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Rede zum Jubiläum 25 Jahre conSens Seniorenmagazin

Mittwoch, 21. Juni 2017, 15.00 Uhr
Rathaus

Sehr geehrter Herr Duschl,
sehr geehrtes Redaktionsteam,
sehr geehrte Mitglieder des Seniorenbeirats Mainz,
meine sehr geehrte Damen und Herren,

im November letzten Jahres hat der auf Fragen des demo­graphischen Wandels spezialisierte BWL-Professor Sven Voelpel von der Jacobs Universität Bremen in der Süddeutschen Zeitung über eine seiner Feldstudien berichtet.

Ich darf ihn hier kurz zitieren:

„In unser Labor haben wir ältere Arbeitnehmer eingeladen, die kreative Aufgaben lösen mussten und dabei von Gutachtern bewertet wurden.

Eine Gruppe wurde negativ beeinflusst, die hat vorab einen Text über die negativen Effekte des Alterns gelesen.

Eine andere Gruppe bekam einen Text darüber, dass man im Alter weiser wird und Zusammenhänge besser erkennt.

Das Ergebnis war beeindruckend: Nach einem negativen „Priming“ – so der Fachbegriff für „Beeinflussung“ –  war die Anzahl und die Qualität der Ideen um die Hälfte gefallen. Diejenigen, die positiv eingestellt waren, lieferten hingegen mehr als doppelt so viele Ideen ab wie eine neutrale Vergleichsgruppe.

Das bedeutet, mit einer dreiminütigen Intervention hat man eine Leistungssteigerung um 400 Prozent. Das ist Wahnsinn!“

Und „Wahnsinn“, meine Damen und Herren, finde ich auch, dass unser Seniorenmagazin ein solches positives „Priming“ jetzt schon seit 25 Jahren leistet!

Ganz im Sinne einer „positiven Beeinflussung“ versteht das conSens das Älterwerden eben nicht als Einschränkung oder gar Handicap, sondern als neue, spannende Lebensphase mit seinen je eigenen Aufgaben, Anforderungen, Aktivitäten und Interessen. Da bekommt man fast schon Lust auf das Alter!

Mit großer Freude überbringe ich daher die Grüße und Glück­wünsche der Landeshauptstadt Mainz für das gesamte Redaktions­team des conSens und für alle, die Ausgabe für Ausgabe zu dem großen Erfolg unseres Seniorenmagazins beitragen: durch Artikel und Beiträge, durch Recherchen, durch Leserbriefe, durch viel­fältige Anregungen oder auch durch die Schaltung von Anzeigen.

So ist conSens heute ein modernes Magazin mit zwar klarem Fokus auf Seniorinnen und Senioren und dennoch mit einer Themen­vielfalt, die das gesamte kulturell-gesellschaftliche Spektrum in unserer Stadt abdeckt.

Alte Menschen – das zeigt sich hier ganz deutlich – lassen sich in keine Schublade stecken! Und alte Menschen mögen vielleicht in manchem eingeschränkt sein, an Ideen und Interessen mangelt es ihnen nicht!

Meine Damen und Herren,

die Anfänge von conSens reichen noch in die Zeit von Karl Delorme und vor allem von Willi Abts zurück. Vorläufer war eine kleine Informationsschrift speziell für Seniorinnen und Senioren, die aufgrund personeller und finanzieller Probleme allerdings kurz vor dem Ausstand.

Schon damals aber wusste sich der Seniorenbeirat Gehör zu verschaffen: unter der Leitung seiner damaligen Vorsitzenden Otti Gerber setzte er sich energisch und erfolgreich für die Weiter­führung des Informationsblatts ein.

Das zeigt sehr deutlich, wie eng das Seniorenmagazin conSens und der Seniorenbeirat der Stadt Mainz miteinander verbunden sind. Wenn man so will, hat der Beirat sozusagen den Nährboden geschaffen, auf dem das Magazin heute so reiche Früchte tragen kann. Dafür möchte ich allen Mitgliedern des Seniorenbeirats unter ihrer Vorsitzenden Christiane Gerhardt an dieser Stelle sehr herzlich danken!

Und noch jemandem möchte ich natürlich danken: Wolfgang-Michael Duschl! Wolfgang Duschl ist ja nicht nur der Verleger und Koordinator von conSens, er ist auch und vor allem Herz und Seele des Magazins! Er erwies sich sozusagen als „Mann der Stunde“, als das bisherige Infoblatt zur Disposition stand. Er war es, der 1992 das Magazin conSens erfolgreich aus der Taufe hob und er war es auch, an dessen versierter Hand es schließlich laufen lernte!

Heute ist das conSens fast schon ein „alter Hase“ in der Mainzer Medienlandschaft. In die Jahre gekommen ist es allerdings nicht.

Im Gegenteil! Das Magazin ist in all den Jahren über sich selbst hinausgewachsen. Sowohl Quantität als auch Qualität der Beiträge sind enorm gestiegen und das auch dank der vielen Anregungen seitens einer hoch interessierten und hoch engagierten Leserschaft – einer Leserschaft übrigens aus mittlerweile allen Altersklassen!

Und das wundert nicht, schließlich hatte sich das Magazin von Anfang den generationenübergreifenden Dialog, den Konsens mit allen Bürgerinnen und Bürgern, nicht nur auf den Titel, sondern auch auf die Fahnen geschrieben.

Meine Damen und Herren,

das Seniorenmagazin conSens ist eines der besten Beispiele dafür, was in unserer Stadt möglich ist, wenn Menschen sich miteinander an einen Tisch setzen – in diesem Fall an einen Redaktionstisch!

Seit jeher findet sich an besagtem Tisch für jeden, der mitmachen will, ein freies Plätzchen. Nach dem Motto „niemand muss, jeder kann“ werden hier Artikel verfasst oder Anregungen gegeben.

Entscheidend ist dabei immer der enge Kontakt miteinander – der nicht nur in der Redaktion, sondern auch auf Fahrten und Festen emsig gepflegt wird – sowie der enge Kontakt mit den Leserinnen und Lesern: Was ihnen heute unter den Nägeln brennt, was sie interessiert oder bewegt, steht spätestens morgen Schwarz auf Weiß im conSens!

Wahnsinn, wie professionell und im wahrsten Sinne des Wortes viel-seitig – sowohl von den Themen her als auch vom Umfang – das conSens seit seiner Geburtsstunde vor 25 Jahren geworden ist!

Und dennoch – zwei Dinge sind unverändert geblieben: nach wie vor arbeiten alle Redakteure und Redakteurinnen ehrenamtlich und nach wie vor wird das Magazin kostenlos abgegeben. Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, sondern zeugt vom Selbstverständnis des conSens als Medium für alle – also auch für Menschen, die sich zum Beispiel das Abonnement einer Tages­zeitung nicht leisten können – und von allen.

Und auch dafür danke ich heute ganz herzlich: den treuen Anzeigenkunden, die mit ihrer Anzeige dazu beitragen, dass das ConSens finanziell gut aufgestellt ist und damit auch weiterhin kostenlos bleiben kann.

Und den Bürgerinnen und Bürgern, die sich teilweise schon seit Jahren und sogar Jahrzehnten für den ConSens ehrenamtlich engagieren. Und die dafür nicht nur ihre Zeit einbringen, sondern auch ihre Lebenserfahrung.

Ohne den ConSens, meine Damen und Herren, wäre unsere Seniorenarbeit – wäre unsere gesamte Stadt – um ein Medium ärmer, das Sprachrohr, Schwarzes Brett, Informationsquelle, Unterhaltung und Wissensschatz in einem ist.

Sehr geehrter Herr Duschl,

am Anfang, so haben Sie es selbst einmal erzählt, ist das Heft quasi unter der Ladentheke an Interessierte weitergegeben worden, weil man meinte, mit dem Thema „Alter“ sensibel umgehen zu müssen, nach dem Motto: Jeder will zwar alt werden, aber kaum einer alt sein.  

Heute ist das conSens unübersehbar: in Apotheken, in den Wartezimmern der Ärzte, in den Ortsverwaltungen oder bei uns im Rathaus! Und neuerdings auch in der Mainzer Volkshochschule und zwar in besonders unterhaltsamer Form: „Das Alter in der Karikatur“ heißt eine dort noch bis 7. Juli zu sehende Ausstellung, die in Kooperation mit dem conSens entstanden ist und das Altwerden und Altsein auf die Schippe nimmt. Alleine, um Pippi Langstrumpf als alte Dame zu sehen, lohnt der Gang hinüber in die vhs!

Auch dafür, meine Damen und Herren, steht das conSens, auch dafür stehen die Seniorinnen und Senioren in Mainz: für eine gute Portion Humor, mit der das Unausweichlich angegangen wird.

Liebes conSens-Team: Lassen Sie sich auch weiterhin von den Mühen des Alltags nicht unterkriegen, sondern zeigen Sie uns die vielen spannenden Seiten des Lebens!

Ich freue mich mit Ihnen auf das nächste Vierteljahrhundert conSens, auf das nächste Vierteljahrhundert aktiver Seniorenarbeit in Mainz!