren beständigen Einsatz, für Ihre große Kompetenz, für Ihre Geduld und Ihr Einfühlungsvermögen zum Wohle der Menschen n unserem Land und in unserer Stadt.

Näher dran am Bürger und an der Bürgerin dürfte jedenfalls kaum jemand sein als Sie, und ich überlege fast, ob ich mir demnächst selbst einmal einen Beratungstermin bei Ihnen geben lasse: (noch) nicht in puncto Rente, aber vielleicht, um von Ihnen als Fachleuten zu hören, wo die Menschen „der Schuh drückt.

Meine Damen und Herren,

im Laufe ihrer 125-jährigen Geschichte hat sich die gesetzliche Rentenversicherung zum größten und bedeutendsten System der Alterssicherung in Deutschland entwickelt.

Sie hat Kriege, Inflationen und Währungsreformen überstanden und sich vor allem in Zeiten großer Krisen bewährt.

Gut 90 Prozent der Bevölkerung ist über die Rentenversicherung abgesichert, und für die Allermeisten ist sie das Fundament ihrer Altersvorsorge.

In ihrem Jubiläumsjahr 2016 präsentiert sich die Renten­versicherung in sehr guter Verfassung. Der Beitragssatz ist mit 18,7 Prozent so niedrig wie 1985, zuletzt konnten sich die Rentnerinnen und Rentner sogar über eine kräftige Rentenanpassung freuen.

Diese günstige Situation wird – so die heutigen Annahmen – noch über das Jahr 2020 hinaus anhalten.

Dann aber wird die geburtenstarke Generation der Baby-Boomer zunehmend das Rentenalter erreichen und das Verhältnis von Alt und Jung wird sich ändern, zumal die Lebenserwartung im Alter weiter steigen wird.

In Zahlen heißt das: Kamen 1960 lediglich 18 Menschen im Alter von über 65 Jahren auf 100 Menschen im Alter zwischen 20 und 64, werden es im Jahr 2030 über 40 sein.

Der demographische Wandel macht sich beim Thema Rente also besonders deutlich bemerkbar.

Für Bevölkerungsgruppen, die lückenlos Beiträge gezahlt haben, wird die Rentenversicherung zwar weiterhin ein solides Fundament einer auskömmlichen Alterssicherung sein.

Für bestimmte Bevölkerungsgruppen aber steigt das Risiko der Altersarmut. Betroffen sind hier vor allem Menschen, die nur lückenhaft Beiträge gezahlt oder wenig verdient haben wie Langzeitarbeitslose, Kleinst-Unternehmer oder Alleinerziehende.

Gerade für die Kommunen ist dieses Thema schon jetzt eine Herausforderung!

Umso wichtiger aber ist gerade für uns in Mainz die enge und bewährte Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung.

Schon seit den 1950er Jahren ist die Rentenversicherung in Mainz an wechselnden Standorten vor Ort, seit 1986 sogar mitten im Herzen der Stadt.

Das wird sich zwar demnächst ändern, wie wir wissen, aber keine Sorge: Wir sind vorbereitet! Warum sonst sollten wir die „Mainzelbahn“ gebaut haben…

Unsere Stadt weiß, was sie an ihrer Auskunfts- und Beratungsstelle hat: ein Service-Zentrum in Sachen Rentenversicherung für die ganze Region! Und wie ich hörte, wurden sogar schon Wies­badener bei Ihnen gesichtet…

Mich wundert das nicht, denn Kompetenz und Kundenfreundlichkeit sind umso wichtiger, je komplizierter und komplexer die Materie ist: Gerade die Rente ist ja nicht mehr und nicht weniger als das individuelle Abbild des gesamten Erwerbslebens eines Menschen!

Ob Beschäftigung, Wehr- oder Zivildienst, Krankheit, Arbeits-losigkeit, die Erziehung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen, ob Todesfall, Geburt, Scheidung oder Heirat: kein Lebenslauf ist wie der andere und daher gibt es auch nicht „die eine Antwort“ auf die Frage der Rente.

Wer daher den Durchblick behalten und sein Leben im Alter gut und klug planen möchte, der kommt an einer individuellen Beratung nicht vorbei – das gilt heute noch genau so wie vor 125 Jahren. Ja, es gilt sogar heute stärker denn je!  

Ich wünsche der Auskunfts- und Beratungsstelle Mainz daher weiterhin viel Erfolg und alles Gute und freue mich, gemeinsam mit Ihnen dieses stolze Jubiläum zu feiern!