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Fastnachtsbrunnen

Ein fröhliches Denkmal

1967 enthüllt ist der Fastnachtsbrunnen ein vergleichsweise junges Denkmal in Mainz. Und doch ist er nicht mehr wegzudenken aus dem Stadtbild. Mit seinen über 200 Figuren aus der Fastnacht und der Mythologie steht er als Symbol für die typische Mainzer Lebensfreude.

Auf dem Schillerplatz errichtet wird vom ihm gegenüberliegenden Balkon des Osteiner Hofes alljährlich am 11. November die Fastnacht ausgerufen.

Fastnachtsbrunnen auf einen Blick

Zahlen, Daten, Fakten

Errichtet: 1964 bis 1967
Entworfen von: Blasius Spreng, Bildhauer und Maler aus München, und Helmut Gräf, Architekt aus Mainz
Gestiftet von: Familie Eckes-Chantré, Nieder-Olm

Historisches

Obwohl weit über die Grenzen Deutschlands für ihre närrische fünfte Jahreszeit berühmt, hatte die Stadt lange Zeit kein einziges Denkmal vorzuweisen, in dem sich die Mainzer Fastnacht widerspiegelte. Dies sollte sich erst in den 1960er-Jahren ändern. Im Spätherbst 1963 trugen die Stadtväter einem kleinen Kreis Industrieller ihren Wunsch nach Errichtung eines Fastnachtbrunnens am südlichen Ende des Schillerplatzes vor.

Damit sollte zum einen zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen und zum anderen die typische Mainzer Lebensfreude plastisch manifestiert werden. Das bekannte Getränkeunternehmen Eckes aus Nieder-Olm erklärte sich bereit, den Fastnachtsbrunnen zu stiften und schrieb einen Wettbewerb aus, den schließlich der Münchner Professor Blasius Spreng und der Mainzer Architekt Helmut Gräf für sich entscheiden konnten.

Nach einer dreijährigen Schaffenszeit wurde der Narrenturm am 14. Januar 1967 im Beisein mehrerer Tausend Mainzer, die sich erwartungsfroh auf dem Schillerplatz eingefunden hatten, und begleitet von karnevalistischer Musik endlich enthüllt.

Bei der Übergabe erklärte der Stifter; Ludwig Eckes: "Wir haben diesen Wunsch gerne erfüllt, und wir haben es aus freudigem Herzen getan, um auch unsererseits einen Beitrag zu leisten zur Verschönerung der durch den Krieg so schwer angeschlagenen und zerschundenen Stadt."
Die Anwesenden nahmen ihren "Narrenturm" jubelnd in Besitz, erkannten sie doch sogleich, dass dieses geglückte Denkmal nicht einfach irgendein Brunnen war, sondern "ein sprechendes Kunstwerk, in dem sie selbst, Mainz und die Mainzer zur Sprache kamen."(Dr. Gottfried Edel)

Architektur

Blasius Spreng ist mit der Erschaffung des Fastnachtsbrunnens ein einzigartiges Kunstwerk geglückt, das sich motivisch wie ästhetisch perfekt ins Mainzer Leben einfügt.

Inmitten des von Gräf geschaffenen, in rotem Sandstein gehaltenen Brunnenbeckens erhebt sich ein fast neun Meter hoher, bronzener Turm, der von mehr als 200, ebenfalls bronzenen Einzelfiguren bevölkert wird. Was das Auge hier entdecken kann, ist geheimnisvoll, grotesk, fratzenhaft und vertraut zugleich.

Symbolik

Vater Rhein, der Mönch und der Mann mit dem Brett vor dem Kopf, die Katze, Till Eulenspiegel und die Stadtgöttin Mogontia, der Geldbeutelwäscher oder der Paragraphenreiter: Sie alle sind Beispiele für die Vielfalt der Phantasiemotive, die den Fastnachtsbrunnen bevölkern. Sie bringen nicht nur das besondere Wesen der Mainzer Fastnacht, sondern mehr noch in einer unnachahmlichen Weise den Geist der traditionsreichen Stadt Mainz zum Ausdruck.

Heute

"Wenn ich nun, liebe Narrhallesen,
die Neugier hab' in Euch erweckt,
dann ist es Sinn und Zweck gewesen,
damit Ihr wieder ihn entdeckt..."

(Gedichtstrophe aus: Ein Mainzer Fastnachtstraum von Dr. Rudi Henkel, Ehrenpräsident des Mainzer Carneval-Verein 1838 e. V.)

Neugier erregt der Fastnachtbrunnen nicht nur zur fünften Jahreszeit: Das ganze Jahr über ist er ein Touristenmagnet und einer der Höhepunkte bei Stadtführungen. Im Sommer genießen Mainzer und Touristen gleichermaßen die angenehme kühlende Gischt, sitzen Eis schleckend am Brunnenrand oder beobachten das Spiel der Wasserfontänen.

Literaturtipp

Geheimnis Fastnachtsbrunnen,
Hans Jörg Jacobi, Edition Erasmus

Kontakt / Lage

Schillerplatz
(gegenüber vom Osteiner Hof)
55116 Mainz