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Rede zum Israel-Tag

Dienstag, 23. Juni 2017, 19.00 Uhr
Rathaus

Sehr geehrter Herr Wittstock,
sehr geehrte Frau Schindler-Siegreich,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Freunde von Haifa und Israel,

in diesem Jahr steht der Israel-Tag ganz im Zeichen der 30-jährigen Städtepartnerschaft von Mainz und Haifa, wobei die ersten Kontakte sogar bis in das Jahr 1969 – also fast 50 Jahre – zurückreichen.

Damals führten die Stadtverwaltungen unserer Städte erstmals einen Austausch von Fachkräften der Jugendarbeit durch. Und da gerade in Haifa viele ehemalige Mainzer Juden lebten wurden die Kontakte dorthin besonders intensiv gepflegt. Doch bevor es zur offiziellen Partnerschaft kam, schlossen sich im Februar 1981 zunächst die Universitäten unserer beiden Städte durch einen Partnerschaftsvertrag freundschaftlich zusammen. Am 30. März 1987 war es dann auch offiziell so weit: aus der im Grunde längst bestehenden Freundschaft wurde eine Städtepartnerschaft mit Brief und Siegel!

Und diese Partnerschaft hat sich seither auf vielen Ebenen bewährt – ganz besonders auf der Ebene des Jugendaustauschs. Davon konnten Sie sich heute Nachmittag, verehrte Gäste, beim Podiumsgespräch selbst überzeugen.

Und ganz im Zeichen des Austauschs geht es gleich auch weiter: mit der Premiere des Films „Schalom, Haifa! – Chronik einer langen Freundschaft“ von Dietmar Schulz.

Der Film berichtet unter anderem über drei Projekte, die die Stadt Mainz seit der Aufnahme der offiziellen Städtepartnerschaft unterstützt hat: das Jugendzentrum „Bet Magenza“, eine Bibliothek und ein Senioren-Tagesheim, das den Namen „Jockel-Fuchs-Heim“ trägt und leider bei den verheerenden Bränden Ende letzten Jahres in Haifa völlig zerstört wurde. Wir hoffen sehr, dass diese Einrichtung bald wieder genutzt werden kann, denn es war ein wichtiger Treffpunkt für Senioren und Seniorinnen der umliegenden Altersheime.

Der Film von Dietmar Schulz zeigt außerdem anschaulich, wie die wechselseitigen Verbindungen von Mainz und Haifa weit über die 30 Jahre der offiziellen Partnerschaft hinausreichen und wie sich überhaupt deutsche Einflüsse in der Architektur, Kultur und Wissenschaft Haifas niedergeschlagen haben.

Wie schon bei seinen Vorgänger-Filmen „Haifa – Tor Israels“ und „Schiff der Verdammten – Die Irrfahrt der St. Louis“ – ist es Dietmar Schulz damit erneut gelungen, lebendige „Reise-Bilder“ für uns einzufangen.  Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf, die Schönheit, aber auch die Herausforderungen unserer Partnerstadt und die Meilensteine unserer Partnerschaft durch das Auge seiner Kamera zu sehen.

Meine sehr verehrten Gäste,

mit einem besonderen Kapitel der vielfältigen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel beschäftigt sich zum Abschluss unseres heutigen Tages der Vortrag von Professor Lämmer unter dem Titel „Der Sport – ein Motor der deutsch-israelischen Beziehungen“.

Prof. Lämmer von der Deutschen Sporthochschule Köln spricht dabei nicht nur als ausgewiesener Sport-Fachmann. Sondern auch als 2. Vorsitzender des Freundeskreises der Haifa Foundation, in der alle deutschen Partnerstädte Haifas, darunter auch wir, sowie viele weitere Institutionen und interessierte Bürgerinnen und Bürger engagiert sind, um auch auf diese Weise die Beziehungen zu Haifa weiter zu intensivieren. Sehr geehrter Herr Professor Lämmer, ich freue mich sehr, dass Sie heute bei uns sind! Herzlichen Dank für Ihr Kommen!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich weiß aus eigener Anschauung: Kaum ein Land lohnt so sehr zum Selberentdecken wie Israel, und wer es einmal bereist hat, wird die vielen Eindrücke von dieser kulturell so vielfältigen Gesellschaft nie vergessen.

Hier und heute kann es naturgemäß nur einen kleinen Ausschnitt der Faszination geben, die von Israel ausgeht.

Aber schon dieser Ausschnitt zeigt eines ganz klar: Israel lässt niemanden kalt und unberührt – und die Emotionen, die mit der besonderen Beziehung zwischen Deutschland und Israel verbunden sind, schlagen selbst heute noch mitunter entsprechend hoch.

Lassen wir uns von der diplomatischen Ebene nicht beirren, meine Damen und Herren. Im Gegenteil: Daran zeigt sich umso mehr, wie wichtig Informations- und Begegnungsveranstaltungen wie dieser Israel-Tag in Mainz und wie wichtig unsere vielfältigen persönlichen Kontakte nach wie vor sind.

Übrigens bahnen sich ganz neue Kontakte derzeit gerade an und zwar unter dem schönen Titel „Twin-Winery“ zwischen dem Mainzer Weingut Stenner und dem israelischen Winzer Hai Vortman aus der Region Haifa. Eine kleine Kostprobe dieser Partnerschaft können Sie heute schon einmal genießen: nämlich die Weine beider Weingüter, die wir heute für Sie ausschenken. Vielen Dank an die beiden Weingüter für diese Bereicherung unserer Städtepartnerschaft!  

Und vielen Dank an alle, die zum Zustandekommen des Israel-Tags beigetragen haben:

  • die Deutsch-Israelische Gesellschaft Mainz,
  • die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
  • und die Jüdischen Gemeinde Mainz.

Ich danke außerdem sehr herzlich Dietmar Schulz, dessen Filme viel zum besseren Verständnis unserer Partnerstadt Haifa und des Landes Israel beitragen.

Und schließlich danke ich dem Auswärtigen Amt, das sowohl dieses Filmprojekt als auch insgesamt diesen Israel-Tag gefördert hat.

Aufmerksam machen möchte ich Sie außerdem auf die folgenden Informationsstände im Foyer des Rathauses:

  • den Stand der Bildungs- und Begegnungsstätte Givat Haviva, die sich für jüdisch-arabische Verständigung einsetzt;
  • der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, die regelmäßig hoch interessante Bildungsreisen nach Israel anbietet und sich mit Vorträgen und Diskussionen in die öffentliche Nahost-Debatte einbringt;
  • der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
  • der jüdischen Umweltorganisation KKL, die auch Büros in Deutschland unterhält, sowie natürlich
  • der sehr aktiven Deutsch-Israelischen Gesellschaft Mainz.

Ein Hinweis sei mir an dieser Stelle noch gestattet: Letztlich kann ein Israel- Tag immer nur als kleiner „Appetizer“ wirken, als Anregung dieses Land selbst zu bereisen und es mit allen Sinnen zu erfassen.  

Beste Gelegenheit dazu bietet eine Bürgerreise der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Mainz zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und zwar vom 15. bis 24. November. Eine kompetentere Reiseleitung kann man sich wohl gar nicht vorstellen.

Meine Damen und Herren,

ich wünsche Ihnen allen weiterhin einen informativen und unterhaltsamen Israel-Tag 2017 und freue mich auf viele Gespräche und Begegnungen mit Ihnen!