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Umweltladen Mainz
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Silvester-Feuerwerk

Umwelttipp des Mainzer Umweltladens im Dezember 2021

Silvester mit oder ohne Feuerwerk?

Das Jahr neigt sich dem Ende und mit dem Jahreswechsel werden traditionell jede Menge Feinstaub und Schadstoffe in die Luft befördert - oder besser gesagt, wir böllern, was das Zeug hält. Zum Jahreswechsel 2020/2021 sah das anders aus, es gab ein Böllerverkaufsverbot damit sich keine großen Menschenansammlungen bilden. Für viele fehlte damit ein typischer Teil der Silvesterroutine, aber es wurde jede Menge Geld gespart, die Luft war besser, die Notaufnahmen hatten einen ruhigen Abend und die Abfallmengen an Neujahr waren erheblich geringer. Das neue Jahr hat auch ohne Knallerei begonnen, was auch für die (Wild-)Tiere sehr angenehm war. Einige Umwelt- und Naturschutzverbände fordern schon seit längerem ein Verbot von privaten Feuerwerken an Silvester.

Wer, wann und welches Feuerwerk zünden darf, ist genau gesetzlich geregelt. Je nach Typ bestehen Feuerwerkskörper zu 60-75 % aus Hüllen, Konstruktionsteilen und Verpackungen. Die restlichen 25-40 % sind Bestandteile der Pyrotechnik. Dabei handelt es sich u.a. um Schwarzpulver, einer Mischung aus Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel. Für die Spezialeffekte, wie z.B. die Farben, werden dann noch weitere chemische Zusätze, z.B. Strontium-, Kupfer- oder Bariumverbindungen, beigemischt.

Was ist das Problem?

Das Umweltbundesamt hat, mit Unterstützung des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI) berechnet, dass jährlich rund 2.050 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt werden. Der Großteil dieses Feinstaubs (ca. 75%) entsteht an Silvester. Das entspricht etwa einem Prozent der jährlichen in Deutschland freigesetzten Feinstaubmenge. Auswertungen der Daten aus den Luft-Messnetzten der Länder zeigen, dass an Neujahr die Belastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub (PM10) in vielen Orten am höchsten ist. Wobei gerade die von vornherein sehr belasteten Innenstädte besonders hohe Konzentrationen aufweisen. Es werden teilweise PM10-Werte (Partikel mit maximalem Durchmesser von bis zu 10 μm) über 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m³) Luft gemessen, normal ist ein Wert unter 20 μg/m³. Wie schnell die Feinsaubkonzentration dann wieder sinkt, hängt stark von der Witterung ab. Im untenstehenden Link können Sie sich die animierten Daten der Jahreswechsel seit 2003/2004 ansehen.

Das Einatmen von Feinstaub, egal ob kurz- oder langfristig, beeinträchtigt die menschliche Gesundheit. Partikel mit maximalem Durchmesser von bis zu 10 μm (PM10) können beim Menschen in die Nasen­höhle, die Luftröhre und die Bronchien eindringen. Die kleineren Partikel PM2,5 (Partikel mit maximalem Durchmesser von bis zu 2,5 μm) gelangen bis in die kleinen Bronchien und Bronchiolen. Ein zahlenmäßig sehr hoher Anteil dieser sehr kleinen Partikel kann sogar die Lungenbläschen erreichen und so auch in den Blutkreislauf gelangen. Außerdem entstehen bei der Verbrennung der chemischen Zusätze Stoffe, die giftig sind und die Atemwege reizen. Zu den Gesundheitsgefahren müssen noch diverse Brandverletzungen und akute Hörschäden durch den unsachgemäßen Umgang mit den Feuerwerkskörpern gerechnet werden.

Außerdem wird in der Silvesternacht eine Menge Abfall produziert. In Mainz und anderen Großstädten muss die Straßenreinigung am Neujahrsmorgen Sonderschichten fahren, um wenigsten die Hotspots vom Silvesterabfall zu befreien. Laut Verband der Kommunalen Unternehmen (VKU) entfernen die kommunalen Entsorger allein in den fünf größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main) an besonders betroffenen Stellen am Neujahrstag rund 200 Tonnen Silvesterabfall.

Gibt es Alternativen?

Das Verkaufsverbot für Pyrotechnik zur Jahreswende 2020/2021 hat uns gezeigt, dass es an Silvester auch ohne die sonst übliche Knallerei geht. So ganz auf jegliche Traditionen an Silvester zu verzichten, ist vielen aber auch nicht recht. Vielleicht ist es an der Zeit über neue Traditionen nachzudenken?

Auf kommunaler Ebene wird über zentrale Feuerwerke diskutiert. Diese Großfeuerwerke werden in anderen Höhen gezündet, als die handelsüblichen Kleinfeuerwerke. Daher verursachen sie auch bodennah weniger Schadstoffbelastung. Zudem reduziert sich die Menge der gezündeten Sprengsätze damit erheblich. Auch Licht- und Lasershows oder Drohnenparaden wären eine Alternative zum Einzelfeuerwerk. Gerade in den durch Luftverschmutzung stark belasteten Großstädten sind dies schadstoffarme Alternativen.

Ein anderer Ersatz sind Wunderkerzen, sie erzeugen schöne Lichteffekte ohne die entsprechende Geräuschkulisse oder den Feinstaub. Aber auch Wunderkerzen verbrennen nicht rückstandslos. Die Drähte dieser Kleinfeuerwerks-Artikel sind beschichtet mit einer Masse aus Bariumnitrat, Eisenspänen und teilweise etwas Aluminiumpulver. Das unverbrannte Bariumnitrat ist leicht wasserlöslich und giftig. Daher sollten Wunderkerzen, vor allem die großen mit 70 cm Länge, nicht in Innenräumen gezündet werden. Wem zusätzlich noch der Krach fehlt, der könnte beispielsweise auf Kochtopfdeckel schlagen oder eine Vuvuzela benutzen. Weitere Ideen für ein nachhaltigeres Silvester finden Sie in der Linkliste, seien Sie kreativ!

Umwelttipp Dezember 2021 

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