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Empfang für Delegation aus Xi’an

Dienstag, 12. September 2017, 20 Uhr
Rhein-Schiff

Sehr geehrter Herr Vizepräsident Hu,

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wang,

sehr geehrter Herr Generalkonsul Wang,

sehr geehrter Herr Minister Lewentz,

sehr geehrter Herr Metz,

sehr geehrter Herr Karst,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

Sie kennen sicher das chinesische Sprichwort: „Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt“. Sie, meine Damen und Herren, haben diesen ersten Schritt heute mit dem Unterzeichnen einer Kooperationsvereinbarung getan und damit das Fundament für eine engere kulturelle Zusammenarbeit unserer beiden Städte gelegt.

Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich im Namen der Landeshaupt­stadt Mainz.

8.000 Kilometer Luftlinie trennen Mainz und Xi’an – und auch sonst treten die Gemeinsamkeiten zwischen der fast schon beschau­lichen Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz und der Millionen­metropole Xi’an nicht gleich offen zu Tage.

Und dennoch: Es gibt sie, die Gemeinsamkeiten!

Denn wie Xi’an ist auch Mainz eine sehr alte Stadt – die zweit­älteste Deutschlands genau genommen –, und ihr reiches his­torisches und archäologisches Erbe ist noch heute an vielen Stellen zu sehen, wie Sie bei Ihrer Führung durch das archäo­logische Mainz heute Vormittag selbst feststellen konnten, verehrte Gäste.

Wie gehen wir mit diesen Schätzen des Altertums um? Wie bewahren und präsentieren wir sie für kommende Generationen? Und wie können wir von den Erfahrungen anderer profitieren?

All das sind Fragen, mit denen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowohl hier in Mainz als auch in Xi’an beschäftigen. Dass der Dialog untereinander jetzt mit der Kooperationsvereinbarung quasi einen noch „offizielleren Rahmen“ bekommt, begrüße ich außer­ordentlich.

Die Kooperationsvereinbarung kommt zur rechten Zeit – schließlich bauen wir in Mainz gerade ein neues großes Archäologisches Zentrum, das nicht nur neue Präsentationsmöglichkeiten bieten wird, sondern auch den Wissen­schaftsaustausch beflügeln soll – und sie fällt auf äußerst frucht­baren Boden.

Denn schon jetzt gibt es zum Beispiel eine enge Partnerschaft zwischen dem Gutenberg-Museum und dem Druckmuseum in Beijing, die sich niederschlägt in wechselseitigen Spenden und Leihgaben. So durften wir uns zuletzt freuen über das Modell einer chinesischen Setzerei für unsere China-Abteilung im Gutenberg-Museum.

Gerade auf dem Gebiet des Buchdrucks sind die wechselseitigen Einflüsse von Ost und West unglaublich spannend und genau davon wird ab Frühjahr 2018 eine groß angelegte Ausstellung im Gutenberg-Museum mit dem Titel „Ohne Zweifel Gutenberg?“    zeugen.

Soviel ich weiß läuft dazu auch gerade eine Leihanfrage nach China, mit der Bitte uns für diese Ausstellung Exponate zur Verfügung zu stellen.

Auf eine jahrzehntelange Freundschaft mit China kann auch das Römisch-Germanische Zentralmuseum verweisen. Das Mainzer Forschungsinstitut für Archäologie hat maßgeblich zum Erhalt und zur Erforschung des Kulturerbes in Xi´an beigetragen. 

Meine Damen und Herren,

ich selbst war leider noch nie in China, aber ein Vorgänger von mir – der Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs – reiste mit einer Mainzer Delegation als einer der ersten deutschen Politiker 1973 ins „Reich der Mitte“. Wie sich herausstellen sollte, war auch das der erste Schritt einer langen gemeinsamen Reise, denn in unmittelbarer Folge dieses Besuchs gründete sich 1978 die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Mainz-Wiesbaden.

Seit drei Jahren wird die Gesellschaft von Kurt Karst geleitet, der zugleich Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher China Gesellschaften ist und damit einer der profiliertesten Wegbereiter der deutsch-chinesischen Freundschaft ist. Auf seine Initiative geht auch das heutige Treffen zurück: Zwar besteht bereits seit langem ein intensiver Austausch mit deutschen Partnern im Bereich Musik und Tanz,  ein Austausch im Bereich des materiellen Kulturerbes gab es bisher mit Deutschland aber noch nicht. Das soll sich jetzt ändern und den Auftakt dazu macht die GDKE Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der geschichtsträchtigen Stadt und Region Xi’an .

Ich freue mich über diese Zusammenarbeit sehr. Ich freue mich für die GDKE Rheinland-Pfalz und das Landes­museum Mainz, ich freue mich aber auch insgesamt für unsere Stadt, deren Kulturleben dadurch enorm bereichert wird.

Mein großer Dank für das Zustandekommen dieser Kooperation gilt vor allem Ihnen, sehr geehrter Herr Vizepräsident Hu: Sie haben wesentlich dazu beigetragen, den Kontakt zu Xi‘an herzustellen und damit einen Kulturaustausch überhaupt erst möglich gemacht.

Zugleich danke ich meinem Amtskollegen aus Xi’an Herrn Oberbürgermeister Wang für sein Kommen und für seine Bereitschaft, die heute unterzeichnete Kooperationsvereinbarung mit zu tragen.

Ich danke außerdem Herrn Metz und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere Frau Dr. Heide, von der General­direktion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz dafür, dass sie die Vereinbarung von deutscher Seite mit Leben füllen.

Ich danke Herrn Karst und der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Mainz-Wiesbaden für ihr großes bürgerschaftliches Engagement zum Wohle des Kulturstandorts Mainz, das sie mit ihrem Eintreten für eine engere deutsch-chinesische Zusammenarbeit gezeigt haben.

Und zuletzt auch noch ein herzliches Danke auch an die Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrt und an mainzplus CITYMARKETING für diese wunderbare Location hier auf dem Rhein.

Entschuldigen Sie bitte, verehrte Gäste, dass ich aus Termin­gründen heute nur kurz bei Ihnen sein kann. Nehmen Sie dennoch bitte meine besten Wünsche für ein künftig noch engeres Miteinander entgegen. Ich hoffe sehr, dass diesem ersten Kennenlernen – diesem ersten Schritt – eine lange gemeinsame Reise folgen wird.

Verehrte Gäste,

ich habe mit einem chinesischen Sprichwort begonnen, und ich möchte mit einem solchen schließen:

„Die beste Zeit einen Baum zu pflanzen war vor zwanzig Jahren. Die zweitbeste ist jetzt.“

Es ist nie zu spät, gemeinsam etwas Neues zu schaffen! Lassen Sie uns daher heute einen Baum der kulturellen Zusammenarbeit pflanzen – nicht unbedingt hier mitten im Rhein, sondern auf dem reichen kulturellen Nährboden unserer beiden geschichtsträchtigen Städte  Xi‘an und Mainz.

Ich freue mich auf eine gute, fruchtbare Zusammenarbeit mit Ihnen!