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Das Mainzer Kanalnetz

Wir kümmern uns an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden am Tag um ihre Abwässer aus Küche, Bad und Toilette.

Durch unsere Kanäle fließen die Abwässer aller Mainzer Haushalte und Industrieunternehmen. Dazu kommen die Abwässer der Gemeinden Bodenheim und Budenheim.

Und selbstverständlich kümmern wir uns auch um das Regenwasser das von Dächern und Straßen fließt. Dafür betreiben wir ein unterirdisches Kanalnetz das ausgestreckt von Mainz bis Mittelitalien reicht. Sozusagen eine Stadt unter der Stadt.

Abwasser, Schmutzwasser, Regenwasser

Abwasser ist ein Oberbegriff für Wasser, das aus verschieden Quellen stammen kann und über eine bauliche Anlage (=Kanal) abgeleitet wird.

Dazu zählen:

  • Schmutzwasser = durch Gebrauch verunreinigtes Wasser
  • Regenwasser = von befestigten Flächen (Haus, Straße usw.) abfließendes Niederschlagswasser
  • Mischwasser = Schmutzwasser + Regenwasser

800 Kilometer Kanal

Gewaltige Wassermassen werden von uns unterirdisch mit modernster Technik gezielt bewegt und gesteuert. Für diesen Zweck haben wir eine Stadt unter der Stadt angelegt.
800 Kilometer Kanalnetz sorgen dafür, dass ihr Wasser von jedem Ort in Mainz zur Kläranlage gelangt. Dafür nutzen wir u.a. das natürliche Gefälle aus und an den Stellen an denen Mainz flach wie ein Frühstücksbrettchen ist, heben wir das Abwasser mit der Hilfe von insgesamt 85 Pumpwerken an.

Misch- und Trennsystem

Zwei Systeme, ein Ziel: Historisch bedingt gibt es im Mainzer Untergrund zwei unterschiedliche Kanalsysteme. Früher favorisierte man das Mischsystem, bei dem Schmutz- und Regenwasser in einen Kanal abgeleitet werden.

Seit rund fünfzehn Jahren baut man überwiegend Trennsysteme, bei denen Schmutz- und Regenwasser getrennt voneinander abgeleitet werden. Dies hat den Vorteil, dass das Regenwasser nicht zusätzlich gereinigt werden muss, sondern direkt vor Ort einem Gewässer oder der Versickerung zugeführt werden kann.

Spülen mit Hochdruck

Ja, wir spülen unsere Kanäle, das heißt, wir machen sie sauber. Das mag komisch klingen, ist aber einfach erklärt. Bedingt durch die flache Lage von Mainz haben die Kanäle wenig Gefälle. Fließt wenig Wasser durch den Kanal, setzen sich Schlamm, Sand und Fäkalien am Kanalboden ab. Dazu gesellen sich dann die Dinge, die dort eigentlich nichts zu suchen haben, aber leider immer wieder dort landen: Essensreste, Feuchttücher, Wattestäbchen oder Zigarettenstummel etc.

Um diese Ablagerungen zu beseitigen, spülen wir unsere Kanäle regelmäßig. Dafür haben wir fünf hochmoderne Spülwagen. Die Kombifahrzeuge sind echte Recyclingprofis. Sie spülen den Abwasserkanal mit Hochdruck, saugen das schmutzige Spülwasser dann wieder auf, reinigen es im Fahrzeug und sind startklar für den nächsten Einsatz.

Inspektion: Kanal-TV

Wir spülen nicht nur unsere Kanäle, wir filmen sie auch. So können wir mögliche Risse oder andere Schäden möglichst früh aufspüren.

85 Pumpwerke

Topografisch gesehen ist Mainz an vielen Stellen flach. Sie erinnern sich, der Vergleich mit dem Frühstücksbrettchen. Das Abwasser kann also nicht ausschließlich durch ein natürliches Gefälle zur Kläranlage fließen. Um Höhenunterschiede zu überwinden haben wir deshalb an den tiefsten Stellen des Kanalsystems Pumpwerke und Druckleitungen installiert. Sie sorgen für einen Niveauausgleich und dafür, dass das Wasser im Untergrund fließt.

Eins der größten und wichtigsten Pumpwerke ist das Pumpwerk Rheinallee. Über die Rheinachse fließt das Abwasser aus der Mainzer Alt- und Neustadt, aus Bretzenheim, Weisenau, Hechtsheim,  Ebersheim und der Verbandsgemeine Bodenheim Richtung Kläranlage in Mombach.

Speicherplatz

Wasser braucht Platz. Stellen Sie sich ein heftiges Gewitter mit Dauerregen vor. Innerhalb kurzer Zeit fließt sehr viel Wasser durch die Mainzer Abwasserkanäle Richtung Kläranlage. Damit diese nicht „Land unter“ meldet, wird ein Großteil des Wassers unterwegs in Regenrückhaltebecken geleitet. 77 gibt es davon in Mainz. Im trockenen Zustand sehen sie aus, wie eine Senke in der Landschaft, bei starkem Regen wie ein kleiner See.

Regenrückhaltebecken

Regenrückhaltebecken erfüllen mehrere Funktionen: Sie schützen die Kläranlage vor dem „Überlaufen“, sie dienen bei starken Regenfällen als Zwischenspeicher und sie ermöglichen, dass große Mengen Wasser durch Verdunsten und Versickern wieder zurück in den natürlichen Wasserkreislauf der Erde gelangen.

Übrigens: Große Siebe, Staustufen und Absetzbecken innerhalb des Kanalsystems sorgen dafür, dass Toilettenpapierreste und Fäkalien bereits vorher abgefangen werden. So bleiben Regenrückhaltebecken sauber.

Aber: Immer mehr Menschen benutzen ihre Toilette oder den Gulli fälschlicherweise als Abfalleimer. Essensreste, Feuchttücher, Farben, Wattestäbchen oder Zigarettenstummel sorgen dafür, dass Siebe verstopfen. Kommt ein Gewitter, können dann auch Fäkalien und Toilettenpapier die Stauhürden überwinden und gelangen mit den Wassermassen dorthin, wo sie nicht sein sollten, z. B. in ein Hochwassserrückhaltebecken wie am Lungenberg.

Absetzbecken/Schlammfang

Ein Absetzbecken ist ein nahezu strömungsfreies Becken. Es dient der groben Reinigung von Abwasser. Feste Stoffe (Schlamm, Sand, Schmutz) setzen sich aufgrund der Schwerkraft ab, Wasser fließt weiter.
Absetzbecken kommen sowohl im Kanalsystem als auch in der Kläranlage vor. Das Prinzip ist immer das Gleiche:

Wenig Strömung -> feste Stoffe setzen sich ab und können besser entfernt werden.

Pflege und Erhalt

Unser erst rund 100 Jahre altes Kanalnetz ist ein besonderes Juwel, das wir tagtäglich pflegen und instandhalten.

Hier können Sie einen Blick unter die Boppstraße werfen. Zu sehen ist ein gemauerter Kanal, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Kanäle dieser Bauart sind noch heute, nahezu unverändert in Betrieb

Erweiterung

Mainz wächst stetig, und damit auch das Kanalnetz. Wir planen, bauen, begleiten und realisieren in jeder Größenordnung. Vom Hausanschluss bis zum neuen Stadtviertel. Beispiel gefällig? Wir sagen nur Layenhof, Zollhafen oder ehemaliges IBM-Gelände.

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