Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche
Suche
Sie befinden sich hier:
Sekundärnavigation

Blog Weinsalon Rheinhessen

Alles begann mit ein paar Weinflaschen unter einer Brücke, einigen Hängematten mit Blick auf den Rhein und einer Handvoll junger Winzer, sie einfach nur ihre Weine und ihr Weinwissen mit jungen Gleichaltrigen teilen wollten. "Wie sich das entwickelt hat, ist ja verrückt", staunt Alina Engel: Heute, zehn Jahre später, hat der Mainzer Weinsalon, der sich inzwischen Weinsalon Rheinhessen nennt, einen beispiellosen Run auf Weine der Jungwinzer Rheinhessens ausgelöst, hat Preise und Ruhm eingeheimst und ist ein Vorbild für Weinpräsentationen überall in Deutschland.

Es war wohl dieses ganz besondere Flair: Direkt auf der Rheinuferpromenade in Mainz, mit diesem wunderbaren Blick auf den Rhein, mitten in der Great Wine Capital, servierten einmal im Monat junge rheinhessische Winzer ihre Weine einem jungen, urbanen Publikum. Das Ganze spielt sich Open Air ab, die Gäste sitzen schlicht auf den Bänken oder Steinmäuerchen oder eben auf allem, was die Szenerie der Promenade so hergibt. Und sie genießen eine Auswahl von 40 bis 60 Weinen im Sonnuntergang und unter den aufgehenden Sternen – und das ist wörtlich gemeint.

20 junge Winzer aus allen Teilen Rheinhessens gründeten 2008 den Mainzer Weinsalon, 2009 entschied die Vereinigung, ihre Weinflaschen nach Mainz zu tragen, um die Rheinhessenweine in der Landeshauptstadt bekannter zu machen. Das Konzept traf von Anfang an auf tolle Resonanz: "Das war am Anfang noch total entspannt", erzählt Aline Engel, "das Essen war selbstgemacht, wir haben Hängematten aufgehängt, und die Leute kamen einfach nach dem Büro vorbei."

Wein in so einer relaxten Open Air-Atmosphäre auszuschenken – das war neu, und dazu präsentierten sich die Winzer selbst vor Ort, schwätzten mit den Gästen, erklärten ihre Weine. Bald waren die Weine jeden Abend ausverkauft, ab 2013 wurde das Ganze wirklich groß – "wir haben da gemerkt: da muss eine richtige Logistik hin", erzählt Alina.

Die After Work Wein Lounge zog an den Brunnen vor dem Mainzer Hilton Hotel um, ein paar Meter weiter, wo mehr Platz war, und die Winzer kauften eine eigene Theke, Kühlwagen und Pavillons für Regentage. "Unser Motto ist: Dem Rheinhessenwein die Bühne bieten, die er verdient hat", sagt Alina, die selbst Jungwinzerin auf dem rheinhessischen Weingut Meyerhof in Flonheim ist und 2013 zum Weinsalon dazustieß.

Mehr als 1.000 Gäste folgen inzwischen an jedem ersten Dienstag im Monat in der Sommersaison dem Ruf des Weinsalons. "Wir staunen immer, dass die Leute einfach nicht nachhause gehen wollen", Alina sagt: "Es wird neun, es wird zehn, aber die sitzen immer noch da – das ist eine echt lange After Work Party inzwischen." Und die hat sich ausgebreitet: Vor ein paar Jahren kam der Weinsalon im Landesmuseum in Mainz hinzu, seither gibt es einmal im Monat im Innenhof die Weinbar der Jungwinzer kombiniert mit Kultur wie Live Musik – mitten im Regierungsviertel.

Genau dafür bekam der Mainzer Weinsalon den Best Oft Wine Tourism-Award 2020 in der Kategorie "Wein und Kultur": Die Kombination von Wein, Kultur und jungen Winzern kreiere eine einmalige Atmosphäre der Weinkultur, lobte die Jury. Tatsächlich war es genau dieses Konzept, das den Mainzern die Qualität und Vielfalt der rheinhessischen Weine erst so richtig näher brachte.

Inzwischen geschieht das auch in Darmstadt, 2018 zog der Weinsalon in die Studentenstadt 40 Kilometer weit im benachbarten Hessen. "Die Leute dort lieben das Konzept und sie haben viel mehr Rückfragen als die Mainzer", erzählt Engel, "aber die Darmstädter sind unfassbar interessiert an der Region und unseren Weinen." Nun ja, Wein, Kultur und eine laue Sommernacht – was will man denn auch mehr?

Doch das gilt nicht für den Sommer 2020, der Weinsalon, jetzt unter dem Namen Weinsalon Rheinhessen, fiel in diesem Jahre der Corona-Krise zum Opfer. Aber das stoppt die jungen Rheinhessenwinzer keineswegs: "Wir haben einen 'Weinsalon to Go' kreiert", sagt Alina: Eine Kiste mit zwölf Flaschen Wein verschiedener Winzer, die den Gästen ins Haus geliefert wird. Das Probierpaket gibt es in der Geschmacksrichtung trocken, halbtrocken-lieblich und querbeet, "das wird voll nachgefragt, obwohl wir so gut wie keine Werbung gemacht haben", berichtet Alina. Die Weinfans holten sich das Rheinfeeling eben auf diese Weise nach Hause, berichtet sie: "Dann plätschert zuhause eben die Weinflasche."

Über die Bloggerin

Die Journalistin Gisela Kirschstein lebt seit 1990 in Mainz und ist unter anderem für ihre Website Mainz& ständig auf der Suche nach spannenden Themen aus Mainz und Rheinhessen. 2015 gewann sie den internationalen Bloggers' Contest der Great Wine Capitals.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot und einen funktionierenden Online-Service zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie unter 'Datenschutz'.

'Datenschutz'