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Umweltladen Mainz
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Aquakultur

Umwelttipp des Mainzer Umweltladens

Weltweit werden jedes Jahr über 100 Mio. Tonnen Fisch verzehrt. Eine solche Menge geben die Weltmeere schon lange nicht mehr her. Knapp 50% des Bedarfs an Meeresfrüchten und Fisch wird daher durch Aquakulturen gedeckt. Vor allem in den Entwicklungsländern (Afrika, Mittelamerika, Asien) wächst die Produktion in Aquakulturen stark, aber auch z.B. in China, Norwegen und Schottland spielt die Aquakultur-Industrie eine große Rolle.

Was ist Aquakultur?

Unter Aquakultur versteht man die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln, Krebsen, Garnelen oder Algen in abgetrennten Einheiten. Es gibt verschiedene Verfahren in der Aquakultur:

Bei der Teichwirtschaft werden Zuchtfische (z.B. Karpfen) in künstlichen oder abgegrenzten natürlichen Teichen gehalten. In Durchflussanlagen wird Wasser aus Fließgewässern durch Rinnen oder Becken geleitet, in denen Arten wie z.B. die Forelle gezüchtet werden.

In der Netzhegehaltung werden Tiere (z.B. Lachse) in Netzen oder Käfigen meist im freien Meer oder in Buchten gehalten. In riesigen Hallen mit geschlossenen Kreislaufanlagen werden Fische (z.B. der Stör) völlig unabhängig von der natürlichen Umgebung in großen Bassins gehalten.

Was sind die Probleme der Aquakultur?

  • Aufgrund hoher Besatzdichten, sind die Tiere besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Daher kommen hohe Mengen von Desinfektionsmitteln und Antibiotika sowie Pestiziden gegen Algenwuchs zum Einsatz. Diese Chemikalien können für den Menschen krebserregend sein oder eine Antibiotikaresistenz bewirken.
  • Wer denkt, dass durch Aquakultur der Überfischung der Weltmeere entgegengewirkt wird, irrt, denn für die Fütterung der Raubfischarten werden Unmengen von Fischmehl und –öl gebraucht. Um einen Kilo Lachs zu produzieren werden 5 Kilo gefangener Wildfisch verfüttert.
  • Bei Süßwasserbetrieben ist der Verbrauch knapper Wasser- und Bodenressourcen unverhältnismäßig groß. Zudem kommt es zu Grundwasserversalzung.
  • Aus Aquakulturanlagen entflohene Zuchttiere können wilde Fischbestände verdrängen oder sich mit ihnen vermischen.
  • Für den Besatz der Zuchten werden stets Jungfische aus Wildfang eingesetzt, was keineswegs nachhaltig in Bezug auf die Fischbestände der Weltmeere ist.
  • Die Auswirkungen auf Umwelt und lokale Bevölkerung können sehr einschneidend sein. Für die Shrimpszucht zerstörte z.B. die Abholzung von asiatischen und mittelamerikanischen Mangrovenwäldern wichtige Funktionen als natürliche Wellenbrecher, Nahrungs- und Holzlieferant und als Laichorte für viele Fischarten.
  • Ein zu hoher Fischbesatz bekommt den Tieren nicht. Sie leiden unter Stress und sind krankheitsanfälliger. Das ist Tierquälerei.
  • Durch das nährstoffhaltige und mit Chemikalien versetzte Wasser der Aquakulturen werden küstennahe Ökosysteme überdüngt und vergiftet.

Was ist die Lösung?

Als Alternative zur konventionellen Form, bietet sich die biologisch zertifizierte Aquakultur an. Sie erlässt strenge Vorschriften, z.B. was die Anlagen, den Wildfang von jungen Zuchtfischen, die Ernährung der Tiere oder die Abwasserentsorgung betrifft. Jüngst hat die EU-Kommission Durchführungsbestimmungen für die ökologische Aquakultur verabschiedet. Somit gibt es endlich eine europaweite gesetzliche Regelung für Biofisch- und Meeresfrüchte – erkennbar an dem bekannten BIO-Siegel auf der Verpackung! Prinzipiell unterscheidet sich die Bio-Aquakultur von der konventionellen durch:

  • sorgfältige Auswahl der Anlagenstandorte,
  • Schutz der umliegenden Ökosysteme,
  • Vermeidung von Konflikten mit der lokalen Bevölkerung (z.B. mit Fischern),
  • tiergerechte Besatzdichten (z.B. liegt bei der Bio-Lachsaquakultur die Tierdichte pro Käfig um 50% unter der Dichte bei üblichen Aquakulturen),
  • kein Einsatz von Chemikalien (z.B. Pestizide),
  • Einsatz natürlicher Mittel und Methoden zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten,
  • pflanzliche Futtermittel aus der ökologischen Landwirtschaft,
  • Fischmehl und –öl im Futter aus der Verarbeitung von Speisefischen (keine Fischerei eigens zu Futterzwecken),
  • kein Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (bei Futter und Besatz),
  • Weiterverarbeitung nur nach ökologischen Richtlinien.

Umwelttipp Januar 2012

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