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Mainz denkt global

Hallo und herzlich willkommen auf Mainz denkt global!
Hier finden Sie Informationen über die Ziele für nachhaltige Entwicklung, zu denen sich die Mitgliedsstaaten der UN verpflichtet haben. Darüber hinaus immer aktuelle News zu Aktionen von Mainzer Gruppen, die sich diesen Zielen verschrieben haben.

- Aktuell - Laufen für die 17 Ziele

Am 6. September ist es wieder soweit: Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) erobern die Mainzer Innenstadt. Bereits zum zweiten Mal tragen über 40 Läuferinnen und Läufer die charakteristisch bunten Icons in das Ziel des Mainzer Firmenlaufs.

Hierzu riefen die Außenstelle Mainz von Engagement Global, die AGENDA 21-Koordinierungsstelle der Stadt Mainz und der hier ansässige Weltladen-Dachverband gemeinsam auf. Unter dem Motto "SDGs bewegen" wird damit die Botschaft der Agenda 2030 für tausende Menschen auf den Straßen der Mainzer Innenstadt sichtbar. Dass in Mainz bereits aktiv an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele gearbeitet wird, soll in diesem Jahr auch über den Firmenlauf hinaus gezeigt werden. Die Kooperationspartner präsentieren daher an dieser Stelle einzelne Beispiele bürgerschaftlichen Engagements.

Grundsätzlich ist jeder und jede bei der Umsetzung gefragt und kann sich in einem bestehenden Verein oder Projekt oder mit eigener Initiative für die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele einsetzen.

17 Ziele - Unsere Verantwortung

Wir wollen auf dieser Seite zeigen, wie die Stadt Mainz, ihre Bürgerinnen und Bürger, Gruppen, Organisationen und Initiativen dazu beitragen können, dass wir die Ziele gemeinsam erreichen.

Hier finden Sie künftig Informationen rund um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, zu denen sich die Mitgliedsstaaten der UN verpflichtet haben.

Ziel 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Ca. 11 Prozent der Weltbevölkerung lebt in extremer Armut. Im Jahr 2015 waren es etwa 836 Millionen Menschen. Sie mussten mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen. Die Weltgemeinschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die extreme Armut bis 2030 komplett zu beenden.

"Armut ist nicht natürlich, sie wurde von den Menschen geschaffen und kann deshalb überwunden, sowie durch geeignete Maßnahmen ausgerottet werden. Die Beseitigung der Armut ist kein Akt der Barmherzigkeit, sondern der Gerechtigkeit." (Nelson Mandela, Friedensnobelpreisträger)

Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Noch immer hungern 795 Millionen Menschen, zwei Milliarden Menschen sind mangelernährt. Hunger ist nicht nur das größte Gesundheitsrisiko, sondern auch eines der größten Entwicklungshemmnisse. Er trägt zu Flucht und Vertreibung bei, fördert Perspektivlosigkeit und Gewalt. Es werden heute genügend Nahrungsmittel auf der Welt produziert, um allen Menschen eine ausreichende Ernährung zu sichern. Allerdings haben auf Grund von mangelnder Infrastruktur, Handelsbarrieren und bewaffneten Konflikten nicht alle Menschen den gleichen Zugang zu Nahrung.

„Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (Jean Ziegler, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung)

Ziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

esundheit ist gleichzeitig Ziel, Voraussetzung und Ergebnis von nachhaltiger Entwicklung. Ihre Förderung ist ein Gebot der Menschlichkeit – sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern. Weltweit leben etwa 39 Prozent der Weltbevölkerung ohne Krankenversicherung, in einkommensarmen Ländern sind es sogar mehr als 90 Prozent. Immer noch sterben viele Menschen an Krankheiten, die bei richtiger Behandlung nicht tödlich verlaufen müssten oder durch Impfungen einfach zu verhindern wären. Durch eine Stärkung der Gesundheitssysteme und insbesondere durch eine breite Verfügbarkeit von Impfstoffen, kann es uns gelingen, diese Krankheiten bis 2030 zurückzudrängen und sogar auszurotten.

„Es ist Zeit, Gesundheitsfürsorge als Teil einer ’sozialen Infrastruktur‘ zu konstituieren, die Gesundheit als ein öffentliches Gut begreift, das allen verfügbar sein muss.“ (medico international)

Ziel 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Menschen den Zugang zu Bildung zu verwehren heißt, ihnen ein elementares Menschenrecht vorzuenthalten – und wichtige Entwicklungschancen für den Einzelnen und die Gesellschaft. Bildung befähigt Menschen, ihre politische, soziale, kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Weltweit haben 58 Millionen Kinder und 63 Millionen Jugendliche noch keinen Zugang zur Grund- und Sekundarschule. 90 Prozent aller Kinder mit einer Behinderung gehen niemals zur Schule. 781 Millionen Menschen sind Analphabeten. 7,5 Millionen funktionale Analphabeten gibt es allein in Deutschland.

„So lasst uns denn den Kampf aufnehmen gegen Analphabetismus, Armut und Terror und dazu unsere Bücher und Stifte in die Hand nehmen. Sie sind unsere wirksamsten Waffen. Ein Kind, ein Lehrer, ein Stift und ein Buch können die Welt verändern. Bildung ist die einzige Lösung. Bildung steht am Anfang von allem.“ (Malala Yousafzai, Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin)

Ziel 5: Geschlechter-gleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Internationale Studien und Schätzungen belegen: Frauen werden fast überall auf der Welt noch immer benachteiligt und ihrer Rechte beraubt. Die Mehrheit der Armen und der größte Teil aller Analphabeten sind weiblich. Jedes Jahr sterben etwa 300.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt, 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO werden mehr als ein Drittel aller Frauen weltweit zu Opfern von körperlicher oder sexueller Gewalt.

„Eine Gesellschaft, in der Mädchen und junge Frauen ihr volles intellektuelles, soziales und politisches Potenzial ausschöpfen können, ist gleichzeitig auch eine sichere, gesunde und florierende Gesellschaft.“ (Julia Gillard, ehemalige Premierministerin von Australien)

Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Ohne Wasser kein Leben! Wir benötigen es als Trinkwasser, aber auch in der Landwirtschaft, um Nahrungsmittel zu produzieren. Die Vereinten Nationen haben daher 2008 den Zugang zu sauberem Trinkwasser als Menschenrecht anerkannt. Dennoch müssen 748 Millionen Menschen noch immer ohne sauberes Trinkwasser auskommen. Nach Schätzungen sterben deswegen an einem einzigen Tag weltweit 5.000 Kinder. 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung.

„Wir erreichen alle Entwicklungsziele nur, wenn wir verstehen, wie Wasser als global begrenzte Ressource mit den anderen Zielen verbunden ist." (Stefan Reuter, Geschäftsführer des BORDA e.V.)

Ziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Knapp 80% der weltweit erzeugten Energie stammt immer noch aus fossilen Energieträgern. Aus der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen u. a. Kosten für das Gesundheitssystem durch die Luftbelastung und Kosten durch Klimaschäden, die der Allgemeinheit und nicht nur den Verursachern schaden.

„Kernkraftwerke hinzustellen, ohne zu wissen, wo der Atommüll endlagert werden kann, ist wie das Abziehen einer Handgranate bevor man weiß, wo man sie hinwerfen wird.“ (Dieter Hildebrandt, Kabarettist, Schauspieler und Buchautor)

Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Das Wirtschaftswachstum vergangener Jahrzehnte ist auf Kosten natürlicher Ressourcen und des Weltklimas erfolgt und längst an ökologische Grenzen gestoßen. Es bräuchte mehrere Planeten Erde, wenn alle Menschen ein Leben ermöglicht würde, wie es heute in Deutschland selbstverständlich ist. Eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung bringt soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklungsziele in Einklang. Nur eine wachsende Wirtschaft kann die Lebensbedingungen für die Bevölkerungsmehrheit verbessern und für ein Einkommenswachstum sorgen, dass zur Bekämpfung von Armut notwendig ist. Aber auch in den heute noch armen Ländern ist es nötig, den Wohlstandszuwachs ökologisch und sozial nachhaltig zu gestalten.

„Das Problem ist nicht, dass wir mehr Wohlstand wollen. Das Problem ist, dass wir Wohlstand durch materiellen Besitz definieren.“ (Dennis Meadows, Ökonom)

Ziel 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Eine nicht vorhandene oder marode Infrastruktur hemmt die Wirtschaftlichkeit und fördert so die Armut. Beim Aufbau der Infrastruktur sollte der Aspekt der Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen, zum Beispiel durch die Förderung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln. Auch Fabriken und Industriestätten sollten nach ökologischen Gesichtspunkten nachhaltig produzieren, um eine unnötige Umweltbelastung zu vermeiden.

„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ (Albert Einstein, theoretischer Physiker und Physik-Nobelpreisträger)

Ziel 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

In vielen Ländern Asiens und Lateinamerikas haben zwischen 2007 und 2012 die Einkommen der unteren Einkommensgruppen stärker zugenommen als die der oberen. Ein gutes Zeichen, um die Ungleichheit auf der Welt zu verringern. Denn geringere Ungleichheit bedeutet immer auch eine bessere Möglichkeit der Teilhabe. Sie ist wichtige Voraussetzung, die wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und sozialen Potenziale der Menschen zu nutzen. Dennoch gilt es bis 2030 viele Dinge zu ändern. Dort, wo die Einkommensschere weiterhin auseinander geht, bedingt die ungleiche Verteilung von Reichtum gesellschaftliche Probleme. In armen Ländern verhindert sie Wachstum und somit die Überwindung der Armut. In Industrieländern bedroht zunehmende Ungleichheit den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirkt sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung aus.

„Würde man das Vermögen der unteren Hälfte auf 1,5 oder zwei Prozent aufstocken, hätte man für die Armen so viel erreicht wie mit 30 Jahren Wachstum, und das, ohne die planetarischen Grenzen weiter zu überschreiten.“ (Thomas Pogge, Professor für Philosophie)

Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Kein Zweifel: das Zeitalter der Städte ist angebrochen. Schon heute lebt über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Doch Städte heizen die Erderwärmung an. Sie sind für jeweils rund 70 Prozent des Energieverbrauchs und der energiebezogenen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Dichter Verkehr, intensive Bautätigkeit bei gleichzeitig starker Zersiedelung, hoher Energiebedarf und enorme Mengen an Müll und Abwässern – in den Städten trifft alles aufeinander. Ihre große Dichte macht Städte aber auch zum idealen Ansatzpunkt beim Kampf gegen den Klimawandel. Denn sie können in großem Maßstab Ressourcen schonen und Nachhaltigkeit vorleben, etwa durch flächensparende und kompakte Stadtstrukturen, emissionsarme Verkehrssysteme, energieeffiziente Gebäude und eine geregelte Abfallentsorgung.

„Nachhaltigkeit heißt: Kann man auf Dauer so weitermachen, wie man es heute macht? Wenn man das nicht kann, dann ist es nicht nachhaltig“ (Anselm Görres, Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft)

Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Die Menschheit lebt seit langem über ihre ökologischen Verhältnisse. Dies gilt in besonderem Maße für die Industrieländer und die wachsenden ober- und Mittelschichten in vielen Schwellenländern. Der Earth Overshoot Day markiert den Tag im Jahr, an dem weltweit mehr Ressourcen verbraucht worden sind als der Planet im gleichen Jahr regenerieren kann. 1990 war das noch der 7. Dezember, 2016 der 8. August. Der Wandel zu einer Wirtschafts- und Lebensweise, die die natürlichen Grenzen unseres Planeten respektiert, kann nur gelingen, wenn wir unsere Konsumgewohnheiten und Produktionstechniken umstellen. Dazu sind international gültige Regeln für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz wichtig.

„Immer wieder gibt der Mensch Geld aus, das er nicht hat, für Dinge, die er nicht braucht, um damit Leuten zu imponieren, die er nicht mag.“ (Danny Kaye, Schauspieler, Komiker und Sänger)

Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.

Wassermangel, Dürre, Wirbelstürme und Überschwemmungen sind nur einige der vielen Folgen des globalen Klimawandels und Ursache für Migration. Derzeit sind etwa 20 Millionen Menschen gezwungen, infolge klimabedingter Ereignisse ihre Heimat zu verlassen. Der Klimawandel stoppt nicht an Ländergrenzen und seine Auswirkungen beschränken sich nicht auf einzelne Politikfelder, Wirtschaftszweige oder soziale Gruppen. Auch die internationalen Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels müssen die zahlreichen Wechselwirkungen berücksichtigen, die sich zwischen diesen Bereichen ergeben.

„Der Klimawandel ist wie ein Asteroideneinschlag in Super-Zeitlupe. Wir verdrängen ihn wegen seiner Langsamkeit.“ (Hans Joachim Schellnhuber, Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung )

Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Der Schutz der Biodiversität, ihre nachhaltige Nutzung und die gerechte Aufteilung der Nutzungsgewinne ist ein wesentlicher Faktor nachhaltiger Entwicklung. Rund 30 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt. Im europäischen Atlantik sind es 63 Prozent und im Mittelmeer bereits 82 Prozent. Die globale Erderwärmung und die Versauerung der Meere bedrohen die Lebensgrundlage der Menschheit zusätzlich. Jedes Jahr landen ca. 10 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen, die sich nicht biologisch abbauen, sondern in immer kleinere Teilchen zerfallen. Da Meerestiere die kleinen Plastikteilchen mit Nahrung verwechseln, gelangen die Plastikteilchen auch in die menschliche Nahrungskette.

„In den Mägen an der Nordseeküste gestrandeter Pottwale haben Veterinäre viel Müll gefunden. (…). Bei Untersuchungen tauchten Fischernetze, Leinen, alte Autoteile, Kaffeekapseln und Verpackungen in teils erheblichem Ausmaß auf, (…).“ (Weser Kurier 18.05.2016)

Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern,

…Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen. Der Verlust der biologischen Vielfalt nimmt zu, dabei ist sie Grundlage unseres Lebens – und diese wird gerade im rasanten Tempo zerstört. Schätzungen zufolge haben sich 60 Prozent der weltweiten Ökosysteme verschlechtert oder werden nicht nachhaltig genutzt. 75 Prozent der genetischen Vielfalt landwirtschaftlicher Kulturen gingen seit 1990 verloren. Mehr als die Hälfte der Regenwälder wurden für die Palmöl-, Agrartreibstoff-, Futtermittel- und Fleischproduktion bereits vernichtet.

„Wir müssen die Warnung ernst nehmen, die Menschheit habe bereits ’planetary boundaries‘ überschritten und sei dabei, ’ihren‘ Planeten zugrunde zu richten.“ (Elmar Altvater, Politikwissenschaftler)

Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern,

… allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen. Frieden, körperliche Unversehrtheit und Schutz durch ein stabiles Rechtssystem sind unabdingbare Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung und Wohlstand. Zu viele Menschen sind auf zu schwache Institutionen angewiesen und sind ohne Zugang zu Justiz, zu Informationen und zu anderen Grundfreiheiten. Die Tötungsrate variiert je nach Region immer noch sehr stark. Während in Ostasien nur einer von 100.000 Menschen vorsätzlich getötet wird, sind es in Lateinamerika 23. 30 Prozent aller Gefangenen weltweit werden ohne Gerichtsurteil festgehalten. 25 Prozent aller Kinder wird immer noch die Registrierung ihrer Geburt verwehrt – Grundvoraussetzung für den Schutz durch das Gesetz.

„Man muss Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.“ (Elie Wiesel, Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger)

Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Die 17 Ziele können nur durch eine starke globale Partnerschaft erreicht werden. Regierungen, die Zivilgesellschaft und Unternehmen müssen gemeinsam an ihrer Umsetzung arbeiten. „Niemanden zurücklassen“, ist das Oberprinzip der Agenda 2030. Die UN-Mitgliedstaaten haben sich darauf verpflichtet, diejenigen zuerst zu erreichen, die am weitesten zurückliegen. Die Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit sind in den ärmsten Ländern in den letzten Jahren allerdings gesunken. Gerade fünf Länder haben ihr Versprechen für die ODA-Quote – das ist der Anteil der öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit am Bruttonationaleinkommen – von 0,7 Prozent eingehalten. Auch Deutschland erfüllt die ODA-Quote noch nicht, hat seine Ausgaben in den letzten Jahren aber kontinuierlich gesteigert.

Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten. (Ban-Ki Moon, UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016)

Mainzer Gruppen und Vereine, die die Nachhaltigkeitsziele unterstützen

afemdi-projekte Deutschland e.V.

Wir leisten mit unserer Arbeit einen Beitrag zur Umsetzung der SDGs 4 und 5 in Maroua/Kamerun. Die Ziele unserer Arbeit sind:

- Alphabetisierungsprogramm für AFEMDI

- Frauen - Schulpatenschaften für die Grundschulausbildung sowie Förderung für weiterführende Schulen bzw. die Universität

- Bau eines Schulgebäudes auf dem vereinseigenen Grundstück. Das Schulgebäude steht bereits im Rohbau; derzeit wird die Möblierung vor Ort angefertigt. Das Gebäude soll ab dem Schuljahr 2018/2019 genutzt werden können. 33 Stipendiat*innen werden durch die rheinhessischen Patenschaften unterstützt. Als Arbeitgeber für ortsansässige Handwerker ist der Partnerverein Afemdi-Maroua ein wichtiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Faktor; die Menschen können so in ihrer Heimat bleiben. Mit der Bildung werden die Frauen selbstständig und lernen, sich in Eigenverantwortung im gesamten gesellschaftlichen Leben zu behaupten. Die Entwicklung der geförderten Schüler*innen zeigt inzwischen messbare Erfolge in Bildungs- und Berufsabschlüssen. Mit dem Schulgebäude haben die benachteiligten Frauen und Mädchen weiterhin einen Platz, in dem sie sich sicher fühlen und Beratungs- und Bildungsmöglichkeiten erhalten. Wir freuen uns über Vernetzung und konkrete Kooperationen, um neue Gruppen/Menschen kennen zu lernen, die mitarbeiten oder spenden wollen. Auch Gesprächsaustausch ist immer willkommen.

Webseite: www.afemdi.de

Ansprechpartnerin: Elke Scheiner


DGB Rheinhessen-Nahe

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist die politische Interessenvertretung aller Arbeitnehmerinnen und Ar-beitnehmer und wir arbeiten an der Umsetzung einer Vielzahl der 17 Nachhaltigkeitsziele: Wir kämpfen beispielsweise dafür, dass die Menschen im Land von ihrer Arbeit Leben können, dass sie bei der Verrich-tung ihrer Arbeit gesund bleiben, dass sie gut abgesichert sind, wenn sie ihre Arbeit verlieren und dass sie nach dem Erwerbsleben eine auskömmliche Rente erhalten. Wichtig ist uns auch, dass neben der Arbeit Zeit für die Familie bleibt, alle Zugang zu guter Bildung erhalten und niemand aufgrund des Geschlechtes oder anderer Merkmale benachteiligt wird. Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, sollte in eine unserer acht Mitgliedsgewerkschaften eintreten. Starke Gewerkschaften sind gesamtgesellschaftlich notwendig und helfen dem einzelnen Mitglied, wenn es z.B. mal juristischen Streit mit dem Arbeitgeber geben sollte. Weitere Infos über unsere Arbeit sind auf rheinland-pfalz-saarland.dgb.de zu finden.

Ansprechpartner: Kai Partenheimer


UrStrom BürgerEnergieGenossenschaft Mainz eG

Mit unserer Arbeit tragen wir zur Umsetzung der SDGs Nr. 7 und 13 bei. Dieser Sommer hat uns gezeigt, wohin der Klimawandel führt … Unser Ziel ist eine klimaschonende, bezahlbare und dezentral organisierte Energieversorgung, die von Bürgerinnen und Bürgern getragen wird. Wir leisten einen Beitrag zur Energiewende in unserer Region und stärken dabei die Rolle der Bürgerinnen und Bürger. Konkret bedeutet dies, dass wir Photovoltaikanlagen bauen, Strom aus erneuerbaren Energien vertreiben und ein Elektro-CarSharing in Mainz anbieten. Wir haben in den letzten Jahren 12 Photovoltaikanlagen in Mainz und Umgebung gebaut, die Strom für gut 100 4-Personen-Haushalte produzieren. Sie vermeiden jährlich den Ausstoß von etwa 300 t CO2. Der jüngste Erfolg ist, dass wir das erste e-CarSharing in Mainz an den Start bringen konnten. Auch, dass unsere Initiative mittlerweile von über 200 Menschen getragen wird, ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit. Wir bieten zahlreiche Möglichkeiten der Beteiligung – von der Mitgliedschaft über den Bezug von Ökostrom und der Nutzung unserer Elektroautos bis hin zur Geldanlage und zur aktiven Mitarbeit. Schauen Sie einfach mal bei unserem monatlichen Stammtisch UrStromClub vorbei.

Termine unter www.urstrom.de

Ansprechpartner: Christoph Albuschkat


Weltladen-Dachverband e.V.

Weltläden haben viele Berührungspunkte zu den SDGs. Ein Fokus liegt auf Ziel 12. Als Bundesverband der Weltläden unterstützen wir die Arbeit unserer rund 450 Mitglieder. Weltläden setzen sich mit dem Verkauf fair gehandelter Produkte sowie mit Bildungs- und politischer Kampagnenarbeit für mehr Gerechtigkeit im Welthandel ein. Der Umsatz mit fair gehandelten Waren in Deutschland beträgt mittlerweile rund 1,5 Mrd. Euro und steigt weiter stark an. Als Pioniere des Fairen Handels haben Weltläden einen großen Anteil an dieser Entwicklung. Ein fairer Umgang miteinander sollte selbstverständlich sein – sowohl mit den Menschen in unserem täglichen Umfeld als auch mit den Menschen am anderen Ende der Welt, die unseren Kaffee produzieren und unsere Textilien herstellen. Kaufen Sie fair gehandelte Produkte in einem der rund 800 Weltläden in Deutschland. Weltläden bieten außerdem Raum für bürgerschaftliches Engagement – sei es im Warenverkauf, in der Öffentlichkeits- oder politischen Kampagnenarbeit oder im Bildungsbereich.

Den Weltladen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.weltladen.de

Ansprechpartnerin: Nadine Buch

Was hat die Agenda 2030 mit mir und meiner Stadt zu tun?

"Global denken – lokal handeln" ist bereits seit über 20 Jahren das Motto in Mainz. Von der Lokalen AGENDA 21 über die Millenniumentwicklungsziele haben sich die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele im Rahmen der Agenda 2030 weiter konkretisiert. Dabei kommt den Kommunen und lokalen Akteuren aus der Zivilgesellschaft eine ganz entscheidende Rolle zu. Kommunen haben eine starke demokratische Tradition, viel Kompetenz im lokalen und regionalen Bereich und sind an praktischen Lösungen für ihre Bürgerinnen und Bürger interessiert.

Nachhaltiges Handeln vor Ort wird damit greifbar und stellt einen direkten Bezug zu Globalisierungsfragen her. Diese sind nur scheinbar fern, betreffen uns aber alle in unserem Alltag und können von uns gestaltet werden. Die Art wie wir leben, was wir kaufen und konsumieren, wie wir von A nach B kommen, hat essentiellen Einfluss auf den Ressourcen- und Energieverbrauch, auf die Belastung von Umwelt und Klima sowie auf soziale Gerechtigkeit hier in Mainz und weltweit. Wir erreichen eine zukunftsfähige und gerechte Welt nur, wenn sich der Lebensstil rund um den Globus ändert und unser aller Konsumverhalten und Umgang mit natürlichen Ressourcen nachhaltiger werden.

Die gute Nachricht ist, dass sich immer mehr Menschen ihrer Verantwortung für künftige Generationen auf diesem Planeten bewusst sind und dies schon bei der Wahl ihrer Verkehrsmittel oder ihrem Einkaufsverhalten zeigen. Auch in der Politik zeichnen sich schrittweise Erfolge ab, wie z.B. im Fairen Handel und der zunehmenden Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards in der öffentlichen Beschaffung. Und doch bleibt auch hier noch viel zu tun.

Mainz ist Teil dieser Welt – gemeinsam können wir eine lebenswerte Welt für alle Menschen realisieren und dabei niemanden zurücklassen. Lassen Sie sich durch die hier aufgeführten Beispiele inspirieren und ermutigen, mit dabei zu sein!

Hintergrund: AGENDA 2030

"Diese AGENDA ist von beispielloser Reichweite und Bedeutung. Sie wird von allen Ländern akzeptiert und ist auf alle anwendbar, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Realitäten, Kapazitäten und Entwicklungsstufen der einzelnen Länder und unter Beachtung der nationalen Politiken und Prioritäten. Ihre Ziele und Zielvorgaben sind universell und betreffen die ganze Welt, die entwickelten wie die Entwicklungsländer."

Aus der Deklaration der Vollversammlung der Vereinten Nationen zur AGENDA 2030

Eine globale AGENDA-Tagesordnung für alle

Eine nachhaltige Entwicklung ist für die Handlungs- und Zukunftsfähigkeit unseres Planeten entscheidend. Das ist der Grundgedanke der 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Agenda 2030.

Nachhaltigkeit wirkt sich auf das Leben der Menschen lokal und global spürbar aus: "Niemanden zurücklassen", ist das Oberprinzip der Agenda 2030.

Die AGENDA 2030 umfasst 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs. Hier findet man fast alles wieder, was 1992 bereits in der AGENDA 21 beschlossen wurde. Nur steht die Arbeit zur Umsetzung der SDGs auf kommunaler Ebene heute auf einer ganz anderen Basis, sowohl politisch als auch finanziell. Heute muss nicht mehr um die "Anerkennung" der Nachhaltigkeit als globales Ziel "gekämpft" werden, diese Notwendigkeit ist überall akzeptiert.

Da mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung heute in Städten leben (bis 2050 werden es voraussichtlich zwei Drittel sein) kommt den Städten eine sehr wichtige – die entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 zu.
Zur Umsetzung der SDGs können die Kommunen und viele lokale Akteure einen ganz entscheidenden Beitrag leisten. Kommunen haben eine starke demokratische Tradition, haben Kompetenz im lokalen und regionalen Bereich und sind an praktischen Lösungen für ihre Bürgerinnen und Bürger interessiert.

Faires und nachhaltiges Handeln vor Ort ist damit konkret und stellt einen direkten Bezug zu Globalisierungsfragen her. Diese betreffen uns alle in unserem Alltag und können von uns gestaltet werden.