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Sexismus

pix abay
© pixabay

Sexismus: ein Begriff - viele Erscheinungsformen

Es dürfte wohl nur wenige Frauen geben, die noch nie in ihrem Leben eine Form von Sexismus und Frauenfeindlichkeit erlebt haben. Dabei ist der Kampf gegen Diskriminierung, gegen Übergriffe, Abwertung, Herabwürdigung oder Benachteiligung aufgrund des Geschlechts so alt wie die Frauenbewegung selbst. Schon die Erste Frauenbewegung im 19. Jahrhundert wusste genau, was Sexismus ist, auch wenn das Wort noch völlig unbekannt war.

Bei Sexismus, egal ob es sich „nur“ um eine der typischen „blöden“ Bemerkungen handelt oder um eine extreme Form des verbalen (auch virtuell geführten) Angriffs, geht es immer um eine Machtfrage. Sexismus soll Frauen in ihre Schranken weisen, sie klein halten, sprachlos machen. 

Eine im Oktober 2019 veröffentlichte Pilotstudie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wurde, belegt, wie alltäglich Sexismus in all seinen Erscheinungsformen ist.

Öffentliches Engagement gegen Sexismus

Mit Öffentlichkeit gegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit vorzugehen, ist Teil der Geschichte der Frauenbewegung. Schon Jahrzehnte vor #MeToo gab es (weltweit) große und kleine Aufschreie. Auch das Frauenbüro hat in den mehr als drei Jahrzehnten immer wieder Sexismus und Frauenfeindlichkeit zum Thema gemacht. Genauso wie viele andere (Mainzer) Organisationen und Einrichtungen. Neben Organisationen wie beispielsweise TERRE DES FEMMES vergibt auch die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Rheinland-Pfalz von Zeit zu Zeit einen Negativpreis für besondere sexistische „Leistungen“ im eigenen Bundesland.

Zu den jüngsten Beispielen aus dem langen Kampf gegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit in allen Erscheinungsformen gehört die von der rheinland-pfälzischen Frauenministerin Anne Spiegel initiierte Kampagne LAUT♀STARK.

Mitgetragen wird die Kampagne von Botschafterinnen und Botschaftern aus ganz unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Dazu gehört auch Oberbürgermeister Michael Ebling.

Auf Initiative von Rheinland-Pfalz hat sich 2019 die Gleichstellungs- und Frauenministerinnenkonferenz (GFMK) auf ihrer 29. Sitzung noch einmal deutlich gegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit positioniert. Auch die vorangegangenen Beschlüsse der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen mit ähnlicher Intention sind nachzulesen unter:

Sexualisierung im Alltag

Auch die fast überall sichtbare Sexualisierung weist Frauen (und nur selten Männern) einen Objektstatus zu. Sexualisierung ist nicht immer mit Herabwürdigung oder Diskriminierung verbunden, doch der Grat zwischen Sexualisierung und Sexismus ist sehr schmal.

...in der Mode

Die Modeindustrie will vor allem eins: Verkaufen! Dabei bedient sie sich überkommener Stereotype und Klischees: mit verniedlichenden Schnitten und Mustern für die erwachsene Frau, viel Rosa für kleine Mädchen und manch aufreizendem Detail beim Outfit für jugendliche Mädchen.

Stereotype werden auch gerne bemüht, wenn auf scheinbar humorvollen Statement T-Shirts mit Aufdrucken wie etwa "In Mathe bin ich Deko" Frauen nicht für voll genommen und diskriminiert werden.

In der Modebranche selbst werden diejenigen, die die Ware an die Frau bringen sollen, selbst zur Ware. Selbst die schönste Schönheit ist der Industrie nicht schön genug. Gesichter werden zu Masken und Körper zu Hüllen, bei denen jede Pore perfekt ist. Fernab von einem angemessenen Stellenwert als Kollegin, Angestellte oder Geschäftspartnerin rangieren die Models als die "Mädchen".

...in der Musikindustrie

Männer dominieren die Musikwelt. Wohin wir hier schauen, sind Frauen unterrepräsentiert - sei es als Sängerinnen, Bandmitgliedern oder bei den Arbeiten hinter den Kulissen. Auch die Pop-Kultur vermittelt Bilder und Botschaften mit frauenfeindlichen und teils pornografischen Bezügen an Frauen und Männer. In Liedtexten und Videos teilt sie Männern Macht, Dominanz und Gewalt und Frauen Anbiederung, Unterwerfung und normierte Körper zu.

...im Sport

Gar nicht sportlich geht es für Frauen im Sport zu. Das fängt damit an, dass unter den 100 bestbezahlten AthletInnen keine einzige Frau steht und geht damit weiter, dass dem Frauensport gerade mal 15 Prozent der Sendezeit in der Sportberichterstattung zugestanden wird. Dabei steht oft nicht ihre sportliche Leistung im Mittelpunkt sondern ihr Leben außerhalb des Sports.

Auch vor dem Sport macht die zunehmende Sexualisierung nicht halt.Sie hat ihm sogar eine neue Wortschöpfung beschert. Sporno heißt sie und meint den Trend, Sportlerinnen als Sexualobjekte zu inszenieren: Da konzentriert sich die mediale Aufmerksamkeit auf die vermeintlich attraktivsten von ihnen, da werden Sportlerinnen zu halbnacktem und aufreizendem Anschauungsmaterial in „Herrenmagazinen“, da gibt die Kleiderordnung Maße vor, die möglichst „tiefe Einblicke“ darbieten soll und auf dem bisschen Stoff, den die Sportlerinnen noch tragen, prangt dann manches Mal auch noch ein sexistischer Spruch übelster Sorte: "prachtregion" beispielsweise als Aufschrift auf dem Hosenboden von Volleyballbundesligistinnen.


Sexismus in der Werbung

(Halb)nackte Frauenkörper dienen immer noch gern als Verkaufshilfe für alle erdenklichen Produkte oder als Blickfang für Veranstaltungswerbung aller Art. Gerade Werbung erinnert daran, dass Sexismus, Frauenfeindlichkeit und Rollenklischees nicht aus unserem Alltag verschwunden sind.

Die Ware Frau

Sexistische Werbung arbeitet dabei ganz bewusst mit sexuellen Anzüglichkeiten. Da signalisiert dann nicht nur das Produkt: „Du kannst mich haben“, sondern auch die „Ware Frau“. Frauenfeindlich und sexistisch kann aber auch eine Werbung sein, die sich klischeehafter Frauenbilder bedient. Das blonde Dummchen, die adrette Gattin, die allzweckpatente Mutti, das niedliche Mädchen in rosa und viele, viele Klischees mehr, sie leben munter weiter.

Merkmal: frauenfeindlich und sexistisch

Merkmal: frauenfeindlich und sexistisch ist Werbung,

  • wenn Sie kaum unterscheiden können, ob das Produkt oder die Frau zu haben ist;
  • wenn die Wortwahl und/oder das Bildmotiv Frauen zu Objekten herabwürdigt;
  • wenn Frauenkörper bloßer Blickfang sind;
  • wenn Frauen auf ein Klischeebild reduziert werden;
  • wenn Frauen in unterwürfiger Pose dargestellt werden;
  • wenn Bilder und Texte eine „ideale“ Frau kreieren.

Wie Sie sich gegen frauenfeindliche Werbung wehren können

Beschwerde an den Deutschen Werberat

Schreiben Sie eine Beschwerde an den Deutschen Werberat, das Selbstkontrollorgan des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft und fordern Sie den Werberat auf, die betreffende Werbekampagne zu rügen. Schildern Sie in Ihrem Beschwerdeschreiben, warum die Werbung frauenfeindlich ist. Auch wenn Beschwerden beim Deutschen Werberat nicht unbedingt Aussicht auf Erfolg haben, ist es notwendig, das Kontrollorgan ständig darauf aufmerksam zu machen, dass sexistische und frauenfeindliche Werbung keine Geschmacksfrage ist, sondern Frauen herabwürdigt.

Die Anschrift:
Deutscher Werberat
Weidendamm 1A
10177 Berlin
Telefon: +49 30 59 00 99-700
Telefax: +40 30 59 00 99-722
werberatwerberatde
www.werberat.de

Informieren Sie uns als Frauenbüro über Plakatierungsaktionen mit frauenfeindlicher Werbung - und schließen Sie sich mit anderen zusammen, um einen gemeinsamen Protest zu formulieren.


Beschwerde an die werbetreibende Firma

Schreiben Sie eine Beschwerde an die Firma, die ihr Produkt oder ihre Veranstaltung mit Hilfe frauenfeindlicher und sexistischer Texte und Motive "an den Mann" bringen will.

Beschwerde an die für die Außenwerbung in Mainz zuständige Firma

Richten Sie Ihren Protest an die Ströer AG DSM Deutsche Städte Medien GmbH, wenn es sich um Werbeflächen handelt, die von dieser Firma bedient werden. Das trifft in Mainz auf Plakatwerbung an Haltestellen, Litfaßsäulen und anderen Großflächen zu.

Die Anschrift:

Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Region Süd-West, Kastor Tower, Platz der Einheit 1, 60327 Frankfurt a.M., Telefon 069 921017-100

Oder richten Sie Ihre Beschwerde an die Konzernzentrale direkt:

Ströer SE & Co. KGaA, Konzernzentrale, Ströer-Allee 1, 50999 Köln, Telefon 02236 - 9645-0, Fax: 02236 - 9645 - 299, E-Mail: infostroeercom


Information an das Rechts- und Ordnungsamt

Wenn Ihnen auffällt, dass zum Beispiel für Veranstaltungen illegal, also nicht auf den üblichen Werbeflächen, mit sexistischen Plakaten geworben wird, informieren Sie das Rechts- und Ordnungsamt der Stadt Mainz. Die Anschrift: Landeshauptstadt Mainz, 30 - Rechts- und Ordnungsamt, Allgemeine Ordnungs- und Sicherheitsverwaltung, Stadthaus, Kreyßig-Flügel, Kaiserstraße 3-5, 55116 Mainz, Telefon 122412, Telefax 123010, E-Mail: rechts-und-ordnungsamtstadt.mainzde

Vorkontrolle als KonsumentInnenschutz und Angebot des Deutschen Werberates

Der Deutsche Werberat hat einen deutlichen Anstieg der Beschwerden gegen frauenfeindliche Werbung registriert. In Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern sowie dem Deutschen Frauenrat wird der Deutsche Werberat jetzt aktiv. Vorkontrolle als KonsumentInnenschutz und Angebot an die Wirtschaft Um wirksamer gegen diskriminierende Werbung vorzugehen, wurde die Möglichkeit einer so genannten „Vorkontrolle“ für die Werbebranche eingeführt. Ab Mai 2009 können produzierende Unternehmen, Handel und andere Branchen des Dienstleistungssektors ihre Werbung vor Veröffentlichung in den Medien vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) auf ihre Vereinbarkeit mit selbstdisziplinären Regeln und Rechtsvorschriften prüfen lassen. Dieses Angebot an die Wirtschaft soll dazu beitragen, BürgerInnen vor Entgleisungen der Wirtschaftswerbung und Firmen vor teuren Imageschäden zu bewahren.


Informieren Sie uns als Frauenbüro über Plakatierungsaktionen mit frauenfeindlicher Werbung - und schließen Sie sich mit anderen zusammen, um einen gemeinsamen Protest zu formulieren.

Ausstellung Sexismus in der Werbung

Ausstellung "Sexismus in der Werbung"

Die Ausstellung "Sexismus in der Werbung" wurde als Wanderausstellung vom Referat für Geschlechterpolitik der Universität Potsdam erstellt. Im Mittelpunkt stehen 100 ausgewählte Werbesujets, die ganz offen oder auch versteckt mit sexistischen, frauenfeindlichen, homophoben und auch rassistischen Botschaften arbeiten. Die Ausstellung wurde von jungen Frauen und Männern konzipiert und zeigt damit, dass der Kampf gegen Sexismus, Frauenfeindlichkeit und Rollenstereotype auch von einer neuen Generation geführt wird.
Das Frauenbüro hat die Ausstellung vom 3. Februar bis 17. März 2012 ins Mainzer Rathaus geholt.

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