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Pressemeldung

(ekö) Zahl der Kinder mit Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz steigt bis 2022 um 12,5 Prozent / Insgesamt 2.111 neue Betreuungsplätze bis 2022 erforderlich

Mainz zieht an: noch mehr Kinder noch mehr Bedarf noch mehr Kitaplätze

„Es bleibt dabei: Mainz ist attraktiv und zieht an – vor allem junge Familien. Um 16.000 Bürgerinnen und Bürger ist die Landeshauptstadt in zehn Jahren [2007-2017] gewachsen. Vermehrter Zuzug und eine erfreuliche Geburtenzunahme [2010: 1.835, 2017:2.230, d.h. 2010:2017 sind 21% mehr Geburten zu verzeichnen] sind dafür verantwortlich. Daher muss auch die soziale Infrastruktur bedarfsgerecht ausgebaut werden“, stellte Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch bei der Vorstellung des „Kindertagesstätten-Bedarfsplans 2018 mit Prognose bis 2022“ fest. Der Bedarfsplan geht umfassend auf die Situation der Kinderbetreuung in der Stadt Mainz und in ihrer einzelnen Stadtteilen ein und stellt sie differenziert nach Altersstufen der Kinder vor. Jugendhilfeplaner Klaus Cartus, der jährlich den Kita-Bedarfsplan erstellt und der Leiter der Abteilung Kitas im Amt für Jugend und Familie, Thomas Hauf, gingen auf Details des Plans ein und informierten über die geplanten Maßnahmen zum weiteren Kita-Ausbau.

Sozialdezernent Dr. Lensch: „Wir haben uns Familienfreundlichkeit auf die Fahne geschrieben und wollen, dass Familien Familie und Beruf miteinander verbinden können. Wir wollen, dass Kinder von klein an faire Bildungschancen haben und eine qualitativ gute Betreuung und Bildung in unseren Einrichtungen anbieten und tun alles dafür, den Familien die benötigten Betreuungsplätze zur Verfügung stellen zu können.“ Für die Stadt und die mit ihr gut und vertrauensvoll kooperierenden Träger und Initiativen sei der Kita-Ausbau ein gigantisches Projekt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Gleichwohl haben wir – dieser selbstbewusste Blick zurück sei erlaubt, bereits viel erreicht: Seit Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz in Rheinland-Pfalz 2010 haben wir 1.954 Betreuungsplätze in Mainz geschaffen, der überwiegende Teil davon in Kindertagesstätten (2010: 6.156 Plätze/2017: 8.110 Plätze [ohne Tagespflege!]“, sagte der Sozialdezernent. „Die Zahl der Ganztagsplätze ist von 2010 bis 2017 um 58 Prozent erhöht worden (2007: 2.732 GZ-Plätze, 2010: 3.850, 2017: 6.073), seit 2007 hat sich diese sogar mehr als verdoppelt. Das ist mit einer Ganztagsquote von 80,4 (RP: 56,0) ein in Rheinland-Pfalz unerreichter Spitzenwert, wie uns auch der Landesrechnungshof im Kommunalbericht 2017 bescheinigt“, so Dr. Lensch: „Das bisher Erreichte macht uns zuversichtlich, dass wir auch den weiteren Kita-Ausbau erfolgreich stemmen werden.“

Die Prognose des aktuellen Kita-Bedarfsplans 2018 bis 2022 besagt, dass bis 2022 insgesamt 2.111 Betreuungsplätze zusätzlich zu den seit 31.12.2017 vorhandenen 8.030 Plätzen, insbesondere in der Neustadt, in Weisenau und im Hartenberg/Münchfeld, zu schaffen sind. Einzig in Mombach sind nach heutigem Planungsstand keine zusätzlichen Plätze erforderlich (siehe Anlage: Aufschlüsselung nach Jahren, Altersgruppen und Stadtteilen). Die Menge an Kitaplätzen muss also bis 2022 um 26 Prozent erhöht werden. Denn die Entwicklung der vergangenen Jahre setzt sich im neuen Prognose-Zeitraum fort: Die Zahl der Kinder in Mainz mit Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz nimmt bis 2022 aufgrund einer starken Geburtenrate und aufgrund des Zuzugs von jungen Familien um 12,5 Prozent zu.

Mit 24 Neubaumaßnahmen, zu denen 7 erweiterte Ersatzneubauten hinzukommen, sollen bis 2022 die erforderlichen 2.111 Plätze geschaffen werden. Vier Neubaumaßnahmen (Hartenberg/Münchfeld, Lerchenberg, Neustadt und Oberstadt) sind gegenüber dem Kindertagesstätten-Bedarfsplan 2017 hinzugekommen. Sechs Interimskitas gehen als vorgezogene Teileröffnung Neubauten voraus. Die erste, die städtische Kita Elly-Beinhorn-Straße in Weisenau wurde kürzlich bereits eröffnet.

Als Maßnahme im schulischen Bereich wurde jetzt ein auf zwei Jahre angelegtes Modellprojekt an der Grundschule Pestalozzischule in Mombach initiiert, damit Eltern von Schulkindern bedarfsgerechte Betreuungsangebote vorfinden. Das Ziel, die Schule in die Lage zu versetzen, erforderliche Plätze für die Nachmittags- und Ferienbetreuung bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen, im Mittelpunkt steht dabei die Förderung von Kindern im Allgemeinen und die Verbesserung von Bildungschancen für benachteiligte Kinder. Ziel des Modellprojekts ist es auch, Kindern aus einkommensschwachen Familien den Zugang zur Betreuenden Grundschule zu erleichtern, qualifiziertes Personal zu beschäftigen bzw. vorhandene Honorarkräfte zu qualifizieren. Das hier entwickelte pädagogische Konzept soll auf andere Schulen übertragen werden.

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