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Braunes Gold: So kompostieren Sie richtig

Umwelttipp des Mainzer Umweltladens

Braunes Gold: So kompostieren Sie richtig

Seit 2015 müssen Bioabfälle in Deutschland getrennt gesammelt werden und kommen in die Biotonne oder auf Wertstoffhöfe. Das heißt, dass alle Garten- und Küchenabfälle, die in privaten Haushalten anfallen dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zu überlassen sind. Eine Ausnahme bilden jedoch Abfälle, die Gartenbesitzer auf ihrem Grundstück selbst kompostieren.

Humus und Kompost

Die erste, ca. 40 cm dicke Schicht im Boden wird Humus genannt. Sie entsteht durch gärtnerische Nutzung und regelmäßige Zufuhr abgestorbener organischer Substanzen (z.B. Kompost). Diese Schicht enthält alle für Pflanzen wichtigen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium u.a. Dort sind auch lebende Bodenbewohner – wie Pilze, Bakterien, Algen, Würmer, Insekten und andere Kleinstlebewesen zu finden. Sie sorgen für die Entstehung von Humus, indem sie organisches Material zersetzen, den Boden durchlüften und die notwendigen Nährstoffe aufbereiten.

Um eine gute Bodenqualität zu erhalten und die Kreislaufführung von Nährstoffen zu fördern, ist auch ein konstanter pH-Wert im Boden wichtig. Kompostdüngung verhindert, dass Kalk ausgewaschen wird und der Boden versauert. Durch die Auswaschung gelangen Nährstoffe ins Grundwasser und führen schließlich zur Überdüngung der Gewässer.

Wie entsteht Kompost und welche Stoffe eignen sich für den Garten?

Organisches Material wird durch die o.g. Bodenbewohner zersetzt. Die Geschwindigkeit der Zersetzung ist abhängig von der Temperatur im Boden, der Feuchte des Materials, dem Gehalt an Sauerstoff und dem pH-Wert. Als Ausgangsmaterial sind angewelkter Rasenschnitt, Laub, Heckenschnitt, Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teefilter sowie Eierschschalen sehr gut geeignet. Mäßig geeignet sind Schalen von Südfrüchten, Papier und Pappe, Kleintierstreu auf pflanzlicher Basis und Holzasche von unbehandeltem Holz.

Nicht geeignet sind dagegen z.B. Tierstreu auf Granulatbasis, kranke Pflanzenteile oder Pflanzen, die mit Herbiziden behandelt wurden. Auf gar keinen Fall gehören Fleischabfälle, Essensreste oder Knochen in den Kompost.

Anlegen des Komposthaufens

Wählen Sie einen schattigen und windgeschützten Standort mit wasserdurchlässigem Boden aus. Sie können einen Haufen anlegen, der die Höhe 1,5m und die Breite von 2m nicht übersteigen sollte. In kleinen Gärten eignet sich ein Komposter – ein Gestell aus Latten, welches Sie gut im Baumarkt erwerben können. Eine Alternative sind Komposter aus Kunststoff oder Thermo- und Schnellkomposter mit gezielter Belüftung und Wärmeisolierung. Wer gar keinen Garten besitzt muss nicht auf das Kompostieren verzichten! Sogenannte Wurmkisten oder Wurmfarmen ermöglichen Ihnen das Kompostieren in Ihrer Stadtwohnung. In der u.a. Linkliste finden Sie weitere Infos dazu.

Wie wird richtig kompostiert?

Schaffen Sie beste Lebensbedingungen für die Kleinstlebewesen in Ihrem Ausgangsmaterial, damit Ihnen die Kompostierung gelingt. Sorgen Sie beim Aufsetzen des Komposts für eine ausreichende Befeuchtung (zu viel Wasser führt hingegen zu Fäulnisprozessen, was Sie am unangenehmen Geruch erkennen). Das Kompostmaterial muss zudem gut durchlüftet werden, da die Mikroorganismen Sauerstoff benötigen. Ob Ihre Mikroorganismen gut arbeiten erkennen Sie an einer starken Erwärmung während des Kompostierungsprozesses („Rotte“). Sie beschleunigen das Verfahren, indem Sie das Ausgangsmaterial gut zerkleinern und holzige Pflanzenteile mit weichem Material durchmischen. Je vielfältiger die Abfälle sind, desto besser verläuft die Rotte.

Geben Sie niemals große Mengen eines Materials, wie z.B. den ganzen Rasenschnitt nach der Mahd auf Ihren Komposthaufen.

Um den Rotteprozess zu starten, können Sie einige Schaufeln von bereits fertigem Kompost oder Gartenerde hinzufügen. Die enthaltenen Kleinstlebewesen impfen den Kompost quasi an. Im Handel erhältliche „Kompostbeschleuniger“ sind nicht notwendig.

Für den schnelleren Erhalt eines guten Ergebnisses schichten Sie den Kompost 1 – 3 Mal pro Jahr um.

Wann ist der Kompost fertig?

Angerotteter Kompost ist bereits nach 3 - 4 Monaten fertig und kann zum Mulchen oder zur Bodenverbesserung verwendet werden. Reifen Kompost erkennen Sie an einer gleichmäßigen, feinkrümeligen Struktur, die nach ca. 6 – 12 Monaten erreicht wird. Der Geruch nach feuchter Walderde zeigt Ihnen an, dass der Kompost nun reif zum Ausbringen ist.

Wann bringt man den Kompost aus?

Kompost sollte nur während der Vegetationsperiode, d.h. im Frühjahr oder Sommer ausgebracht werden. Denn nur in der Hauptwachstumszeit können Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen.

Sieben Tipps, wie Ihnen das Kompostieren gelingt

Kompostplatz: Wählen Sie einen schattigen, windgeschützten unversiegelten Ort mit Erde als Untergrund aus, damit Regenwürmer und andere Kleinstlebewesen eindringen können.

Untergrund: Lockern Sie den Untergrund auf und häufen Sie grobes Material ca. 10 – 20 cm als unterste Schicht auf.

Zu kompostierende Stoffe: Über den Untergrund streuen Sie Laub und Küchenabfälle. Rasenschnitt nur dünn und angewelkt untermischen, damit keine Fäulnis entsteht. Alles immer gut zerkleinern und durchmischen.

Kompost starten: Den neu angelegten Kompost „impfen“ Sie mit etwas Gartenerde oder geben Kompostwürmer dazu.

Das richtige Klima: Da Kleinstlebewesen Feuchtigkeit benötigen, muss der Kompost feucht gehalten werden. Ist es zu nass, kommt der Verrottungsvorgang zum Stillstand. Weil Sauerstoff fehlt setzt stattdessen Vergärung und Fäulnis ein. Deswegen immer auf gute Durchlüftung achten und keine geschlossenen Behälter verwenden.

Umsetzen: Wenn Sie den Kompost(haufen) umsetzen, wird der Kompost vermischt und belüftet. Das fördert die Verrottung. Fertigen Kompost absieben und nicht verrottetes Material erneut aufsetzen.

Fertigen Kompost: Diesen schützen Sie bis zum Verbrauch mit Laub oder Holz vor Nässe und Austrocknung.

Im Mainzer Umweltladen gibt es aktuell eine Mini-Wurmstation für Stadtgärtner zu bestaunen. Neben vielen Informationen zum Thema Kompostieren zeigt Ihnen die bis zum 30.10.2020 laufende Ausstellung über die Biotonne auch zahlreiche Alternativen hierzu auf.

Adresse

Umweltladen
Mainzer Umweltladen
Steingasse 3-9
55116 Mainz
Telefon
+49 6131 12-2121
Telefax
+49 6131 12-2124
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umweltinformationstadt.mainzde
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Dienstag: 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr
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Erreichbarkeit

Haltestellen / ÖPNV

Haltestelle Münsterplatz:
Linien: 6, 50, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 78, 90, 91

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