Chronik der Feuerwehr Mainz
In vielen deutschen Stadtarchiven findet man Feuerordnungen, die bereits aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen. Die Angst der Menschen von damals vor Feuersbrünsten war groß - aus verschiedenen Gründen: die enge Bauweise in den Städten, die Verwendung von Holz und Stroh als Baumaterial, die Nutzung von offenem Feuer und Licht und die begrenzten Möglichkeiten einer organisierten Brandbekämpfung.
Oft genügte ein kleiner Funke, um ganze Stadtviertel in Schutt und Asche zu legen. Somit waren Stadtverantwortliche stets bemüht, Vorsorge für einen Brandfall zu treffen.
Über viele Jahrhunderte entwickelte sich auch in Mainz aus den einfachen Feuerlöschverordnungen, von der öffentlichen Vorhaltung von Ledereimer und Einreißhaken bis zum Herankarren von Feuerspritzen durch die Bürgerschaft, eine schlagkräftige und moderne Feuerwehr.
Die Anfänge (15. - 18. Jahrhundert)
In Mainz war niemand bei der Vorsorge für einen Brandfall ausgenommen. Die erste Mainzer "Aufruhr- und Feuerordnung" aus dem Jahr 1494 regelte die Einsatzbereitschaft im Brandfall, sowie die Verteidigungsbereitschaft der Stadt bei einem Überfall oder einem Aufruhr. Selbst die Geistlichen wurden wiederholt vom Erzbischof zu nächtlichen Wachdiensten eingeteilt. Für die Brandbekämpfung waren insbesondere die Handwerksmeister mit ihren Gesellen, für das Aufstellen der Leitern die Schornsteinfeger und Layendecker (Schieferdecker) zuständig. Zum Herbeitragen des Löschwassers waren die kirchlichen Orden verpflichtet, unterstützt wurden sie von der jüdischen Bevölkerung und den Dirnen. Die Bader mit ihren Mägden und ihrem Gesinde hatten für die Verunglückten zu sorgen. Jede Zunft musste mindestens acht lederne Löscheimer besitzen. Der Zunftmeister war dafür verantwortlich, dass sie bei einem Feuer an die Brandstelle gebracht wurden.
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als der Markgraf Albrecht von Brandenburg (1490 - 1545) die Stadt Mainz besetzt hielt, wurde die Aufruhr- und Feuerordnung überarbeitet. Mehr als 100 Jahre später, 1660, war in der Neuen Stadt-Rath-Ordnung unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn (1605 - 1673) erlassen worden, dass die zur Brandbekämpfung nötigen Gerätschaften an bestimmten Orten sorgsam aufbewahrt und im Notfall bereitgestellt werden müssen, und jeder Bürger wissen muss, was er zu tun hat.
Die erste Feuerordnung, die in Mainz nicht nur durch öffentliches Verlesen bekanntgemacht, sondern in mehreren tausend Exemplaren gedruckt und an die Bevölkerung verteilt wurde, hatte der Kurfürst Johann Friedrich Carl von Ostein (1689 - 1763) in der Mitte des 18. Jahrhunderts erlassen. In dieser Feuerordnung waren auch die Geräte für die Brandbekämpfung explizit aufgeführt: 28 große Feuerhaken, 6 kleine Feuerhaken, 38 Leitern und 5 Feuerspritzen. Hingegen war die Anzahl der Ledereimer und der Fässer, die zum Löschen benötigt wurden, nicht angegeben.
Äußerst schwierig gestaltete sich auch die Alarmierung bei Ausbruch eines Feuers. Auf dem Stephans- und dem Quintins-Turm waren rund um die Uhr Türmer (auch Turmwächter oder Turmbläser) eingesetzt, die nach Bränden Ausschau hielten. Bei Wahrnehmung eines Feuers mussten sie die Glocken läuten und am Tag eine rote Fahne, bei Nacht eine Laterne in Richtung der Brandstelle heraushalten. Eigens benannte Feuerläufer mussten zu den Türmern laufen, um sich nach dem genauen Ort des Brandgeschehens zu erkundigen. Danach wurde das Feuer durch Ausrufen in Straßen und Gassen allen kundgetan. Außerdem war das Militär aufgefordert, durch Trommelschlag und Alarmschüsse mit einer Kanone von der Zitadelle die Bevölkerung von dem Ausbruch eines Brandes in Kenntnis zu setzen, damit sich die Löschmannschaften auf den dafür vorgesehenen Plätzen einfinden konnten.
Mainz war als Garnisonsstadt, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen war und in deren Mauern die Truppen verschiedenster Nationalitäten ständig wechselten, besonders brandgefährdet.
Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Mainz (1849)
Am 07. April 1803 wurde durch den Präfekten Jeanbon St. André (1749 - 1813) eine bereits sehr detaillierte Feuerordnung für die Stadt Mainz erlassen, wonach jeder Bürger im Brandfall zur Hilfe verpflichtet war. Die Feuerspritzen waren auf sechs verschiedene Standorte aufgeteilt. Aus den Reihen der Handwerker, vornehmlich Steinmetze, Maurer, Zimmerleute und Dachdecker, wurden Professionen-Kompagnien gebildet. Diese waren wiederum in Brigaden eingeteilt.
Bei der Brandbekämpfung wurde ein Drittel der Löschmannschaften stets in Reserve gehalten. Jeder Kompanie war eine bestimmte Sektion zugeteilt, und jede Sektion hatte bei Ausbruch eines Brandes ihren eigenen Sammelplatz. Die Ausrüstung in Mainz war zu jener Zeit auf 1.152 Feuereimer, 19 Feuerspritzen, 49 Leitern und 42 Feuerhaken angewachsen. Die Länge des Schlauchmaterials betrug 1.380 "Schuh" (ca. 400 Meter).
Um die Löschmannschaften bei Ausbruch eines Brandes zu größter Eile zu bewegen, wurde für die jeweils erste am Brandort eintreffende Feuerspritze eine Prämie von 10 Franken gezahlt. Da viele Bürger sich ihrer Verpflichtung zu entziehen suchten und andere Bürger im Einsatz nicht die Tatkraft und den Eifer zeigten, die wünschenswert gewesen wären, wurde bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mainz daran gedacht, 48 Handwerker in Sold zu nehmen, um sie zu hauptamtlichen Feuerwehrmännern zu machen. Diese Idee scheiterte jedoch an den Kosten.
So häuften sich die Mängel und Klagen, und in jeder Sitzung des Gemeinderats wurde das Problem der fehlenden Organisation im Brandschutz neu erörtert, ohne zunächst zu greifbaren Ergebnissen zu gelangen. In der Niederschrift einer solchen Sitzung aus dem Jahr 1841 ist zu lesen, dass es bei den Einsätzen an einer regelmäßigen Oberleitung mangele, jeder befehlen und niemand gehorchen wolle und die Leute mit Gewalt angetrieben werden müssten. Selbst in einer Sitzung des Karneval-Vereins war während der Fastnachtkampagne von 1845 zu hören, dass "...die besten Löschanlagen in Mainz die Weinhäuser sind".
So waren die Ratsherren im Juli 1845 über den Vorschlag der Vorsitzenden zweier Mainzer Turnvereine hoch erfreut, die anregten, Löschmannschaften aus den Aktiven der Turnvereine zu rekrutieren. Turnlehrer Franz Mämpel und Eduard Müller erhielten durch die Stadt Feuerspritzen und den Auftrag, die Mitglieder, der von ihnen geleiteten Turnvereine, daran auszubilden. Allerdings blieben die alten Pflichtmannschaften gemäß der noch gültigen Feuerordnung von 1815 weiterhin bestehen. Die Zahl der Freiwilligen belief sich ungefähr auf 350 Mann, die sich in etwa gleichmäßig auf beide Turnvereine verteilten. Das Mämpelsche Korps hielt bereits am 19. Dezember 1845 in Anwesenheit fast aller Zivil- und Militärbehörden und einem großen schaulustigen Publikum an der damaligen Realschule in der Steingasse eine Generalspritzenprobe ab. Sie hinterließ bei den Zuschauern einen positiven Eindruck.
Das erfolgreiche Wirken der Turner in Sachen Brandbekämpfung bildete eine wesentliche Etappe auf dem Weg zur Freiwilligen Feuerwehr Mainz. Aufgrund der politischen Unruhen und Demokratiebewegungen in Deutschland, bei welchen auch die Turnvereine eine maßgebliche Rolle spielten, wurde aber erst vier Jahre später, im Oktober 1849, die Freiwillige Feuerwehr Mainz durch den Schornsteinfegermeister Carl Weiser (1811 – 1865) gegründet. Weiser genoss seine Ausbildung bei der Pariser Feuerwehr. Er wurde am 26. Oktober 1849 zum technischen Direktor ernannt, und unter seiner Führung entwickelte sich die Feuerwehr Mainz sprunghaft, bis sie schließlich aus über 140 Mann und 16 Feuerspritzen bestand. Neue Steiggeräte verdrängten die alten unförmigen Feuerleitern und Feuerhaken. Weiser schaffte es sogar, die Truppe mit einheitlichen Uniformen ausstatten zu lassen und einen regelmäßigen Ausbildungsbetrieb aufzuziehen. Wer Feuerwehrmann werden wollte, meldete sich freiwillig, wurde aber für mindestens fünf Jahre verpflichtet.
Ihre erste große Bewährungsprobe hatte die Freiwillige Feuerwehr am 18. November 1857, als am Nachmittag um 14:45 Uhr der Mainzer Pulverturm durch die Explosion von über 200 Zentnern Sprengstoff und vieler Granaten in die Luft flog und einen ganzen Stadtteil (Kästrich) zerstörte. Dabei wurden 153 Personen getötet, hunderte schwer und tausende leicht verletzt. Die Wehrmänner waren tage- und nächtelang im Einsatz, um aus den Ruinen eingestürzter Häuser Lebende zu retten und Tote zu bergen, sowie zahlreiche immer wieder aufflackernde Brände zu löschen.
Am 01. Januar 1864 wurde erstmals eine Nachtfeuerwache in Mainz eingerichtet. Damit war die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr rund um die Uhr gewährleistet. Außerdem hatte man aus der Tatsache, dass bei früheren Brandeinsätzen Löschwasser immer nur in ungenügender Menge zur Verfügung stand, Konsequenzen gezogen. Man verlegte - zunächst nur in einem begrenzten Bereich - unterirdische Rohrleitungen mit Hydranten, aus denen das Löschwasser entnommen werden konnte.
Durch die Rettungs- und Bergungsarbeiten nach der Pulverturmexplosion erwarb sich die Mainzer Feuerwehr große Verdienste. Die Bedeutung des Brandschutzes zeigte sich nun auch darin, dass die neu gegründete Freiwillige Feuerwehr Mainz ab jener Zeit der "unmittelbaren Autorität des Bürgermeisters" unterstand. Die Entwicklung der Feuerwehr und mit ihr des Löschwesens der Stadt Mainz verlief von nun an ruhig und stetig unter der bewährten Führung Carl Weisers. Er bildete tüchtige Brandmeister und eine gut geschulte Mannschaft heran, sorgte für die Verbesserung der Geräte und beschaffte handliche Spritzen. Carl Weiser versuchte sich auch als Autor und illustrierte seinen Text mit eigenen Bildern. Sein schriftliches Werk "Die deutsche Feuerwehr", Handbuch für das gesamte Feuerlöschwesen, erschien in Mainz 1855 und war eines der ersten und ausführlichsten auf diesem Gebiet.
Auch in anderen deutschen Städten waren nun Feuerwehren gegründet worden. So fand bereits vom 1. bis 3. September 1860 der IV. Deutsche Feuerwehrtag unter Beteiligung von 45 Wehren in Mainz statt.
Carl Weiser verunglückte am 16. Juni 1865 bei einem Brand in einer Schreinerei in der Gaugasse 75 tödlich. Die Löscharbeiten zeigten, nicht zuletzt wegen der neuen Wasserleitungen, einen raschen Erfolg. Kommandant Weiser ging nach Hause um seine nassen Kleider zu wechseln und zu frühstücken. Anschließend kehrte er an die Einsatzstelle zurück, denn ein Kamin musste noch niedergelegt werden. Weiser leitete von einem Gesims aus die gefährliche Arbeit selbst und wurde durch den einstürzenden Schornstein erschlagen. Der Wundarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.
An seinem Grab standen nicht nur seine Feuerwehrkameraden und Freunde. Auch die Mainzer Bevölkerung nahm großen Anteil am Tode Carl Weisers. Zu seinem Nachfolger wurde sein Bruder, Matthias Weiser, ernannt, der sich bemühte, das Erreichte zu erhalten und zu sichern.
Erst im letzten Viertel des ausgehenden Jahrhunderts war in vielen Bereichen eine lebhafte Aufwärtsentwicklung festzustellen, in deren Sog auch die Feuerwehr Mainz geriet. Die rege Bautätigkeit in Mainz, die rasante Stadterweiterung, die Zunahme der Bevölkerung und damit das stetige Ansteigen der Einsätze, zwangen die Verantwortlichen, die Ausrüstung der Feuerwehr zu erweitern und zu modernisieren. Dies führte schließlich zur Vervielfachung des Bestandes. Während die Zahl der Hydranten im Jahr 1882 noch 52 betrugen, stieg deren Anzahl bis zum Jahr 1899 auf 869. Weiterhin wuchs im Zeitraum 1882 bis 1899 die Anzahl der Feuermeldestellen von sieben auf 23 und der Schlauchvorrat von 892 m auf 5.097 m an.
In würdiger Form wurde 1874 das 25-jährige Jubiläum der Feuerwehr Mainz begangen. Vier Jahre später verabschiedete man eine neue Ordnung der Feuerwehr zu Mainz, die der 1875 zum Branddirektor ernannte Christian Vey ausarbeitete. Sein Nachfolger wurde 1882 der Architekt Fritz Pricken.
Die Weiterentwicklung zur Berufsfeuerwehr (1906)
Der allgemeine Aufwärtstrend und die Entwicklung der Feuerwehr setzten sich auch Anfang des 20. Jahrhunderts fort. So sahen sich die Mainzer Politiker gezwungen, dem Beispiel anderer Städte zu folgen und eine Berufsfeuerwehr zu gründen.
Der 1. April 1906 gilt als Gründungsdatum der Berufsfeuerwehr Mainz. Bereits im August 1903 ernannte die Stadtverordnetenversammlung den seit 1896 im Amt für Maschinenwesen beschäftigten Ingenieur Anton Darapsky (1869–1918) zum Nachfolger des verstorbenen Branddirektors Fritz Pricken. Im Herbst 1903 absolvierte Darapsky ein Praktikum bei der Kölner Feuerwehr und trat 1904 seinen Dienst als Mainzer Branddirektor an, blieb aber bis zu seinem Tod 1918 dem Amt für Maschinenwesen zugeordnet.
Anfangs unterstanden sechs hauptamtliche Feuerwehrmänner, eingestellt aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr, dem Kommando des städtischen Feuerwehr-Wachtmeisters Jakob Leischner (1869 – 1929). Als Einsatzfahrzeuge standen der neu gegründeten Berufsfeuerwehr ein elektrisch betriebener Mannschaftswagen und ab 1910 eine ebenfalls elektrisch betriebene Ausziehleiter mit 15 m Länge zur Verfügung.
Jakob Leischner war seit seinem 19. Lebensjahr selbst Freiwilliger Feuerwehrmann und betrieb seit 1892 ein Tapeziergeschäft in Mainz. 1906 bezog Leischner die ihm zugewiesene Büro- und Dienstwohnung im 2. Stock des Hauses Neubrunnenstraße 13. Dieses städtische Gebäude diente ab diesem Zeitpunkt als Feuerwache 1; gleichzeitig aber auch als Oktroiverwaltung und Polizeiwache. Die Berufsfeuerwehr unterhielt ihre Quartiere in der Neubrunnenstraße in der Altstadt bis 1962 der Neubau im Barbarossaring (Neustadt) bezogen werden konnte. Danach nutzte die Freiwillige Feuerwehr Mainz-Stadt das Feuerwehrhaus in der Neubrunnenstraße. Jakob Leischner leitete die Freiwillige Feuerwehr und die Ständige Wache nach dem Tod Darapskys 1918 zwei Jahre lang kommissarisch weiter, bis Stadtbaumeister Albert Noehl hauptamtlich zum Branddirektor berufen wurde.
Am 13. Januar 1929 verunglückte Jakob Leischner in Ausübung seines Dienstes bei einem Brand in einem französischen Autohaus an der Wallstraße tödlich. In der Annahme, dass sich in der Halle noch Menschen befänden, drangen Leischner und seine Ordonnanz Oberfeuerwehrmann Adolf Gentil, durch ein Tor in das Gebäude ein. Im gleichen Augenblick stürzte eine Giebelmauer zusammen und begrub beide. Brandinspektor Leischner war sofort tot, Oberfeuerwehrmann Gentil starb einige Tage später im städtischen Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Bei dem Brand, der bis in den nächsten Tag anhielt, fielen auch 100 Autos dem Feuer zum Opfer. Die Straße, an der das Gebäude der Feuerwache 1 (Bretzenheim) liegt, erinnert an den ersten hauptamtlichen Feuerwehr-Wachtmeister der Stadt Mainz.
Das 20. Jahrhundert
Im Laufe der Jahre wuchs die Stadt Mainz durch die Eingemeindung der Vororte Mombach, Kastel, Amöneburg und Kostheim. Dadurch wurden auch die Aufgaben der Feuerwehr umfangreicher. Nach dem 1. Weltkrieg betrug die Mannschaftsstärke bereits 24 Mann. Diese waren auch nicht mehr im Arbeits-, sondern im Beamtenverhältnis.
Nachdem Leischner die Leitung der Berufsfeuerwehr zwei Jahre lang kommissarisch inne hatte, wurde 1920 der Stadtbaumeister Albert Noehl sein Nachfolger, den man zwei Jahre später zum hauptamtlichen Branddirektor ernannte. Noehl war es vorbehalten, die Berufsfeuerwehr Mainz über zwanzig Jahre, bis April 1943, zu leiten. Während dieser Zeit war er bestrebt, die Ausrüstung dem neuesten Stand der Technik vorzuhalten. Dazu zählte auch eine moderne Feuermeldeanlage.
Am 23. November 1938 erzwang das Gesetz über das Feuerlöschwesen die Eingliederung der Mainzer Berufsfeuerwehr in die Polizeiorganisation. Sie führten fortan die Bezeichnung Feuerschutzpolizei - und aus Feuerwehrmännern wurden Polizisten. So war z.B. der Branddirektor Noehl als Kommandeur der Feuerschutzpolizei im Rang eines Majors.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges gliederte man zur Steigerung der Einsatzbereitschaft die Mainzer Berufsfeuerwehr in Zweiertrupps mit Schlauchwagen, bestehend aus Fahrer und Schirrmeister, auf und verteilte diese über das gesamte Stadtgebiet. Ziel war es, die brandanfälligen Gebäude nach Angriffen schnell löschen zu können. Die Einsatzschwerpunkte waren die Kreisleitung in der Schillerstraße, das Theater, die Neustadt und die MAN-Werke in Gustavsburg. Schon nach einem Jahr wurden diese Zweiertrupps wegen Ineffizienz aufgelöst und alle Feuerwehrmänner wurden zurück in die Hauptfeuerwache in die Neubrunnenstraße beordert.
Für die Löscheinsätze im Stadtgebiet Mainz stand Anfang 1940 zunächst nur ein kleiner Löschzug für die Altstadt und ein größerer Löschzug für die Neustadt bereit. Von 1944 bis zum alles vernichtenden 27. Februar 1945 hatte sich die Berufsfeuerwehr (Feuerschutzpolizei) in vielen Großeinsätzen, auch in der Umgebung von Mainz, bewährt und verfügte über eine Gesamteinsatzstärke von 65 Feuerwehrleuten, davon sieben Offiziere. Leiter der Feuerschutzpolizei war seit 1943 Major Ernst Kirchner. Das Durchschnittsalter betrug 49 Jahre. Durch die ununterbrochenen Löscheinsätze ohne Freizeit oder Urlaub, schnellten die Ausfälle wegen Krankheit und Verletzungen auf 20 % der Mannschaftsstärke. 1944 verfügte die Mainzer Feuerschutzpolizei über elf schwere Löschfahrzeuge LF25, drei mittlere Löschfahrzeuge LF15 und sechs leichte Löschfahrzeuge LF8 sowie über ausreichendes Schlauchmaterial. 1.200 m Schnellkupplungsrohre, sogenannte Laninger Rohre, waren zwar vorhanden, konnten aber aufgrund der fehlenden Transportanhänger nicht mitgeführt werden.
In der Jägerstraße 33 und im Zollhafen lag die erste und mannschaftsstärkste Bereitschaft der Feuerschutzpolizei mit 120 Mann. Hier wurden zu Beginn der Krieges all diejenigen zusammengefasst, die als politisch nicht zuverlässig galten. Die zweite Einsatzbereitschaft war in der Zitadelle und in der Neubrunnenstraße stationiert; die dritte Bereitschaft lag in Kastel in der Turnhalle und in der Feuerwehrschule. Für den auswärtigen Einsatz wurden nur die Feuerwehrbereitschaften 1 und 3 herangezogen. Direkte Unterstützung erhielt die Mainzer Feuerschutzpolizei bei ihren Einsätzen von den Werkfeuerwehren der Mombacher Waggonfabrik, der Firma Werner & Mertz (Erdal-Werke), der Blendax-Werke und der gut ausgerüsteten Werkfeuerwehr der MAN-Werke in Gustavsburg mit zahlreichen Löschfahrzeugen. Hinzu kamen noch die neun freiwilligen Feuerwehren des Stadtgebietes und die 25 freiwilligen Feuerwehren des Kreises Mainz. Nach Luftangriffen alarmierte das Luftgaukommando XII alle 40 Großfeuerwehren im Umkreis von 100 km: von Bingen bis Frankfurt, von Bad Kreuznach bis Mannheim eilten die Wehren zu ihren Einsatzorten.
Mit Beginn der Luftangriffe auf Mainz gestaltete sich die Löschwasserversorgung zum Hauptproblem der Feuerwehr, trotz unmittelbarer Nähe zum Rhein und Main. Ende 1944 standen im Stadtgebiet für die Brandbekämpfung als Wasserentnahmestellen 11 Löschbrunnen, 19 Zisternen, 13 Löschteiche und 5 Ruinenkeller mit einem Fassungsvermögen von 500 bis 1.500 m³ zur Verfügung. Zum Bau dieser Anlagen musste die Feuerwehr täglich 60 Mann abstellen. Ziel war es, viele kleine Schöpfstellen zu schaffen, um schnell genügend Löschwasser für die Entstehungsbrände zu haben, damit sich diese nicht zu Großbränden entwickeln konnten. Unter allen Umständen wollte man eine Wasserförderung über lange Strecken aus dem Rhein vermeiden, da diese Maßnahme zu viel Material und Personal band.
Bei den verheerenden Luftangriffen am 27. Februar 1945 waren alle drei Feuerwehrbereitschaften in Mainz eingesetzt. Während die alarmierten Löschzüge aus dem Landkreis entlang der Einfallstraßen kleinere Brände löschten, standen in der Innenstadt ganze Straßenzüge in Flammen. Die Rettungsmannschaften konnten bei allem Einsatzwillen und Improvisationsgeschick nicht verhindern, dass das am schwersten betroffene Gebiet im Bereich Flachsmarkt, Schusterstraße, Höfchen, Ludwigstraße, Schillerplatz, Mittlere Bleiche und Rheinstraße weitgehend niederbrannte. Der Lotsendienst war aufgrund des Ausmaßes handlungsunfähig. Die zufällig am Dom vorbeikommenden freiwillige Wehren aus Nierstein und Oppenheim löschten den brennenden Dachstuhl und retteten so das Wahrzeichen von Mainz. Der uneigennützige Einsatz der Wehren kostete der Mainzer Feuerschutzpolizei zwei Menschenleben. Drei Wehrmänner von der Freiwilligen Feuerwehr Mainz-Hechtsheim wurden zudem durch eine einstürzende Hauswand in der Schusterstraße erschlagen. Gegen Ende des Krieges, noch im März 1945, wurden einige Berufsfeuerwehrmänner, die noch nicht 50 Jahre alt waren, bewaffnet und zum Schutz von Industrieanlagen eingesetzt. Aber schon wenige Tage später, als die Amerikaner in Mainz einrückten, war ihr Abstecher in den militärischen Bereich beendet. Danach stand man, wie überall in Deutschland, vor einem Neubeginn und einem Wiederaufbau aus dem Nichts. Die Berufsfeuerwehr Mainz war zu der Zeit 45 Mann stark. Da die Feuerwache und die dazugehörigen Werkstätten und Fahrzeughallen zum größten Teil durch Bomben zerstört und ausgebrannt waren, galt es zunächst, in Eigenhilfe dringend notwendige Räumlichkeiten zu schaffen. Hinzu kamen die Schwierigkeiten der Materialbeschaffung, auch für die stark reparaturbedürftigen Einsatzfahrzeuge. Weiter wirkte sich erschwerend die personelle Überalterung der Berufsfeuerwehr aus, da die jungen Männer sich, sofern sie nicht an der Front gefallen waren, in Kriegsgefangenschaft befanden.
Erst mit dem Inkrafttreten des "Gesetzes über das Brandschutzwesen für Rheinland-Pfalz" vom 11. März 1949 war wieder eine rechtliche Grundlage für die ordnungsgemäße Durchführung des Brandschutzes gegeben. Da Wirtschaft, Industrie und Handel aus den Trümmern neu erstanden, wirkte sich dieser Aufschwung positiv auf alle Lebensbereiche aus. Zu der Zeit wurde die Berufsfeuerwehr Mainz von Brandoberingenieur Leopold Glanner geführt.
Kurz nach dem 50-jährigen Bestehen der Berufsfeuerwehr wurden Pläne für den Neubau einer Feuerwache erarbeitet. Als Grundstück stand der ehemalige Exerzierplatz der Alice-Kaserne am Barbarossaring/Ecke Holsteinstraße zur Verfügung. Mit den Bauarbeiten konnte im November 1959 begonnen werden. Die feierliche Einweihung der neuen Feuerwache fand am 30. Juni 1962 statt.
Während die Amtsgeschäfte der Berufsfeuerwehr vorübergehend kommissarisch in den Händen des Leiters der Baupolizei, Herrn Baurat Rudolf Acker, gelegen hatten, war ab 1959 Brandamtsrat Ernst Ulrich als Chef für die Berufsfeuerwehr verantwortlich. Ihm ist es insbesondere auch zu verdanken, dass Anfang der sechziger Jahre der Fahrzeugbestand der Feuerwehr Mainz weitgehend erneuert wurde.
Ab 1968 wurden der neue Stadtteil Lerchenberg und die Anlagen des Zweiten Deutschen Fernsehens immer größer. Hinzu kam die Eingemeindung von sechs neuen Stadtteilen. Um auch deren Schutz mit übernehmen zu können, musste wegen der zu großen Entfernung der Hauptfeuerwache (Neubrunnenstraße) und der damit verbundenen langen Anfahrtszeiten am 18. Juni 1968 mit dem Bau einer Nebenfeuerwache auf dem Lerchenberg (Wedekindstraße) begonnen werden. Die Wache, ein ehemaliger Schießstand, wurde weitgehend in Eigenhilfe erstellt. Die Berufsfeuerwehrmänner erbrachten dabei bereits in den ersten Jahren rund 20.000 Arbeitsstunden. 1971 ging die Nebenfeuerwache in Betrieb.
Mit Beginn des Jahres 1977 wurde das neue Rettungsdienstgesetz angewendet, welches die Berufsfeuerwehr aus dem Kreis der Rettungsdienstorganisationen ausschloss. Aus den Beständen der Berufsfeuerwehr erhielten somit die drei im Rettungsdienst tätigen Organisationen ASB, DRK und MHD jeweils ein Krankentransportfahrzeug. Durch den Wegfall der Krankenwageneinsätze ging auch die Gesamtzahl der Einsätze für die Berufsfeuerwehr zurück.
1973 wurde Oberbrandrat Ulrich von seinem Stellvertreter Ernst Horneber als Leiter der Berufsfeuerwehr abgelöst. Dieser ging im Jahre 1980 als Branddirektor in Ruhestand. Sein Nachfolger wurde der von der Berufsfeuerwehr Frankfurt/Main gekommene Brandrat Gotthard Passet.
Durch die ständig wachsenden Anforderungen an die Feuerwehr zum Schutz und zur Sicherheit der Mainzer Bevölkerung war es erforderlich, eine zweite große Feuerwache als Ersatz für die Feuerwache auf dem Lerchenberg zu bauen. Insbesondere die Gebietsausdehnung in den Vororten von Mainz und die Expansion im Universitäts- und Gewerbebereich machte die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Einsatzgrundzeit von 8 Minuten immer schwieriger. Durch die mit der wachsenden Stadt verbundene Personalvermehrung von seinerzeit 70 Feuerwehrleuten in der 1962 gebauten Feuerwache am Barbarossaring auf nahezu 200 Bedienstete wurde ein Neubau unabdingbar. Die neue Feuerwache in Bretzenheim wurde nach dem ersten Spatenstich (05. Juli 1989) und Richtfest (09. Juli 1990) am 04. Mai 1992 in Betrieb genommen.
Mit dem Neubau wurde auch das Stadtgebiet in zwei neue Ausrücke- oder Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt. Die Feuerwache 1 war ab diesem Zeitpunkt in Bretzenheim, und die Feuerwache 2 in der Neustadt ansässig.
Gotthard Passet ging zum 31.07.1996 als Leitender Branddirektor in Ruhestand. Auf ihn folgte Leitender Branddirektor Otto Aug. Herr Aug wurde zum 31.03.2002 in den Ruhestand verabschiedet.
2000er bis heute
Der Bund hatte seine Strategie zur Unterstützung der Länder im Rahmen des erweiterten Katastrophenschutzes einerseits aufgrund der fehlenden kriegerischen Bedrohungslage und andererseits durch neue terroristische Gefahrenlagen 2007 weiter verändert. Diese Unterstützung erfolgte in den Bereichen Massenanfall von Verletzten und CBRN-Gefahren (chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren) durch eine standardisierte Ausstattung und in einer nächsten Stufe durch Einheiten, die für die überregionalen Hilfen vorgesehen waren, sowie als Unterstützungskomponenten im Brandschutz, Sanitäts- und Betreuungsdienst.
Heute unterhält der Bund nur noch das THW als eigene Organisation.
Er stellt aber auch gemeinsam mit den Hilfsorganisationen die Medical Task Force (MTF) auf. Diese soll in Großschadenslagen bundesweit agieren können.
Mainz wurde vom Bund als Ergänzung der MTF ein Gerätewagen Sanität und ein KTW 4 zur Verfügung gestellt. Der KTW 4 wurde nach Getriebeschaden von der Stadt übernommen, instandgesetzt und dem DRK zur weiteren Nutzung überlassen. Seit 2025 benötigt das DRK das Fahrzeug nicht mehr, es steht seitdem für die SEG-V zur Verfügung.
Zurzeit stehen in Mainz 7 Bundesfahrzeuge zur Verfügung. Da die Kommunen allein aufgrund der allgemein schwierigen Finanzsituation dieses Defizit nicht ausgleichen können, hat das Land seit 2007 ein Förderprogramm eingerichtet, mit dem Fahrzeuge des Sanitäts-, Betreuungs- und Verpflegungsdienstes zu 40% vom Land bezuschusst werden.
In 2010 wurde ein gebrauchter Notfallkrankenwagen für die Malteser beschafft. 2011 kam ein zweites Fahrzeug dazu - ein Rettungswagen für die JUH.
In 2019 wurde ein MTF für die SEG-B der DLRG beschafft. Dieses war zu 100% durch die Stadt Mainz finanziert und wurde der DLRG zur Nutzung überlassen.
Am 23. März 2025 hat die Stadt Mainz vier neue, hochmoderne Notfall-Krankentransportwagen (NKTW) im Gesamtwert von 840.000 Euro an die Hilfsorganisationen ASB, DRK, Malteser und Johanniter übergeben. Die am Liebfrauenplatz präsentierten Fahrzeuge dienen dem Katastrophenschutz und sind mit umfassender medizinischer Ausrüstung ausgestattet. Weitere 21 Fahrzeuge sind in Planung.
Seit dem Unglück in Ramstein wurde die Notwendigkeit einer qualifizierten psychosozialen Betreuung sowohl für Betroffene als auch für Helfende erkannt und nach und nach aufgebaut. 2000 wurde in Mainz ein Kriseninterventionsteam, bestehend aus entsprechend ausgebildeten Rettungssanitäter:innen, gegründet.
Fast zeitgleich bildete sich die Ökumenische Notfallseelsorge, eine Gruppe von rund 25 evangelischen und katholischen Seelsorger:innen, die von ihren Kirchen für diesen Dienst beauftragt sind und eine 24-Stunden Rufbereitschaft sicherstellen. Aufgabe ist es, Menschen in akuten persönlichen Notsituationen zu unterstützen und zu begleiten sowie in der menschlichen und seelsorgerlichen Zuwendung und Fürsorge. Bei Bedarf weisen sie Betroffene auf weitere adäquate fachliche Hilfsmöglichkeiten hin und leiten erste Schritte hierzu ein.
Die Bundeswehr steht mit ihren personellen und materiellen Ressourcen, unter Berücksichtigung ihrer sonstigen vielfältigen Aufgaben, grundsätzlich auch für größere Katastropheneinsätze zur Verfügung. Die Strukturen innerhalb der Bundeswehr, die Zuständigkeiten und Ansprechpersonen waren in der Vergangenheit für die zivilen Behörden oft nicht transparent. 2006 wurde für jede Kreis- und Stadtverwaltung ein Kreisverbindungskommando (KVK) eingerichtet, das jeweils aus 10 - 12 ortskundigen, erfahrenen Reservist:innen besteht und Ansprechpartner in allen Fragen der zivil-militärischen Zusammenarbeit ist. Insbesondere sollen sie bei Einsätzen und Übungen die Katastrophenschutzleitung und/oder den Verwaltungsstab in Mainz über die Hilfeleistungsmöglichkeiten der Bundeswehr informieren und beraten sowie ggf. die militärische Unterstützung koordinieren.
Berufliche Belastungen bei vielen Helfenden, aber auch aus Kostengründen fehlende Ausstattung führten dazu, dass die Einsatzbereitschaft der vier Schnelleinsatzgruppen Sanität nicht mehr jederzeit sichergestellt werden konnte. Eine engere Zusammenarbeit zwischen den Organisationen war unbedingt notwendig, so dass nunmehr jeweils zwei Organisationen (ASB/JUH und DRK/MHD) eine Schnelleinsatzgruppe stellen. Dies war Anlass, die hervorragende Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Mainz-Bingen bei der Unterhaltung der Leitenden Notarztgruppe und der Gruppe der Organisatorischen Leiter, auch auf die Schnelleinsatzgruppen Sanität auszuweiten, denn mit den 2 SEGs Sanität im Landkreis konnte der bisherige Sicherheitsstandard in diesem Bereich erhalten werden. Der Alarm- und Einsatzplan Gesundheit, der von beiden Verwaltungen gemeinsam erstellt wurde, regelt die medizinische, rettungs-, sanitäts- und betreuungsdienstliche Versorgung umfassend.
Mit der Entscheidung der Bundesregierung, den Wehr- und Zivildienst ab 01.07.2011 auszusetzen, ist auch gleichzeitig eine Verpflichtung zum Katastrophenschutz, als Ersatz für diese Dienste, hinfällig geworden. Für einige Helfenden ist dadurch der Anreiz zu einer Mitarbeit im Katastrophenschutz weggefallen. Unsere drei Regie-Einheiten, die weitestgehend nur aus von der Bundeswehr bzw. dem Zivildienst freigestellten Helfenden bestand, mussten deshalb bereits zum 01.07.2011 ihre Tätigkeit einstellen.
Mittlerweile wurden alle Regie-Einheiten aufgelöst. Im Jahr 2025 wurde die Regie-Einheit Verpflegung neu konzipiert und aufgestellt. Seit Oktober 2025 ist sie offiziell einsatzbereit. Die Einheiten der Hilfsorganisationen bestehen unverändert. Im Rahmen einer Neuausrichtung, werden diese aber sukzessive in neue, kleinere und flexiblere Einheiten in Staffelgröße umgewandelt und durch die Stadt neu ausgestattet.
Die Aufgaben des Zivil- und Katastrophenschutzes wurden vom 01.10.1995 bis zum 31.03.2015 beim Ordnungsamt bzw. später Rechts- und Ordnungsamt wahrgenommen. Das frühere Sachgebiet Zivilschutz wurde 2007 umbenannt in Sachgebiet Bevölkerungsschutz. Durch die Bezeichnung Bevölkerungsschutz wurde der immer engeren Verknüpfung des Zivil- und Katastrophenschutzes zu einem gemeinsamen Hilfeleistungssystem zum Schutze der Bevölkerung, sowohl bei Schadensereignissen in Friedenszeiten als auch in einem Verteidigungsfalle, Rechnung getragen.
Seit dem 01.04.2015 nimmt die Feuerwehr Mainz die Aufgaben des Zivil- und Katastrophenschutzes wahr.
2018 wurden vorhandene E57 Sirenen auf eine digitale Alarmierung via POCSAG umgestellt (Post Office Code Standardisation Advisory Group = unidirektionales Funkrufprotokoll zur Übertragung von Daten an Pager). Ab 2023 wurden neue elektronische Sirenen aufgebaut. Diese sind auch via GSM (Global System for Mobile Communications = Mobilfunkstandard für volldigitale Mobilfunknetze, der hauptsächlich für Telefonie, aber auch für leitungsvermittelte und paketvermittelte Datenübertragung sowie Kurzmitteilungen genutzt wird) und Tetra-Funk (= Terrestrial Trunked Radio = internationaler Standard für digitalen Bündelfunk, der abhörsichere Kommunikation, Gruppenrufe, Datenübertragung und hohe Ausfallsicherheit durch zellulare Netzstrukturen bietet) auslösbar.
Kommandaten und Direktoren der Mainzer Feuerwehr
1849 - 1865: Schornsteinfegermeister Carl Weiser
1865 - 1875: Matthias Weiser
1875 - 1881: Branddirektor Christain Vey
1881 - 1882: Karl Keller (komm.)
1882 - 1902: Architekt Fritz Pricken
1902 - 1903: Karl Keller (komm.)
1904 - 1918: Ingenieur Anton Darapsky
1918 - 1920: Brandinspektor Jakob Leischner (komm.)
1920 - 1943: Stadtbaumeister Albert Noehl
1943 - 1945: Major Ernst Kirchner
1945 - 1956: Brandoberingenieur Leopold Glanner
1956 - 1958: Baurat Rudolf Acker
1959 - 1973: Brandamtsrat Ernst Ulrich
1973 - 1980: Branddirektor Ernst Horneber
1980 - 1996: Leitender Branddirektor Gotthard Passet
1996 - 2002: Leitender Branddirektor Otto Aug
2002 - 2013: Leitender Branddirektor Rolf Wachtel
2013 - 2014: Oberbrandrat Björn Patzke (komm.)
2015 - 2024: Leitender Branddirektor Martin Spehr
2024 - 2025: Stefan Behrendt (Abteilungsleiter Einsatzlenkung & Brand- und Katastrophenschutzinspekteur), Mark Jüliger (Abteilungsleiter Technik) und Holger Hagen (Abteilungsleiter Vorbeugender Brandschutz)
seit 2026: Oberbrandrat Dipl.-Ing. Stefan Behrendt














