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Die Auswirkungen von Corona auf Mädchen und junge Frauen

Ein Jahr mit Corona, ein Leben im Ausnahmezustand – für uns alle. Die neue Situation hat viele Menschen verstört und in Existenzängste versetzt. Doch wie sieht die Lage bei den jungen Frauen zwischen 16 und 29 Jahren aus? Insgesamt nimmt das Gefühl der Einsamkeit zu – genauso wie geschlechtsspezifische Gewalt. 

Soziale Stellung macht den Unterschied

Dr. Beate Großegger ist seit 1996 in der angewandten Sozialforschung tätig und gilt über die Grenzen Österreichs hinaus als Expertin für Jugend und Generationen. Sie hat sich mit den Auswirkungen von Corona auf junge Frauen auseinandergesetzt – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen. Gemäß ihrer Studie haben gerade junge Frauen große Angst sich mit Corona anzustecken, aber auch Angst vor den wirtschaftlichen Folgen. Beim Umgang mit der Pandemie macht die soziale Stellung einen maßgebenden Unterschied. Während bildungsnahe Schichten den Lockdown zwar als einschneidende Erfahrung erleben, wird dieser von den bildungsferneren Schichten als viel negativer wahrgenommen. Hier sind räumliche Enge, mangelnde technische Ausstattung und fehlende Unterstützung an der Tagesordnung. Auch die Angst, sich bei der Arbeit oder auf dem Weg zur Arbeit zu infizieren, ist viel größer – ebenso die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Gravierend ist auch das Erleben der Einsamkeit, verbunden mit dem Gefühl des Eingesperrtseins. Auch herrscht Ärger über die Mitmenschen, die sich nicht an die Corona-Maßnahmen halten. Erfreulich ist laut Großeggers Studie, dass es unter den jungen Frauen nur sehr wenige Corona-Leugnerinnen gibt. Während die Single-Frauen mit der Einsamkeit kämpfen, trauen sich andere aus Mehrgenerationenhaushalten gar nicht mehr vor die Tür, so groß ist die Angst, das Virus einzuschleppen und Angehörige zu infizieren.

Verschärfung der Ungleichheit

Plan International ist eine unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Sie hat die Situation unter einem anderen Blickwinkel untersucht, auch über den europäischen Raum hinaus Plan International weist vor allem darauf hin, dass Frauen und Mädchen allein schon durch die ausgeübten Tätigkeiten einem höheren Risiko ausgesetzt sind, sich zu infizieren – denn gerade Frauen arbeiten in der Pflege und im Gesundheitsbereich. Auch die häusliche Pflegearbeit steigt an – natürlich unbezahlt. Ein weiterer Schwerpunkt ist in diesem Bericht auch die Verschärfung der bestehenden Ungleichheit zwischen Frauen und Männern. Corona leistet Sexualisierter Gewalt, Zwangsheirat und fehlender Bildung Vorschub. Es wird immer schwerer für Frauen und Mädchen, ihre Rechte einzufordern. Und das Interesse der Gesellschaft an diesem Thema ist stark reduziert für alles, was nicht mit der aktuellen Krise zu tun hat. Schulen bleiben geschlossen – umso länger, umso gefährlicher für die Mädchen. Einerseits aus finanziellen Gründen, aber auch aus traditionellen, werden Mädchen so schnell zwangsverheiratet – und sehen die Schule nie wieder. Bei allen Krisen nimmt die geschlechterspezifische Gewalt zu – so auch die Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Die Ausgangsbeschränkungen erhöhen das Risiko, ein Gewaltpotential zu entwickeln bzw. hervorzubringen. Die Isolation verhindert außerdem oft einen Ausstieg aus der Gewalt, da der Kontakt zu Außenstehenden und somit zur Hilfe erschwert ist. Plan International weist außerdem auf die wirtschaftliche Situation hin, denn gerade alleinerziehende Frauen, die oftmals selbständig sind, sind von Armut bedroht. Armut führt für viele Mädchen und Frauen zur Kinderheirat, zu Menschenhandel und Prostitution. Denn wenn Arbeitsplätze knapp werden, sind Mädchen und Frauen die Leidtragenden.

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