Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche
Suche
Kopfillustration
Bild in voller Höhe anzeigen Bild in halber Höhe anzeigen
Sie befinden sich hier:
  1. Verwaltung & Politik
  2. Oberbürgermeister und Dezernate
  3. Dezernat I - Oberbürgermeister
  4. Reden
  5. Rede anlässlich der Einweihung der Mainzelbahn

Rede anlässlich der Einweihung der Mainzelbahn

Samstag, 10. Dezember 2016, ab 09.30 Uhr
Straßenbahndepot, Kaiser-Karl-Ring/Ecke Rheinallee

Sehr geehrter Herr Höhne,
sehr geehrter Herr Brosze,
sehr geehrte Frau Kreienkamp,
sehr geehrter Herr Erlhof,

liebe Mainzerinnen und Mainzer,

vor rund zweieinhalb  Jahren durfte ich am  Ostergraben in Bretzenheim mit mehreren hundert Bürgern den ersten Spatenstich für den Bau der Mainzelbahn feiern. Damals haben sicher einige gezweifelt, ob sich der ambitionierte Zeitplan für die neue Straßenbahnverbindung vom Hauptbahnhof-West  bis zum Lerchenberg  halten lässt. Immerhin handelt es sich um eine rund 9 Kilometer lange Strecke parallel zur vielbefahrenen Saarstraße, an der Universität vorbei und durch drei gewachsene Stadtteile hindurch.

Die MVG hatte sich im Mai 2014 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Und sie hat dieses Ziel erreicht: Mit der Fahrplan-Umstellung am morgigen Sonntag wird die neue Straßenbahnstrecke auch offiziell in Betrieb gehen. Dafür möchte ich der MVG-Geschäftsführung Herrn Erlhof und Frau Kreienkamp und den beteiligten Mitarbeitern der Mainzer Verkehrsgesellschaft um den Projektleiter Johannes Köck herzlich danken. Danken möchte ich aber auch den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Mainzer Stadtwerke, die in den vergangenen Monaten ebenfalls dabei geholfen haben, die Mainzelbahn pünktlich auf die Strecke zu bringen. Das gilt beispielsweise bei den notwendigen umfangreichen Leitungsverlegungen und Grundstücksangelegenheiten, das gilt aber auch für viele andere Arbeitsbereiche. Das Straßenbahnprojekt wurde im Zuge des Baus zu einem Projekt der gesamten Unternehmensgruppe:  M wie Mainzelbahn möchte man sagen. 

Die neue Strecke hoch zum Lerchenberg ist aber noch viel mehr als das: Es ist nicht nur das größte Verkehrsinfrastrukturprojekt in der Geschichte der MVG. Es ist ein Projekt von immenser Bedeutung für die gesamte Stadt Mainz. Davon konnte ich mich bereits bei der ersten offiziellen Testfahrt am 28. November überzeugen. Und auch diejenigen hier im Bürgerhaus, die heute morgen bereits mit der Mainzelbahn gefahren sind, werden sicher bemerkt haben, dass eine solche neue Strecke immens dabei hilft, dass eine Stadt zusammenwächst. 

Warum betone ich das so ausdrücklich? Die Stadt Mainz wächst bekanntlich seit vielen Jahren. Inzwischen leben rund 215 000 Menschen hier am Rhein und das freut uns auf der einen Seite natürlich sehr. Zeigt es doch, dass wir beim Thema Stadtentwicklung in den vergangen Jahres einiges richtig gemacht haben. Doch zusätzliche Wohngebiete wie am Zoll- und am Winterhafen oder im Heiligkreuz-Viertel auf dem früheren IBM-Gelände sowie eine boomende Universität bringen auf der anderen Seite zwangsläufig auch immer zusätzlichen Verkehr mit sich. Darauf muss eine moderne und umweltbewusste städtische Verkehrspolitik Antworten finden.

Die Mainzelbahn ist eine solche Antwort. Ich sage das ganz bewusst auch im Hinblick auf die Menschen und manche Institutionen, die die Mainzelbahn für überflüssig erachten: Diese Straßenbahn-Linie  wird den Öffentlichen Personennahverkehr in unserer Stadt in mehrfacher Hinsicht deutlich nach vorne bringen.

In den vergangenen 15 Jahren ist die Zahl der Fahrgäste, die jedes Jahr mit der MVG fahren, von rund 43 Millionen auf mehr als 52 Millionen gestiegen. An einem normalen Werktag benutzen etwa 180 000 Menschen in Mainz Busse oder Straßenbahnen. Diese Zahlen belegen: Der Öffentliche Personennahverkehr in Mainz boomt. Und das sollte uns alle freuen.

Denn Busse und Straßenbahnen gehören zu den umweltfreundlichsten und sichersten Verkehrsmitteln überhaupt. Nicht zuletzt wegen der steigenden Fahrgastzahlen denkt Wiesbaden jetzt über den Bau einer City-Straßenbahn nach Mainz nach.

Der Anteil der Straßenbahn bei uns wird durch die neue Strecke zum Lerchenberg weiter steigen. Für die „Elektrisch“, wie wir Mainzer sie liebevoll nennen, sprechen viele gute Gründe: Sie kann mehr Passagiere aufnehmen als ein Bus. Sie fährt auf dem Weg vom Hauptbahnhof-West bis zum Lerchenberg größtenteils auf einem eigenen Gleisbett und damit besonders in den Stoßzeiten am Stau vorbei. Damit ist sie für viele Fahrgäste attraktiver als der Bus. Und nicht zu vergessen: Sie fährt vor Ort dank Ökostrom ohne Schadstoffe. Unterm Strich werden die Mainzelbahn und das neue Liniennetz pro Jahr etwa eine Million zusätzliche Menschen dazu bringen, Busse und Straßenbahnen zu benutzen.

An dieser Stelle möchte ich den vielen Menschen und Institutionen danken, die die Mainzelbahn von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme unterstützt haben. Allen voran Bund und Land für die finanzielle Förderung, ohne die ein solches Projekt nicht möglich wäre. Dazu gehören auch die Mainzer Stadtwerke, die die restlichen Investitionen für die neue Straßenbahnstrecke aus eigenen Mitteln aufbringen. Ein Dank geht aber auch an den Mainzer Stadtrat. Dafür, dass dieses Großprojekt über mehrere Jahre hinweg stets von einer breiten Unterstützung der demokratischen Parteien getragen wurde.

Ich möchte aber vor allem auch den Bürgerinnen und Bürgern in Mainz danken. Zum einen haben sie in den vielen Workshops im Rahmen der Bürgerbeteiligung mit ihren Anregungen und der Mitarbeit dafür gesorgt, dass die neue Straßenbahnstrecke zum Lerchenberg kein von oben übergestülptes Projekt wurde. Vielmehr wurde und wird die Mainzelbahn von einer breiten Mehrheit der Menschen akzeptiert. Das ist umso bemerkenswerter, weil viele Anwohner entlang der Strecke, aber auch tausende Berufspendler in den vergangenen zweieinhalb Jahren durch die Dauerbaustellen eine ganze Menge aushalten mussten. Das war sicher nicht immer einfach und für deren Geduld meinen ausdrücklichen Dank.

Meine Damen und Herren, ab morgen ist die neue Strecke am Netz. Und darüber können wir uns alle freuen!  Vielen Dank!