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Mainzer Strategie für biologische Vielfalt - Gemeinsam für mehr Natur in der Stadt

Biologische Vielfalt – Zustand und Nutzen

Biologische Vielfalt, das ist die Vielfalt der Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, ihrer Gene und Lebensräume, kurz: die Gesamtheit der Natur, die uns umgibt.

Vergleicht man aber beispielsweise die Luftbilder der Stadt Mainz von 1964 und 2010, so wird deutlich: Durch Versiegelung und Nutzungsänderungen hat die verbliebene Natur in Mainz deutlich abgenommen. Und nicht nur in Mainz: In Deutschland sind nach der aktuellen roten Liste 27 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen bestandsgefährdet, von den einheimischen Tierarten 36 Prozent und von den in Deutschland vorkommenden Lebensräumen 72,5 Prozent gefährdet.

Deutschland erreicht mit diesen Gefährdungsraten mit die höchsten Werte in Europa. Die biologische Vielfalt sichert jedoch durch sogenannte "Ökosystemdienstleistungen" unsere Lebensgrundlagen: Intakte Böden filtern das Wasser, produzieren Nahrung, Energieträger und die Rohstoffe für Medikamente, Vögel helfen uns im Kampf gegen die Schnaken, Insekten bestäuben unsere Nutzpflanzen und unsere Grünflächen versorgen die Stadt mit Frischluft und dienen der Naherholung.

Diese Leistungen sind technisch gar nicht oder nur mit erheblichem finanziellen Aufwand zu ersetzen. Eine intakte Natur ist somit existentielle Grundlage, auf der Gesundheit, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur überhaupt erst aufbauen.

Warum in Städten ansetzen?

Städten kommt dabei eine besondere Verantwortung zu: Sie verbrauchen und emittieren über 70 Prozent der weltweiten Energie- und Rohstoffvorkommen, tragen die Verantwortung für die Lebensqualität einer großen Anzahl von Menschen vor Ort und verfügen zum Teil über artenreichere Tier- und Pflanzengemeinschaften als natürliche Landschaften oder Kulturlandschaften. Städte sind jedoch auch Zentrum von Wissen, Handlungsträgern und Finanzströmen. Durch gezieltes Handeln von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft haben Städte die Möglichkeit, aktiv über den Umgang mit Natur und Landschaft zu entscheiden. Profit ist die Erhaltung, Schaffung und Sicherung einer lebenswerten Stadt für Bürger und Umwelt.

Die Deklaration "Biologische Vielfalt in Kommunen"

Deshalb hat die Landeshauptstadt Mainz im Mai 2010 die Deklaration "Biologische Vielfalt in Kommunen" unterzeichnet. In dieser Deklaration erklärt die Landeshauptstadt Mainz, Anforderungen, die der Erhalt der biologischen Vielfalt vor Ort stellt, bewusst in Entscheidungen einzubeziehen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Maßnahmen zur Erhaltung und Stärkung der biologischen Vielfalt in folgenden Bereichen zu ergreifen:

  1. Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich
  2. Arten- und Biotopschutz
  3. Nachhaltige Nutzung
  4. Bewusstseinsbildung und Kooperation

Die Deklaration steht am Seitenende zum Herunterladen bereit.

Die "Mainzer Strategie zur biologischen Vielfalt – Gemeinsam für mehr Natur in der Stadt"

Mit welchen Maßnahmen die Natur in Mainz gefördert werden kann, soll die "Mainzer Strategie zur biologischen Vielfalt" beschreiben, deren Erstellung vom Stadtrat beschlossen wurde und die derzeit unter Federführung des Umweltamtes erstellt wird. Bestrebungen zum Erhalt der Biodiversität können jedoch nur erfolgreich sein, wenn diese als Querschnittsaufgabe in allen relevanten Planungs- und Handlungsebenen Eingang finden. Die "Mainzer Strategie zur biologischen Vielfalt" wird deshalb in Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern, Politik, Bürgern, Vereinen, Betrieben und Institutionen erstellt.

Logo des Bündnisses Kommunen für biologische Vielfalt e.V.
© Kommunen für biologische Vielfalt e.V.

Das Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt" e. V.

Um bei der Bewältigung der Aufgaben im Naturschutz fachlich und organisatorisch gut aufgestellt zu sein, ist die Landeshauptstadt Mainz dem Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt e. V." beigetreten. Das bundesweite Bündnis aus Städten und Landkreisen ist eine Plattform für die interkommunale Zusammenarbeit und wird die Interessen und Probleme beim Schutz der lokalen Natur in öffentliche und politische Diskussionen hinein vermitteln, Bund und Länder dazu auffordern, entsprechende Rahmenbedingungen für den Naturschutz zu schaffen und die Kommunen auch finanziell zu unterstützen.

Als eingetragener Verein kann das Bündnis selbst Fördermittel beantragen und Projekte im Sinne der Kommunen durchführen. Erfolge einzelner Kommunen können durch das Bündnis bundesweite Aufmerksamkeit erfahren.

Die Bündnisgründung erfolgte am 1. Februar 2012 im Rahmen eines Auftaktkongresses, die Landeshauptstadt Mainz ist Gründungsmitglied.

Das Bündnis wird bis zum 30. Juni 2014 innerhalb eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens des Bundesamts für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie durch die Deutsche Umwelthilfe unterstützt.

Kontext und Chronologie

  • 1992: Konvention über die biologische Vielfalt (Vereinte Nationen)
  • 1998: EU-Strategie zur Erhaltung der Artenvielfalt (Europäische Kommission)
  • 2007: Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (Bundesregierung)
  • Seit 2008: Länderstrategien zur biologischen Vielfalt (Rheinland-Pfalz: in Erstellung)
  • Seit 2008: Kommunale Strategien zur biologischen Vielfalt (Bonn, Hannover und andere)
  • 2010: Deklaration "Biologische Vielfalt in Kommunen"
  • 2011 – 2020: UN-Dekade für Biodiversität (Vereinte Nationen)
  • 2012: Bündnisgründung "Kommunen für biologische Vielfalt e.V."
  • 2012: Mainzer Stadtratsbeschluss zur Erstellung einer Mainzer Strategie zur biologischen Vielfalt

Was können Sie tun?

Der Einsatz für mehr Natur hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn er viele Unterstützer findet. Die Handlungsmöglichkeiten sind vielfältig und jeder kann etwas tun. Von Wildblumen im Balkonkasten bis zu naturnahen Außenanlagen und Ackerrändern, vom Nistkasten bis zur Müllsammelaktion, von der Fastnachtsgruppe im Tierkostüm bis zur Gestaltung eines informativen Plakates. Im Kleinen gemeinsam Großes bewirken - Werden Sie aktiv!

Gleichzeitig sind wir an Ihren Vorschlägen interessiert: Was halten Sie bezüglich der Natur in Mainz für besonders wichtig? Was ist besonders schützenswert? Was sollte unbedingt angegangen werden? Oder: Tun Sie sogar schon etwas im Bereich Naturschutz, das im Rahmen der Strategie mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung erfahren kann? Teilen Sie es uns mit!

Adresse

Umweltplanung
Geschwister-Scholl-Str. 4, Haus A
55131 Mainz
Telefon
+49 6131 12-3893
E-Mail
gruen-umweltamtstadt.mainzde

Erreichbarkeit

Haltestellen / ÖPNV

Haltestelle: Kurmainz-Kaserne/Akademie der Wissenschaften
Linien: 9, 50, 52, 53, 67, 660

Barrierefreier Zugang vorhanden