Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche
Suche
Gutenberg-Museum
01_GM_Bibel_Tresor_Foto_Carsten_Costard.jpg
Bild in voller Höhe anzeigen Bild in halber Höhe anzeigen
Sie befinden sich hier:
  1. Museum
  2. Über das Museum
  3. Chronologie

Chronologie

Mit jährlich mehr als 140.000 Gästen aus aller Welt gehört das Gutenberg-Museum zu den Publikumsmagneten der Bundesrepublik. Das ist zugleich Ansporn und Verpflichtung, denn das Ausstellungshaus aus dem Jahre 1962 genügt mit seiner weitgehend unveränderten Infrastruktur und der nur partiell erneuerten Dauerausstellung den Anforderungen des gegenwärtigen Museumsalltags bei weitem nicht mehr.

2014 – 2015: Bestandsaufnahme

Das Gutenberg-Museum ist herausragendes Alleinstellungsmerkmal des Landes Rheinland-Pfalz und der Landeshauptstadt Mainz: Ein Ort, prägend für die lokale, nationale, europäische und internationale Identität. Als End- und Höhepunkt des „Gutenberg-Pfades“, der auf den Spuren des Erfinders durch die Mainzer Innenstadt führt, zeigt das Museum „Drucken live“ in der rekonstruierten Gutenberg-Werkstatt und gleich zwei Original-Exemplare der Gutenberg-Bibel, des ersten – und für viele auch schönsten – mit beweglichen Lettern gedruckten Buches der westlichen Welt.

Akuter Handlungsbedarf

test
Quo vadis Gutenberg-Museum?© Gutenberg-Museum Mainz & Atelier Brückner Stuttgart

Das Ausstellungshaus von 1962 erfüllt die Anforderungen des gegenwärtigen Museumsalltags nicht mehr. Die finanzielle und personelle Ausstattung entspricht bei weitem nicht den Leistungen und Aufgaben eines Weltmuseums, das preisgekrönte Sonderausstellungen und innovative Vermittlungsprojekte vorweisen kann. Dennoch setzt das Gutenberg-Museum immer wieder mit Sonderausstellungen und Präsentationen markante Zeichen und spielt eine gewichtige Rolle im kulturellen Leben des Landes Rheinland-Pfalz, der Bundesrepublik und weit darüber hinaus. So hat es z.B. die Aktivitäten zum Lutherjahr 2017 angestoßen und den Beitritt des Landes Rheinland-Pfalz zum Bauhaus-Verbund der Bundesländer initiiert. Auch die preisgekrönten Typographie-Ausstellungen, zuletzt „FUTURA. Die Schrift“ (2016-2017), fanden internationale Beachtung.

Nach vielen Jahren der Mahnung, des Drängens und der Vorarbeit muss das Gutenberg-Museum baulich dringend erneuert werden, um sich auch inhaltlich neu aufstellen zu können.

Das Szenografiekonzept – ein innovatives Museumskonzept

Das Gutenberg-Museum initiierte eine Bestands-Analyse der baulichen Hülle des Museums und formulierte Bedürfnisse und Vorgaben zur Optimierung der Ausstellungspräsentation. Diese Vorarbeiten dienten 2014 als Grundlage eines gemeinsam mit dem weltweit agierenden Stuttgarter Atelier Brückner erarbeiteten Konzepts für die bauliche und inhaltliche Neuaufstellung des Hauses.

Das Szenografiekonzept diente als Basis für die EU-weite Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs, der am 19. Februar 2016 mit der Prämierung von drei Siegerentwürfen endete. Mit dem ersten Preis wurde das Hamburger Architekturbüro DFZ Architekten ausgezeichnet (Platz 2: Mäckler Architekten, Frankfurt a. M., Platz 3: Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart). Das Szenografiekonzept hält bauliche Erfordernisse fest und formuliert ambitionierte inhaltliche Ziele für ein neues, zukunftsfähiges Gutenberg-Museum.

Ist-Analyse des Szenografiekonzepts

Öffentliche Service-Bereiche: Veraltete Empfangs- und Kassensituation / kein repräsentatives Foyer / mangelhafte Infrastruktur: Toiletten, Garderobe / Aufzüge veraltet und unterdimensioniert / veraltete Ausstattung und Technik / schlechte Anbindung

Dauerausstellung: Überkommene Dauerausstellung, getrennt in Abteilungen / „lebloser“ Maschinenpark / Tresorraum zu klein, unangemessen für die Highlight-Exponate mit den Gutenberg-Bibeln im Mittelpunkt

Technik (Klima, Licht, Medien): Überalterte Technik im ganzen Haus / unbefriedigende Beleuchtungssituation / moderne mediale Ausstattung fehlt

Sammlungen, Magazine, Lager: Unterirdische Magazine hochwassergefährdet / fehlende Abseiten, um beispielsweise Leervitrinen und Ausstellungszubehör zu lagern / fehlende angemessene Werkstatt für Haustechniker / Platzmangel Restaurierungswerkstatt

Ziele des Szenografiekonzepts

Verbesserung der Eingangssituation: Neue Fassade zum Liebfrauenplatz als attraktives und einladendes Gesicht des Museums (sog. „Adressbildung“) – neue Wahrnehmung und optimierte Besucherführung

Schaffung eines repräsentativen, geräumigen Foyer-Bereichs mit besucherfreundlicher Infrastruktur und echter Barrierefreiheit

Schaffung eines „Gutenberg-Quartiers“ als zusammenhängende Funktionseinheit, inklusive eines neuen Gutenberg-Forums mit variabel nutzbarem Vortrags- und Veranstaltungssaal, für museale und externe Zwecke nutzbar

Erweiterte und neu strukturierte Dauer- und Sonderausstellungsflächen und -bereiche mit variablen Raumfolgen, die eine spannende Zeitreise durch die Geschichte von Buch, Druck, Schrift und Medien erlauben, von den Wurzeln über unsere mediale Gegenwart bis zu Ausblicken auf zukünftige Entwicklungen

Gutenbergs Hauptwerk, die Gutenberg-Bibeln, als auratisch inszenierter Mittel- und Ausgangspunkt eines Netzwerks von Erzähl- und Entdeckerwegen, in angemessenem „Schatzkammer“-Bereich

Die Gutenberg-Bibliothek mir mehr als 91.000 Medieneinheiten wird zum „3. Ort“ mit neuer Wahrnehmung und Wertigkeit

Optimierung des Raumbedarfs und der Arbeitsbedingungen der Werkstatt für Buchrestaurierung

Bündelung der museumspädagogischen Bereiche zu einem Funktionsbereich mit entsprechender Infrastruktur: der „Druckladen“ mit Aktionen für Jung und Alt (angeleitet und begleitet von fachkundigem, meist ehrenamtlichem Personal), eine geplante Schauwerkstatt und ein neu zu schaffendes Kindermuseum (das erste in Mainz) für Kinder und Jugendliche, für Erkenntnisgewinn und lustvolles, kreatives Experimentieren


2015 – 2018: Architekturwettbewerb und Bürgerentscheid

2015 wurde ein EU-weiter Architektenwettbewerb durchgeführt. Als Sieger des Wettbewerbs ging das Büro DFZ-Architekten aus Hamburg am 19. Februar 2016 hervor (Platz 2: Mäckler Architekten, Frankfurt a. M., Platz 3: Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart). Die Planung eines eigenständigen Bauwerks mit unterirdischer Anbindung an den so genannten Schellbau war Teil eines Gesamtkonzepts für ein „Museumsquartier“ bzw. „Gutenberg-Quartier“.

Der im Volksmund als „Bibelturm“ bezeichnete Bibliotheksturm stellte den ersten Bauabschnitt dar. Er sollte als weithin sichtbares Schatzhaus eine aus frei gesetzten Buchstaben in Bronzelegierung (Kupfer und Zinn) gearbeitete Fassade besitzen und die wertvollsten Exponate des Gutenberg-Museums beherbergen  – darunter insbesondere die beiden Gutenberg-Bibeln. Für den  Bibliotheksturm waren ein begehbarer Tresorraum sowie weitere Ausstellungsbereiche und eine Leselounge angedacht.

Bürgerentscheid und Arbeitswerkstatt Gutenberg-Museum

Der Stadtratsbeschluss zur Umsetzung des Siegerentwurfs wurde durch einen Bürgerentscheid am 15. April 2018 aufgehoben. Rund 13.000 Unterschriften von Mainzer Bürger:innen stoppten damit die Realisierung des ersten Bauabschnitts in Leistungsphase V.

Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters der Stadt Mainz, Michael Ebling, rief die Stadtverwaltung am 9. Mai 2018 eine „Arbeitswerkstatt Modernisierung Gutenberg-Museum“ ins Leben, um die weitere Entwicklung unter Beteiligung von Mainzer Bürger:innen voranzutreiben.

Die partizipativ ausgerichtete Arbeitswerkstatt setzte sich aus  Vertreter:innen aller Stadtrats-Fraktionen, der Bürgerinitiativen „Bürgerinitiative Mainz für Gutenberg“ und „Bürgerinitiative Gutenberg-Museum“, der Gutenberg Stiftung, dem Gutenberg-Museum sowie der Stadtverwaltung zusammen. Die Moderation der Arbeitswerkstatt übernahm das Kommunikationsbüro PLANKOM (Hannover, Loxstedt, Kassel).


2018 – 2020: Arbeitswerkstatt Modernisierung Gutenberg-Museum

Der Mainzer Stadtrat beauftragte die Verwaltung am 9. Mai 2018, eine „Arbeitswerkstatt Modernisierung Gutenberg-Museum“ einzurichten, um die weitere Entwicklung unter Beteiligung der Bürger:innen voranzutreiben. Das auf die Moderation komplexer Kommunikationsprozesse spezialisierte Büro PLANKOM (Hannover, Loxstedt, Kassel) begleitete die Arbeitswerkstatt, die am 26. Juni 2018 zum ersten Mal tagte.

Ziel der Arbeitswerkstatt war die Evaluierung eines möglichen Standorts für ein neues Gutenberg-Museum. Neunzehn Sitzungen der Arbeitswerkstatt wurden von 2018 - 2020 durchgeführt. Themen waren u.a. das Szenografiekonzept, alternative Trägerschaftsmodelle sowie die Klärung der Standortfrage des neuen Gutenberg-Museums.

Nach einer abschließenden Sitzung am 25. Juni 2020 votierte die „Arbeitswerkstatt Modernisierung Gutenberg-Museum“ einstimmig für einen Neubau am Altstandort in der Mainzer Innenstadt und gab diese Entscheidung an den Stadtrat weiter, der den entsprechenden Beschluss am 23. September 2020 verabschiedete.

Seit 2020: Weitere Planungen

Basierend auf dieser Entscheidung und dem vom Gutenberg-Museum und dem Atelier Brückner erarbeiteten Szenografiekonzept soll im nächsten Schritt eine von Stadt, Land und Bund finanzierte Machbarkeitsstudie bauliche und denkmalpflegerische Fragen klären, bevor im Mai 2021 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden kann, der im Mai 2022 in konkrete Planungen mündet.

Weiter sehen die Planungen vor, dass Ende 2023 mit dem Neubau begonnen wird. Im März 2023 – so die Planung – hat das Gutenberg-Museum seinen Interims-Standort bezogen und kann seine bedeutsamsten Exponate im Naturhistorischen Museum zeigen, bis das neue Gutenberg-Museum im Jahr 2026 eröffnet.

09. Juni 2021: Fertige Machbarkeitsstudie: "Modernisierung des Gutenberg-Museums"

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Oberbürgermeister Michael Ebling, Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse gemeinsam mit den Erstellern der Studie, den Architekten Thomas Rischmann und Jens Mattheis, am 09.06.2021 die fertige Machbarkeitsstudie zur "Modernisierung Gutenberg-Museum" präsentiert. Die Machbarkeitsstudie befasst sich mit der baulichen und inhaltlichen Neukonzeption des Gutenberg-Museums, deren Ergebnisse Frau Grosse den Mitgliedern der ehemaligen Arbeitswerkstatt bereits am 05.05.2021 vorgestellt hat.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot und einen funktionierenden Online-Service zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie unter 'Datenschutz'.