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Hier schreibt Michael Ebling

De Dom gehört zu Meenz am Rhoi, wie Fassenacht, Weck, Worscht und Woi!

Liebe Mainzerinnen und Mainzer, viele Monate mussten wir warten, doch jetzt ist es endlich soweit: Die närrischen Tage stehen vor der Tür. Gemeinsam mit allen Närrinnen und Narrhalesen freue ich mich darauf, den Höhepunkt der vierfachbunten Jahreszeit – die Straßenfastnacht – ausgelassen und friedlich in Mainz zu feiern. Trotz, oder gerade wegen der vielen traurigen Nachrichten aus aller Welt, bin ich überzeugt, dass wir Mainzer uns unsere heitere und ausgelassene Art zu feiern nicht verderben lassen und wer fröhlich ist, der macht keinen Blödsinn!

Highlight jeder Kampagne ist der Rosenmontag. Ganz Mainz ist auf den Beinen und verwandelt die Innenstadt in ein farbenfrohes Meer. Nachdem uns im vergangenen Jahr Petrus einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, bin ich zuversichtlich, dass sich in diesem Jahr wieder der fröhlich vierfachbunte Lindwurm am Rosenmontag durch die Stadt schlängelt. Wenn wir nur alle fleißig unsere Teller leer essen, dann sollte es in diesem Jahr auch mit dem schönen Wetter klappen.

In diesem Jahr feiert eines der beliebtesten Fotomotive und eines der närrischsten aller  Denkmäler in Mainz seinen 50. Geburtstag: der Mainzer Fastnachtsbrunnen. Im Jahr 1967 enthüllt ist der Fastnachtsbrunnen ein vergleichsweise junges Denkmal in Mainz. Und doch ist er nicht mehr wegzudenken aus dem Stadtbild. Mit seinen über 200 Figuren aus der Fastnacht und der Mythologie steht er als Symbol für die typische Mainzer Lebensfreude. Vater Rhein, der Mönch und der Mann mit dem Brett vor dem Kopf, die Katze, Till Eulenspiegel und die Stadtgöttin Mogontia, der Geldbeutelwäscher oder der Paragraphenreiter: Sie alle sind Beispiele für die Vielfalt der Phantasiemotive, die den Fastnachtsbrunnen bevölkern. Sie bringen nicht nur das besondere Wesen der Mainzer Fastnacht, sondern mehr noch in einer unnachahmlichen Weise den Geist der traditionsreichen Stadt Mainz zum Ausdruck. Wenn ich am 11.11. auf dem Balkon des Osteiner Hofes die fünfte Jahreszeit eröffne, dann blicke ich jedes Jahr mit Stolz auf unser beliebtes Fastnachtswahrzeichen.

Die Fastnacht ist in Mainz eine historisch tief verwurzelte Institution,  ein gewachsener und prägender Identifikationsfaktor für sehr viele Menschen. Mit der politisch-literarischen Fastnacht kann Mainz zudem schon immer auf ein eigentypisches Alleinstellungsmerkmal verweisen, das weit in die Vergangenheit zurückreicht, als das  „gemeine Volk“ humorig-forsche  Kommunikationsformen ersann, um der Obrigkeit kritische Worte mit auf den Weg zu geben. Die Mainzer Fastnacht ist in der gesamten Republik bekannt und beliebt. Deshalb bedauere ich es ausdrücklich, dass man der Empfehlung der UNESCO-Expertenkommission nicht gefolgt ist und Fastnacht als nationales Brauchtum in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturgutes aufgenommen hat. Egal ob Karneval, Fastnacht oder Fasching: Das bunte Narren-Treiben in der fünften Jahreszeit sollte in Deutschland zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt werden. Wenn schon der Ostfriesentee in das Verzeichnis aufgenommen wird, dann sollte es die Fastnacht allemal werden.

Unsere Fassenacht lebt vom ehrenamtlichen Engagement der Närrinnen und Narrhalesen. Erfreulicherweise sich zahlreiche Mainzerinnen und Mainzer stets bereit, sich für die Pflege unseres närrischen Brauchtums und den Erhalt unseres städtischen Hochfestes mit Humor und Durchhaltevermögen einzusetzen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Ohne ihren Einsatz wäre Mainz um eine liebenswerte Tradition ärmer.

Ich wünsche uns allen viel Spaß beim gemeinsamen Feiern: im Saal und uff de Gass und überall in unserer Stadt.

Ihr

Michael Ebling

Videokolumne von Oberbürgermeister Michael Ebling / Datenschutzhinweis zur Videonutzung siehe www.mainz.de/datenschutz© Landeshauptstadt Mainz