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Rede des Oberbürgermeisters anlässlich des Festakts zum 550. Todestag von Johannes Gutenberg

Montag, 05. März 2018,17 Uhr
Ort: Staatstheater Mainz, Kleines Haus

Anrede,

seit Umberto Ecos Welterfolg „Der Name der Rose“ haben wir sie deutlich vor Augen: die klösterlichen Schreibstuben des Mittelalters, in denen die Mönche tagaus, tagein und Wort für Wort dicke Wälzer ab­schrieben. Wir hören förmlich noch das Kratzen ihrer Federn auf dem Pergament.

Mit dieser jahrhundertealten Praxis macht erst Johannes Gutenberg Schluss: Der Mann aus Mainz revolutioniert die Buchherstellung und damit zugleich auch Religion und Bildung. Er revolutioniert die Welt.

Innerhalb nur weniger Jahrzehnte machte seine Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern das Wissen über Standes- und  Landesgrenzen hinweg zugänglich für immer mehr Menschen – bis hin zur Kommunikationsgesellschaft unserer Tage.

Und alles, was er dafür brauchte, entwickelte er selbst: die Druck­presse nach dem Vorbild der Weinpressen, wie sie jeden Herbst allerorts in unserer Weinregion in Aktion waren; ein geniales Handgieß­gerät, die Legierung des Metalls, die Farbe zum Drucken, Satz­schiff, Winkelhaken, Druckerballen.

Und er wurde sogar zum ersten Typographen, schließlich sollte das gedruckte Buch mindestens ebenso schön aussehen wie das hand­geschriebene. Er gestaltete daher nicht einfach nur die 26 Buch­staben unseres Alphabets, sondern sage und schreibe 290 ver­schiedene Lettern, um das perfekte Schriftbild eines gleichmäßigen Blocksatzes zu erreichen – sei es auf Papier oder auf Pergament­bögen.

Sein Bibeldruck ist damit die Geburtsstunde des Buches, wie wir es heute kennen. Die Wiege aber dieses ersten mit beweglichen, wiederverwendbaren Lettern gedruckten Buches der westlichen Welt stand Mitte des 15. Jahrhunderts hier bei uns in Mainz!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Gäste,

Johannes Gutenberg, dessen 550. Todestag wir heute und das Jahr über würdigen, hat im wahrsten Sinne des Wortes Bewegung in die mediale Ent­wicklung von den mittelalterlichen Schreibstuben hin zu den modernen Druckwerkstätten gebracht.

Sie hat Bewegung in die Köpfe und in die Welt gebracht.

Denn auch wenn Gutenbergs Arbeitsweise mittlerweile von der Digitalisierung abgelöst wurde; auch wenn sich Bleisatz und Winkelhaken heute eher im Museum als in einer modernen Druckerei befinden und das „Hurenkind“, der „Schusterjunge“ oder der „Zwiebelfisch“ nur noch in Anekdoten weiterleben: Das Guten­bergsche Grundprinzip gilt nach wie vor!

Nach wie vor werden Texte zunächst in die jeweils kleinsten verfügbaren Informationseinheiten – in digitale Codes – zerlegt und anschließend quasi neu zusammengesetzt.

Gutenberg hat damit die Grundlagen zur Medienrevolution unserer Tage gelegt und wirkt bis heute unmittelbar in unser aller Leben.

Und noch etwas hat er uns gelehrt: Wie man mit Mut zum Risiko auf einer genialen Geschäftsidee ein gewagtes Unternehmen aufbauen kann.

Er ist quasi einer der ersten „Start-up-Unternehmer“ der Geschichte, ein äußerst cleverer Unternehmer, der mit sicherem Gespür für Angebot und Nachfrage wusste, was seine Zeit dringend brauchte: Bücher – und das in Hülle und Fülle, von gleichbleibender Qualität und mit verlässlichen Inhalten.

Wenn wir uns an dieser Stelle das 15. und 16. Jahrhundert ver­gegenwärtigen, dann erleben wir ein Europa im Aufbruch und das auf praktisch allen Ebenen: mit expandierenden Städten, einer auf­strebenden Geldwirtschaft und einem regelrechten Boom an Uni­versitäten, Schulen und Bibliotheken, die vom wachsenden Selbst­bewusstsein und Bildungshunger der Bürger künden.

Forschen, Studieren, Lernen, Lesen – all das verlangte nach dem geschriebenen Wort, all das profitierte vom gedruckten Wort.

Nur leider ließ dieses Wort vor Gutenberg arg lange auf sich warten: So dauerte die Abschrift einer Bibel von Hand etwa zwei bis drei Jahre. Und das Endprodukt war sehr, sehr teuer!

„Geht das nicht irgendwie schneller, preiswerter und bei gutem Gewinn für den, der das schafft?“, muss sich also Gutenberg gefragt haben, und allein mit diesem Gedanken erwies sich der „einfallsreichste Mainzer aller Zeiten“ als „Mann der Stunde“.

Doch was wissen wir eigentlich über diesen Mann – außer, dass er in Mainz nicht nur geboren wurde und starb, sondern hier vor allem sein Meisterwerk, den Druck der 42-zeiligen Bibel, vollbrachte?

Es ist vergleichsweise wenig:

Wir wissen, dass er um 1400 als Johannes Gensfleisch im Hof zum Gutenberg in Mainz zur Welt kam und in Mainz im Jahr 1468 verstarb.

Wir wissen, dass er aus einer vermögenden Patrizierfamilie stammte und nach der Klosterschule vermutlich die Universität in Erfurt besuchte.

Wir wissen, dass er aufgrund von Bürgerkämpfen zusammen mit seiner Familie die Stadt verlassen musste.

Doch dann verliert sich seine Spur – bis sie 1434 in Straßburg wieder auftaucht, wo Gutenberg zum ersten Mal als selbständiger Unternehmer in Erscheinung trat und zwar mit der Produktion von Pilgerspiegeln – kleinen Spiegeln, die die magische Kraft der Reli­quien einfangen sollten und die er für die anstehende Wallfahrt in Aachen gleich in Massen produzieren wollte.

Leider fiel die Wallfahrt aus: Es wurde also nichts aus dem großen Geld, das er für sein geheimes Projekt, den Auflagendruck von Büchern, so gut hätte brauchen können.

Gutenberg – und auch das zeichnet ihn aus – ließ sich von diesem Rückschlag nicht entmutigen und fand andere Wege. Wege, die ihn schließlich wieder nach Mainz zurückführen sollten.

In Straßburg wurde die Vorarbeit geleistet, zur Reife brachte Guten­berg sein geniales Werk wohl aber erst nach 1448 in seiner Heimatstadt.

1452 bis 1454 gelang ihm hier der Druck des „Buches der Bücher“, der Druck der Bibel, die aufgrund der von ihm ausgetüf­telten Zeilenzahl auch als „B42“ bekannt war und ist.

180 Exemplare sollte er insgesamt von seiner „B 42“ drucken, 49 davon haben sich weltweit zumindest in Teilen erhalten. Unser Mainzer Gutenberg-Museum hat in seinem begehbaren Tresorraum gleich eineinhalb davon zu bieten:

Ein Bibelband kam bereits 1925 ins Haus. Eine komplette Gutenberg-Bibel – zwei Bände also – konnte die Stadt Mainz dann 1978 bei einer Auktion in New York für das Gutenberg-Museum erwerben – ein echter „Coup“ für unsere Stadt, ein Schatz für die Bürgerinnen und Bürger von Mainz und ein Publikumsmagnet für mittlerweile jährlich über 140.000 Gäste aus aller Welt.

Damit zählt unser Gutenberg-Museum zu den besucherstärksten Museen der Bundesrepublik und ist auch ein wesentlicher Wirt­schaftsfaktor unserer Stadt, was Geschäftswelt und Gastronomie betrifft.

Noch 1978, als die neu erworbene Bibel also gerade erst im Museum angekommen war, erwiesen selbst die englische Königin Elizabeth II. und Prinz Philipp dem Haus die Ehre ihres Besuchs, und unvergesslich sind manchen von Ihnen sicher noch die Worte meines Amts-Vorgängers Jockel Fuchs, als er die Hoheiten in perfektem Englisch zur Druck­vorführung bat: „And now we go down in the Druck­werkstatt!“ J

Doch zurück in das Mainz vor 500 Jahren: Rasend schnell verbreitete sich von hier aus die neue Kunst des Druckens in Deutschland und in Europa.

Und was immer danach kam – die Reformation, die ersten gedruck­ten Nachrichten, die erste Zeitung, die ersten demokratischen Ideen, ja ganze Revolutionen – wäre vermutlich zwar auch ohne Gutenbergs Erfindung geschehen, aber sicher nicht so schnell verbreitet worden.

Und noch etwas hat sich dank ihm verbreitet: der Name seiner Heimatstadt, der Gutenberg-Stadt Mainz!

Darauf können wir mehr als stolz sein!

Sichtbares Zeichen unserer Wertschätzung für den größten Sohn unserer Stadt ist seit über hundert Jahren das Gutenberg-Museum, das Weltmuseum der Druckkunst – theoretisch zumindest.

Denn in der Praxis wird sich noch zeigen, wie weithin sichtbar dieses Museum tatsächlich auch in Zukunft strahlt.

Dafür müssen wir den Bürgerentscheid am 15. April abwarten, den ersten Bürger­entscheid der Stadtgeschichte.

Und dieser Bürgerentscheid passt, schließlich waren es Bürge­rinnen und Bürger, die sich anlässlich der Feier des 500. Geburts­tags von Johannes Gutenberg im Jahr 1900 sowohl für die Grün­dung der Gutenberg-Gesellschaft als auch für die Einrichtung eines Museums zu Ehren ihres größten Sohnes entschieden.

Bis heute hat die Internationale Gutenberg-Gesellschaft – der vorzustehen ich als amtierender Oberbürgermeister die Ehre habe – die ideelle und materielle Unterstützung dieses einzigartigen Museums zum Ziele.

Bereits ein Jahr später, also 1901, konnte das Museum eröffnet werden –  dank einer überwältigenden Welle der Unterstützung.

Eine ähnliche Welle der Unterstützung erlebte unser Mainz übrigens bereits 1837, als die Mainzer Bürgerschaft „ihren“ Gutenberg auf den Sockel hob und für das von Bertel Thorvaldsen entworfene Denkmal europaweit Sponsoren gewinnen konnte.

Eine ebensolche „Welle der Unterstützung“ wünschen wir uns auch jetzt wieder, denn bürgerschaftliches Engagement trägt und be­gleitet das Haus bis heute – ganz besonders in diesem Schicksals­jahr, in dem die Weichen für die Zukunft und die Zukunftsfähigkeit des Gutenberg-Museums gestellt werden.

Mehr denn je braucht das „Museum der Zukunft“, –  und als nichts Geringeres sehen und schätzen wir das Gutenberg-Museum – die Bürgerinnen und Bürger von Mainz. Und zwar jede einzelne Stimme von ihnen.

Die Bürgerinnen und Bürger sind es, die am 15. April darüber ent­scheiden werden, wie es mit Gutenbergs Erbe weitergehen und vor allem: wie weithin sichtbar das Gutenberg-Museum künftig auch architektonisch Akzente setzen soll und kann. 

Der Bürgerentscheid ist aber keine Entscheidung „pro“ oder „contra“ Gutenberg, das ist mir wichtig zu betonen.

Denn in ihrer grundsätzlichen Wertschätzung des Gutenberg-Museums hoffe ich alle Bürgerinnen und Bürger vereint – seien sie nun Freunde oder Gegner des so genannten „Bibelturms“.

[Pause]

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

lenken wir den Blick noch einmal von baulichen Fragen weg und hin zu Johannes Gutenberg selbst, zu seinem Werk und seiner Wirkung. Denn ihn möchten wir heute – 550 Jahre nach seinem Tod – feiern und würdigen.

Und wir tun das auf vielfältige Weise:

Zum Beispiel mit den wertvollen Gutenberg-Medaillen, die ich gerade erst im Druckladen des Museums gemeinsam mit den beteiligten Institutionen der Öffentlichkeit vorgestellt habe.

Sie sind nicht nur von bleibendem Wert für treue Freunde des Museums, echte Gutenberg Fans und leidenschaftliche Münz­sammler. Sie sind auch von finanziellem Nutzen für das Gutenberg-Museum, denn der Reinerlös aus dem Verkauf kommt direkt dem Museum zugute.

Wer die Gutenberg-Bibel selbst genauer ins Visier nehmen möchte, der darf sich ab April über einen neuen Faksimile-Reprint des „Buches der Bücher“ freuen.

Wer allerdings nicht ganz so viel Platz im Bücherregal hat, dem sei die Miniatur-Faksimileausgabe der gesamten Gutenberg-Bibel empfohlen, die es im Gutenberg-Shop beim Museum gibt – dort, wo so viele unermüdliche gute Geister ehrenamtlich tätig sind.

Oder er lädt sich ganz modern die aktuelle MainzApp mit ihrem Gutenberg-Special – wir haben am Anfang der heutigen Ver­anstaltung einen Blick darauf werfen können – auf sein Smart­phone.

Wer mehr über den Mainzer Erfinder erfahren möchte, der findet in unseren Jahresprogrammen eine breite Palette an Aus­stellungen, Druckvorführungen und Führungen rund um Johannes Gutenberg und den Buchdruck.

Höhepunkt wird sicher die Ausstellung „Ohne Zweifel Gutenberg“ im Gutenberg-Museum werden, die wir am 20. September eröffnen.

Dort geht es um die traditionellen Druckverfahren Asiens im Ver­gleich zu Gutenbergs Erfindung, um Unterschiede in Methoden und Materialien und um die Wirkungen in Gesellschaft und Leben bis heute.

Wer aber Gutenberg einfach nur feiern möchte, dem sei die dies­jährige Mainzer Johannisnacht ans Herz gelegt – denn sie feiert in diesem Jahr nicht nur ihren Namenspatron, sondern auch sich selbst bzw. ihr 50-jähriges Jubiläum:

1968, als man des 500. Todestags von Gutenberg gedachte, wurde dieses Fest, das sich mittlerweile zu einem der meistbesuchten des Landes entwickelt hat, erstmals gefeiert – und es beweist alljährlich wieder, dass Gutenberg lebt!

[Pause]

Meine Damen und Herren,

kommen wir zum Wichtigsten, denn alles, was ich bisher gesagt habe, war nur ein Vorspann für das, was ich Ihnen eigentlich sagen möchte: ein herzliches Dankeschön!

Ich danke herzlich allen Unterstützerinnen und Unterstützern dieses besonderen Jubiläumsjahres.

Ich danke unserer Kultur- und Baudezernentin Marianne Grosse, die sich mit ganzer Kraft für das Gutenberg-Museum einsetzt: Kein leichter Job, wie wir unlängst beim Rosenmontagszug sehen konnten, der einen seiner Motivwagen unserer starken Dezernentin gewidmet hat J!

Mein großer Dank gilt außerdem unserer hochengagierten und ideenreichen Museumsdirektorin Frau Dr. Ludwig: Liebe Frau Dr. Ludwig, Sie machen sich nicht nur „qua Amt“ um ihr Haus verdient, sondern auch aus der festen Überzeugung heraus, dass die „Erfolgsgeschichte Gutenberg“ noch lange nicht zu Ende erzählt ist, dass sie – im Gegenteil – eine große Zukunft vor sich hat, wenn wir den Mut dafür haben.

Ich danke der Gutenberg-Stiftung unter Vorsitz von Herrn Professor Barner für ihre nicht hoch genug zu würdigende finanzielle Unter­stützung für das Gutenberg-Museum, aber auch für ihren ideellen Beistand.

Ich danke den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mit­arbeitern der Gutenberg Shops und ihrer langjährigen, verdienten Geschäftsführerin Frau Cordier.

Ich danke auch Herrn Professor Füssel, dem Inhaber des Gutenberg-Lehrstuhls an der Johannes Gutenberg-Universität und Vorstandsmitglied der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft, für sein profundes Wissen, mit dem er immer wieder in nah und fern zum Botschafter für unsere Stadt und ihr Museum wird.

Ich danke außerdem und sehr herzlich allen Institutionen aus Kultur und Wissenschaft, die mit ihren Beiträgen nicht nur in diesem Jubiläumsjahr Gutenberg und seine Erfindung für uns erfahrbar und lebendig halten.

Und ich danke Ihnen allen, meine Damen und Herren, dass Sie heute gekommen sind, um ihn zu ehren: den genialen Erfinder, den Vater der Massenkommunikation, den brillanten Typographen und klugen Unternehmer, kurz: den großen Mainzer Johannes Guten­berg, der mit gutem Grund zum „Mann des Jahrtausends“ gewählt worden ist!

Ich freue mich, mit Ihnen gemeinsam Gutenberg selbst, vor allem aber sein Vermächtnis zu feiern.

Auch wenn wir es uns nicht immer klar machen: Dieses Ver­mächtnis begleitet uns nach wie vor, wenn wir einen Text am Bild­schirm lesen, wenn wir eine Seite im Buch umblättern oder wenn wir eine Schrifttype für unsere Mails auswählen.

Sein Geist und seine Erfindung – korrekterweise müsste man eigentlich von Erfindungen sprechen, – sie leben weiter fort im Zeitalter der Informationstechnologie.

Und noch immer lässt uns seine Erfindung staunen wie einst den späteren Papst Pius II., der, als er eine Seite von Gutenbergs Bibel zu Gesicht bekam, begeistert an einen Glaubensbruder schrieb:

 ZITAT „Du konntest sie ohne Brille lesen!“

Nun, damit sollte allerdings bald Schluss sein. Denn was der hohe Herr nicht wusste, wissen wir heute umso mehr: Gutenbergs Erfindung macht zwar schlauer, aber leider auch kurz­sichtiger.

Davor schützt, so haben Forscher herausgefunden, nur eines: das Tageslicht!

Also – auch im Interesse Ihrer Augen, werte Gäste – gehen Sie am 15. April vor die Tür und nehmen Sie am Bürgerentscheid teil!

Das wir die Wahl haben, ist gelebte Demokratie, und Gutenberg verdanken wir die Demokratisierung des Wissens: Ohne ihn gäbe es keine Wahlwerbung, keine Flyer, und die Wahlzettel müssten auch noch von Hand vorgeschrieben werden – undenkbar!

Sagen Sie also mit mir: Danke, Gutenberg! Und zeigen Sie, dass Gutenberg uns alle angeht und dass er die Aufmerksamkeit und das leidenschaftliche Engagement seiner Mainzerinnen und Mainzer mehr als verdient hat!

Dieses Jahr geht in die Mainzer Geschichte ein – als Gutenberg-Jahr, als Schicksalsjahr des Gutenberg-Museums, als Jahr mit dem ersten Mainzer Bürgerentscheid sowieso, aber vielleicht auch als Jahr mit der Chance, ein deutliches Ja zu unserem Weltmuseum der Druckkunst, zu unserem „Museum der Zukunft“, zu sagen!

Das ist für mich auch die passende Gelegenheit, das „Geheimnis“ um die Hommage an Gutenberg zu lüften. Sie haben es vielleicht schon auf den Programmen am Eingang gesehen.

Nach der nächsten musikalischen Einlage folgt eine Reise, genauer, eine Zeitreise. Der Leiter unseres Stadtarchivs, Professor Dr. Wolfgang Dobras, wird uns alle mitnehmen in die Stadt Gutenbergs, in das Mainz im 15. Jahrhundert. Ich freue mich auf sein kenntnisreiches Bild der Situation zu dem auch ein Blick auf Gutenbergs Leben gehört.

Und im Anschluss an Professor Dobras nimmt Frau Dr. Anette Ludwig, die geschätzte Leiterin des Gutenberg-Museums, uns mit auf eine Reise in die Zukunft. Unter dem Titel „Gutenberg 550 – das Gutenberg-Museum und seine Zukunft“ wird sie zu uns sprechen.